Ehrung für Allende
Bautzen / Budyšín. Im Schuljahr 2008/2009 begeht die 3. Mittelschule Bautzen ihr 40. Jubiläum. Schon seit längerer Zeit suchten Schüler und Lehrer gemeinsam nach einem neuen Namen, um nicht mehr nur eine Nummer als Erkennungsmerkmal der Schule zu besitzen. Der regionale Bezug zum Wohngebiet und zur Dr.-S.-Allende-Straße wurde klar favorisiert.
Zum Geburtstag ein neuer Name
Am 24. September 2008 bestätigte der Stadtrat den neuen Namen „Dr.-Salvador-Allende-Mittelschule“ für die Schule in einem entsprechenden Beschluss.
Um nicht bis zur Geburtstagsfestwoche im April 2009 zu warten, fand schon eine kleine Feierstunde mit allen Schülern statt, um den neuen Namen der Schule zu verkünden.
Kontakt:
Die „Dr.-Salvador-Allende“ Mittelschule Bautzen hat außerdem eine neue Telefonnummer: 03591 - 27 15 19 11.
Kommentar:
Mut hat er, der Bautzener Stadtrat! Den Namen des Sozialisten Salvador Allende, demokratisch gewählt über die Unidad Popular zum Präsidenten Chiles, den Namen eines bekennenden Marxisten, einer Schule zu verleihen.
Allende wollte Chile von den USA unabhängig machen, damals bezeichnete man Lateinamerika als "den Hinterhof der USA". Das US-Wirtschaftsembargo führte zu enormen Spannungen in Chile. Der Lebensmittelrationierung, einer Folge des Embargos, trotzend hatte Allende dafür gesorgt, dass jedem Kind täglich ein Liter Milch zur Verfügung stand.
Allende fiel am 11. September 1973 einem Militärputsch zum Opfer, für den die USA die Voraussetzungen geschaffen hatten. Die Moneda, der Regierungssitz, wurde bombardiert. Allende hat sich wahrscheinlich im "Saal der Unabhängigkeit" erschossen, nachdem er die Kapitulation angeordnet hatte.
Es schloss sich eines der dunkelsten Kapitel chilenischer Geschichte an - die faschistische Pinochet-Diktatur. Erinnert sei an das zum KZ umfunktionierte Stadion von Santiago de Chile, an den Gitarristen und Sänger Victor Jarra, dem man vor der Ermordung die Hände abschlug, an unzählige Verschwundene, an den kurz darauf Verstorbenen großen Dichter Pablo Neruda.
Für die DDR-Bürger, die wenig Erfahrungen mit Emigranten hatten, waren die Exil-Chilenen angenehme Gäste: Exotisch, gebildet, höflich. Dass die meist hochqualifizierten Chilenen in der DDR oft Anlerntätigkeiten auszuführen hatten, nicht selten am Fließband arbeiteten ... das steckten sie mit dem ihnen eigenen Stolz und der erwähnten Höflichkeit weg.
Freunde, Ihr habt das Leben in der DDR ein wenig erträglicher gemacht! Venceremos!
Ihr Fritz Rudolph Stänker



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- Quelle: /Simone Otto | Foto: /Simone Otto | Kommentar:/FRS
- Erstellt am 20.11.2008 - 21:45Uhr | Zuletzt geändert am 20.11.2008 - 22:52Uhr
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