Überarbeitete Stadthallen-Studie empfiehlt ursprünglichen Nutzungszweck
Görlitz, 31. März 2019. Eine Konzentration auf Musikveranstaltungen aller Art empfiehlt die vorgestern vorgestellte überarbeitete Stadthallen-Studie des Büros Drees & Sommer, Hauptsitz Stuttgart, Büro u.a. in Dresden. In dieser inhaltlichen Fokussierung sieht Axel Krüger, Vorstandsmitglied der Stadtbewegung Motor Görlitz, einen Qualitätssprung und die ernsthafte Chance, die Stadthalle zu einem Baustein der Regionalentwicklung werden zu lassen.
Abbildung: Axel Krüger ist berufener Bürger im Stadthallenausschuss und kandidiert auf der "Freien Liste Motor Görlitz" bei der Kommunalwahl für den Stadtrat Görlitz
Krüger: Neue Stadthallen-Studie macht Hoffnung
Thema: Stadthalle Görlitz

Die Stadthalle Görlitz wurde 1910 als Veranstaltungsort des Schlesischen Musikfestes eröffnet. Hoher Sanierungsbedarf und die ungenügende Selbstfinanzierung führten im Jahr 2005 zur Einstellung des Betriebs und zu Verkaufsbestrebungen seitens der Stadt Görlitz. Die Ende Januar 2010 vom Stadtrat beschlossene Sanierung wurde, ohne dass Arbeiten am Gebäude begonnen hätten, im Oktober 2012 gestoppt, weil Fristen für Fördermittel zu kurz waren. Erst 2018 stellten Bund und Land Geld für eine über die Sicherung hinausgehende Sanierung bereit. Eine große Herausforderung stellen die Betriebskosten für die Stadthalle Görlitz dar.
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Die Stadthalle sei laut Drees & Sommer einst als Konzertsaal mit "hochqualitativer Primärakustik" gebaut worden, darauf solle man sich wieder besinnen. 60 klassische und 100 sogenannte Cross-Over-Konzerte von Rock und Pop über Jazz und Country bis zum Schlager stellen sich die Planer im Maximum vor. Das wären 60 Prozent der Gesamtnutzung. Daneben weiterhin Messen, Tagungen, stadtgesellschaftliche und sonstige kulturelle Veranstaltungen.
Der neißeseitige Neubau unmittelbar vor dem historischen Gebäude soll an anderer Stelle entstehen. "Die Verschiebung Richtung Stadthallengarten lässt das Ensemble sehr viel luftiger wirken und entschärft die Blickachsenstörung von polnischer Seite", freut sich Krüger.
Die Studie geht von einer Anziehungskraft hochwertiger Musikereignisse in einem Umkreis bis zu maximal 100 Kilometer aus und sieht ein Besucherpotential zwischen 700.000 und 1,25 Millionen Menschen. "Wir sprechen hier von einer völlig neuen Dimension", merkt Krüger an. Er hofft, dass die Wirtschaftlichkeitsberechnung nun ohne Zeitverzug in Auftrag gegeben wird: "Wenn diese Zahlen auf dem Tisch liegen, muss eine neue Diskussion geführt werden. Motor Görlitz bleibt bei seiner Auffassung, dass die Stadt mit der Betreibung finanziell überfordert wäre. Die Fokussierung auf die seltene Kombination aus Kulturdenkmal für über 1200 Besucher und exzellenter Akustik sind gute Argumente, um Bund und Land mit ins Boot zu holen."
Als nicht hinzunehmende Entgleisung bezeichnete Axel Krüger den in der Veranstaltung lautstark vorgebrachten Vorwurf von Stadtrat Thomas Leder (CDU), die veränderte Studie sei ein "Sabotageakt der Verwaltung". Krüger verdeutlicht seine Sicht: "Einen eingeschlagenen Weg nicht überdenken und korrigieren zu dürfen, ist verantwortungslos. Die infantile Reaktion von Herrn Leder ist ein trauriges Zeugnis politischer Unkultur."
Mehr:
Stadtbewegung Motor Görlitz


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- Quelle: red | Foto: paul Glaser / glaserfotografie.de
- Erstellt am 31.03.2019 - 21:35Uhr | Zuletzt geändert am 31.03.2019 - 21:57Uhr
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