Kunst, Kommerz und Fördermittel

Dresden, 21. Mai 2006. Mit einem Ideenwettbewerb "Kooperationen zwischen Kunst und Wirtschaft" wollen das Wirtschafts- und Arbeitsministerium und das Wissenschafts- und Kunstministerium nachhaltige Partnerschaften an der Schnittstelle von Kultur, Kunst und Wirtschaft fördern. Die erfolgreiche enge Zusammenarbeit im sächsischen Tourismus soll nun auch Künstler und Wirtschaftsunternehmen ermutigen, stärker aufeinander zu zugehen und gemeinsame Projekte zu entwickeln.

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Ideenwettbewerb "Kooperationen zwischen Kunst und Wirtschaft" gestartet

Der sächsiche Wirtschaftminister Jurk ist hoffnungsschwanger: "Beide Seiten profitieren: Mehr unternehmerische Kompetenz, mehr Kreativität und Professionalität, neue Märkte und Zielgruppen. So können neue Arbeitsplätze entstehen."

Sachsens Wissenschafts- und Kunstministerin Ludwig stößt ins gleiche Horn: "Kultur und Wirtschaft können sich auf vielen Gebieten vernetzen und erfolgreich kooperieren. Die Initiative kann beispielsweise eine Möglichkeit für arbeitssuchende Künstler sein, ein geplantes Projekt in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen zu verwirklichen." Denkbar seien auch Kooperationen zwischen Studentinnen und Studenten der Kunsthochschulen und der Wirtschaft, beispielsweise im Rahmen einer Diplomarbeit.

Beteiligen können sich erwerbswirtschaftliche Betriebe und Selbständige der Musikwirtschaft, des Literatur-, Buch- und Pressemarktes, des Kunstmarktes, im Bereich Design, der Film-, TV- Videowirtschaft, der darstellenden Kunst, der Unterhaltungskunst und des kunstbezogenen Bauens. Dabei müssen mindestens drei sächsische Partner aus Kunst, Kultur, aus Industrie, Handwerk, Handel, Dienstleistung und Freien Berufen zusammenarbeiten. Vereine, Stiftungen, Hochschulen, Städte und Gemeinden sind ausdrücklich aufgefordert, mitzuwirken.

Für die besten Ideen stehen Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds zur Verfügung. Gefördert werden können u.a. der Aufbau oder Ausbau von Kooperationen "Kunst und Wirtschaft", Netzwerkmanagement und Öffentlichkeitsarbeit.

Bis zum 20. Juni 2006 nehmen die von der SAB beauftragten Consultbüros in Chemnitz, Dresden und Leipzig die Projektvorschläge entgegen. Die Consultbüros stehen auch als Ansprechpartner für eine Beratung im Vorfeld zur Verfügung. Bewertungskriterien sind beispielsweise Innovation, Zielgenauigkeit bei der Erreichung nachhaltiger Effekte für Wachstum und Beschäftigung und die Übertragbarkeit des Projekts.

Mehr:

    • Sächsisches Amtsblatt vom 18. Mai 2006
    • Consultbüros KES Kommunalentwicklung Sachsen Gmb
    • Chemnitz: Frau Haufe, Tel. 0371-4500 112
      kristin.haufe@kommunalentwicklung-sachsen.de
    • Dresden: Herr Micksch, Tel. 0351-2105 147
      christian.micksch@kommunalentwicklung-sachsen.de
    • Leipzig: Frau Schill-Krutzki, Tel. 0341-2228 7341
      constanze.schill@kommunalentwicklung-sachsen.de

Kommentar:

Mit "Staatskunst" hat die neue Initiative – zur großen Erleichterung – offenbar nichts zu tun. Aber auch der Versuch, eine wie auch immer geartete "Kunstwirtschaft" zu fördern, wäre bedenklich.

Wenn aber die Initiative noch stärker den Mitttelstand für Kunst (und die Künstler) sensibilisiert, dann ist viel gewonnen. Auch das gehört zum Unternehmertum: Die Beförderung von Kunst, Kultur und gesellschaftlicher Weiterentwicklung. Großunternehmen bewegen sich schon lang auf diesem Terrain, mit unterschiedlichen Ansätzen und Vorgehensweisen. Eine Aufgabe des Mittelstandes ist es, vor allem die regionalen Künstler zu unterstützen – doppelt wichtig in Zeiten geringer Konsumkraft.

Thomas Beier


Update:
An die Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft führt ein Beitrag von Tina Beier, der am 22. Februar 2022 unter dem Titel "Faszination Körper in Kunst und Wissenschaft" im Görlitzer Anzeiger erschienen ist.

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  • Quelle: /SMWA /Thomas Beier
  • Erstellt am 21.05.2006 - 10:48Uhr | Zuletzt geändert am 11.02.2022 - 12:48Uhr
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