Informationen zur Sanierung

Görlitz-Zgorzelec. Am Donnerstag, dem 20. September 2007 , informieren um 17 Uhr Planer und Vertreter der Stadtverwaltung vor Ort auf dem Görlitzer Sechsstädteplatz über die dort bevorstehenden Sanierungsarbeiten. Anwohner, interessierte Bürger und Stadträte sind dazu herzlich eingeladen.

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Zur Geschichte des Sechsstädteplatzes

Im Dezember 1898 hatte die damalige Stadtverordnetenversammlung dem Bebauungsplan der späteren Südstadt zugestimmt, der am Schnittpunkt von Jauernicker und Biesnitzer Straße einen fast quadratischen Platz vorsah. Bereits bei Anlage des Sechsstädteplatzes erfolgte auch die Gestaltung der quadratischen Platzfläche. Diese ist von Straßen mit äußeren Bürgersteigen umlaufen und mit diagonal übergreifenden Wegen versehen.

Einer der beiden Wege korrespondiert mit der neuen Kunnerwitzer Straße, wobei diese verlängert wird und so eine Platzdiagonale darstellt. Um die gesamte Platzfläche wurden eine Baumreihe und von Süden, Osten und Westen große, halbrunde, sandgeschlämmte Rondelle in die Außenseiten angelegt. Die 1897 von einer Pferdebahn auf elektrischen Betrieb umgestellte und ab 1898 in ihrem Netz bis zum Jüdischen Friedhof ausgedehnte Straßenbahn umfährt zunächst den Platz rechtwinklig auf seiner Nord- und Westseite.

1899 beginnen die Arbeiten zur Anlage des Sechsstädteplatzes, wobei die gärtnerische Gestaltung des Platzes bereits 1900 beendet wird. Bereits 1913 werden zwei Spielplätze angeordnet.

Die Verlegung der Straßenbahngleise in den Bereich der heutigen Trasse wird 1935 vorgenommen, wie ein Plan des damaligen Städtischen Gartenamtes zeigt. Hierzu war die Verlegung zahlreicher Blumenanlagen und Gehölzbeseitigungen notwendig - aber auch die Nachpflanzung zahlreicher Sträucher oder die Verbesserung von Wegeflächen konnten realisiert werden.

Bis heute hat sich von dieser historischen Platzgestaltung die Diagonalaufteilung erhalten, wobei sich seit 1935 nicht mehr zwei sandgeschlämmte Wege kreuzen, sondern ein sandgeschlämmter Weg und die Trasse der Straßenbahn. Die Rahmung der Platzfläche mit einfacher Baumreihe ist zwar heute in Teilbereichen lückig, prägt jedoch entscheidend das Großgrün des Platzes. Die innere Gestaltung der vier Dreiecke ist, wie seit der Platzanlage kurz nach 1900 und im Jahr 1935 bestätigt, von vollständiger Begrünung geprägt. Die einstigen drei sandgeschlämmten Rondelle an den Außenseiten lassen sich nicht mehr nachvollziehen, sie sind aufgeschüttet.

Die Arbeiten zur Sanierung des Sechsstädteplatzes im Jahr 2007 beginnen in wenigen Tagen. Dabei wird der Platz nicht umgestaltet, sondern vielmehr denkmalgerecht saniert.

Es gilt, Wegeoberflächen zu erneuern und verlorengegangene Pflanzflächen wiederherzustellen. Der einst um den Platz verlaufende Weg und die vorhandene Promenade sollen zukünftig wieder zum Spazierengehen und Verweilen einladen.
Auf dem Mittelpunkt des Platzes, wo Promenade und Straßenbahntrasse aufeinandertreffen, sollen dem historischen Vorbild folgend Bereiche aufgeweitet werden. Für alle Altersgruppen werden Bänke im Bereich der Promenade attraktive Verweilmöglichkeiten bieten. Hier befinden sich die Bereiche der Platzfläche, die durch eine Distanz zum Verkehrsraum auch die Möglichkeit für parkähnliche Erholungsnutzung schaffen.

Die Aufwertung der Rasenflächen schafft bessere Nutzungsmöglichkeiten zum Liegen, Sitzen oder Spielen. Durch das Einbringen von Blumenzwiebeln in die Rasenfläche wird der Blühaspekt der Vegetationsflächen im Frühjahr bereichert.
Die Schnittpunkte des diagonalen Weges werden auch zukünftig durch das Großgrün dominiert. Gehölzflächen an den Anfangs- bzw. Endpunkten der Wege markieren die jeweiligen Eingangsbereiche auf dem Platz. Diese werden entsprechend ihren Standortbedingungen mit bodendeckenden Gehölzen und Stauden sowie einzelnen Solitärgehölzen bepflanzt. Zum Schutz vor Betreten und Befahren werden die Pflanzflächen mit Rabattengeländern eingefasst.

Eine Erweiterung des Spielangebotes und die Verbesserung des Spielwertes auf dem Sechsstädteplatz sind dringend notwendig. Die Bedürfnisse und Erwartungshaltungen der Kinder werden auf dem Sechsstädteplatz momentan nicht erfüllt.
Der vorhandene Spielplatz soll mit Spielangeboten ergänzt und auf dem vorhandenen Areal erweitert werden. Geplant ist ein attraktiver Spielpunkt für Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren, der zum Klettern, Springen und Rutschen einlädt.

Mit der Spielkombination „Taba Laga“ gibt es zukünftig vier Klettertürme mit Verbindungsbrücken, die über verschiedene Elemente erreicht werden können. Damit ist ein guter Ausblick auf den Sechsstädteplatz möglich. Für rasante Abstiegsmöglichkeiten wird gesorgt.

In der Nähe zur Promenade, wo Eltern auf Bänken einen Aufenthaltsort finden, ist eine Sandspielfläche geplant. Drei Häuschen bilden eine kleine Stadt und eine erlebnisreiche Spielwelt zugleich. Durch eine zweite Spielebene locken vielfältige Möglichkeiten: Die Häuschen sind Treffpunkt der kleinen Bewohner, Quatschecke, Höhle, Keller oder Wohnstube. Kommunikation und Nachbarschaftsspiel werden angeregt. Auf der Treppe können die Kinder dem Stadtleben zuschauen.

Eine Sechseckschaukel soll installiert werden. Die Kinder können aufeinander zuschaukeln und sich dabei ansehen. Heranwachsende nutzen die Sechseckschaukel gern als alternatives Sitzgerät zum „Herumhängen“.

Hinsichtlich des Großgrüns werden auf der Grundlage historischer Pläne aus dem Jahr 1935 die Lücken in der umlaufenden Baumreihe artgerecht (Tilia euchlora) geschlossen. Der Baumbestand im Zentrum des Platzes wird derzeit durch beeindruckende und raumbildende Blut-Buchen (Fagus sylvatica ‚Atropurpurea’), Flatter-Ulmen (Ulmus laevis), Roteichen (Quercus rubra) und Hainbuchen (Carpinus betuluis) gebildet, die im Bestand erhalten bleiben.

Bereits im vergangenen Winter 2006/ 2007 wurden Nachpflanzungen aus den 1970/ 1980-iger Jahren entfernt, die nicht dem Gestaltungsprinzip der gründerzeitlichen Gartenanlage entsprachen. Verbesserung der Nutzbarkeit für Erholung und Spiel, der Besonnung sowie die Wiederherstellung der ursprünglichen Raumverhältnisse waren ausschlaggebende Gründe für die Beseitigung.

Besonders die in den nächsten Wochen folgenden Garten- und Landschaftsbauarbeiten werden bis zum Jahresende mit Baulärm und unumgänglichen Behinderungen einhergehen. Schließlich wird die Nutzung des Sechsstädteplatzes mit dem vorhandenen Spielplatz nur eingeschränkt möglich sein. Notwendige Halteverbote im Verkehrsraum schränken die Parkmöglichkeiten für Anwohner ein. Die Stadtverwaltung bittet um Verständnis für unvermeidliche Belästigungen und vorübergehende Einschränkungen.

Die Kosten für die Sanierung des Sechsstädteplatzes betragen rund 250 Tausend Euro, davon werden 75 Prozent über EFRE gefördert.

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  • Quelle: /red
  • Erstellt am 17.09.2007 - 20:58Uhr | Zuletzt geändert am 17.09.2007 - 21:17Uhr
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