Zittauer Schau selten gezeigter Exponate endet

Zittau. "Für Krone, Salz und Kelch - Wege von Prag nach Zittau" heißt eine Parallelausstellung zur 3. Sächsischen Landesausstellung Görlitz 2011. Veranstalter der Zittauer Schau ist das Kulturhistorische Museum Franziskanerkloster in Zittau gemeinsam mit der Christian-Weise-Bibliothek Zittau. Am 31. Oktober 2011 wird die Zittauer Schau ebenso wie die Landesausstellung in Görlitz ihre Pforten schließen. Danach werden viele der präsentierten Exponate für längere Zeit wieder in lichtgeschützten Magazinen und in der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Räumen in Sicherheit gebracht.

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Bedeutende Oberlausitzer Kunstschätze in Zittau vereint

Thema: Sächsische Landesausstellung in Görlitz

Bild zu Sächsische Landesausstellung in Görlitz

Die 3.Sächsische Landesausstellung Via Regia findet vom 21.Mai-31.Oktober 2011 in Görlitz statt. Zentraler Austragungsort der Sächsischen Landesausstellung ist der Kaisertrutz in der Görlitzer Altstadt. Schwerpunktthema ist die geschichtsträchtige europäische Handelsstraße Via Regia.

Dies gilt für die Zittauer Missalien ganz besonders. Diese fragilen Meisterwerke gotischer Buchmalerei mit ihren sensationell leuchtenden Bildern können jeweils nur beschränkte Zeit gezeigt werden. Sie geltenm als die größten Schätze der Christian-Weise-Bibliothek und werden dort im Tresor gehütet.

Auch die übrigen empfindlichen Handschriften und Bücher werden nicht so schnell wieder zu bewundern sein. Die schönste Skulptur des 14. Jahrhunderts in der Oberlausitz, der Auferstehungschristus aus St. Marienthal wird ebenso wieder an ihren Herkunftsort - die Klausur des ältesten bestehenden Zisterzienserinnenklosters in Deutschland - zurückkehren wie die schwere funkelnde Krone aus St. Marienstern.

Was wird gezeigt?

Es handelt sich um einige der kostbarsten mittelalterlichen Schätze der Oberlausitz, die nch bis Ende Oktober 2011 in Zittau zu erleben sind - einzigartige Werke der Malerei, Plastik und Goldschmiedekunst. Im Mittelpunkt stehen die böhmischen Prunkhandschriften, die 1420 vor den Hussiten aus Prag nach Zittau geflüchtet wurden - Meisterwerke der Buchkunst von europäischem Rang. Einige der besten Buchmaler des sogenannten Schönen Stils haben die Pergamentseiten mit leuchtend farbigen Bildern geschmückt. Zum ersten Mal kann nun auch virtuell in den jeweils über 30 kg schweren Folianten geblättert werden - mittels eigens entwickelter Medienstationen.

Die Bücher selbst wurden einst von Mitgliedern des Domkapitels von St. Veit in Prag auf den alten Handelswegen im Zittauer Gebirge ins Exil mitgenommen. Nachdem die hohen Geistlichen 16 Jahre später wieder an die Moldau zurückkehrten, blieben die Handschriften in Zittau zurück. So erzählen Bücher Geschichte. Das gilt auch für andere Manuskripte und frühe Drucke: Es sind beredte Dokumente des intensiven Austauschs zwischen Böhmen und der Oberlausitz über die Jahrhunderte.

Es sind aber auch viele andere spannende Objekte, die in der Zittauer Ausstellung davon berichten. So gibt es auch eine Krone zu sehen, an den Straßen gefundene und noch nie gezeigte Münzschätze oder einen prunkvollen Kelch, den ein Prager Goldschmied aus Dank für seine Flucht schuf.

Die Bedeutung der alten Straßen für Verkehr und Handel wird durch originale Transportmittel, Geldfässer, eine Kutscherkasse, aber auch durch Modelle eines vierspännigen Fuhrmannszuges, ein Modell des Zittauer Salzhauses und zahlreicher historischer Darstellungen lebendig. Bildnisse vergegenwärtigen den Kaiser Sigismund ebenso wie die böhmischen Exulantenpfarrer in Zittau oder den Komponisten Andreas Hammerschmidt. Originale Landkarten von der ältesten Wiedergabe der Oberlausitz bis zu militärischen Blättern des ausgehenden 18. Jahrhunderts bieten Einblicke in die Topografie. Stimmungsvolle Schwarzweißfotografien des Bautzener Fotografikers Jürgen Matschies präsentieren Spuren der alten Wege im heutigen Zustand.

Parallel zu dieser Sonderausstellung mit kostbaren Leihgaben von Museen und Kirchen in Böhmisch Leipa (Česká Lípa), Görlitz, Pirna, St. Marienstern, St. Marienthal und Zittau zeigen die Städtischen Museen auch einen weiteren Abschnitt der neuen Dauerausstellung im Franziskanerkloster: "Kreuzzeichen und Heiligenhimmel. Sakrale Kunst vom Mittelalter bis zur Moderne." In den gotischen Räumen von Kreuzgang, Kapitelsaal und Sakristei werden die rund hundert schönsten Bildwerke und Gemälde kirchlicher Herkunft sowie ein Ausschnitt aus der Kreuzsammlung Wolfgang Sternling präsentiert. Viele dieser Kunstwerke wurden in den letzten Jahren restauriert, einige waren noch nie oder seit langem nicht mehr zu sehen.

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  • Quelle: red | Fotos: Stadtverwaltung Zittau
  • Erstellt am 10.10.2011 - 23:44Uhr | Zuletzt geändert am 11.10.2011 - 00:05Uhr
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