Was in den Sternen steht
Görlitz, 25. Juni 2014. Angeblich glaubt ja niemand so richtig an Horoskope, aber - selbstverständlich nur aus purer Neugier - schaut man sie sich doch immer wieder an. Und irgendwie scheint etwas Wahres dran zu sein an jedem Horoskop, oder? Fritz R. Stänker vom Görlitzer Anzeiger hat mit dem Unternehmensberater Thomas Beier darüber gesprochen, ob er denn an Horoskope glaube. "Nein", sagt dieser rundheraus, "aber sinnvoll können Horoskope durchaus sein." Das muss er näher erklären, meint Stänker.
Horoskope nehmen Einfluss auf Verhaltensweisen
Zunächst würden Horoskope die Aufmerksamkeit auf Teilbereiche des Alltags lenken, die für jeden Menschen interessant sind. Dazu zählt Beier das Zusammenleben im Privaten wie auf Arbeit, Gesundheit und Krankheit wie auch Chancen und Risiken. "Man wird durch ein Horoskop praktisch dafür sensibilisiert, was sich bin diesen Lebensbereichen abspielt, und geht achtsamer mit seinen Mitmenschen und sich selbst um."
Das sei zugleich der Ausgangspunkt für ein Phänomen, das die "Selbsterfüllende Prophezeiung" genannt wird. Beier: "Je nachdem, woran man glaubt, wird man Entscheidungen treffen und sein Verhalten ausrichten."
Wer etwa fest davon überzeugt sei, dass auf einer Reise ein Unglück drohe, weil sein Horoskop das voraussagt, der verhalte sich vielleicht übervorsichtig - und könne damit wirklich einen Unfall provozieren, wodurch die Prophezeiung eintrete. Andererseits könne er die Reise verschieben und so den damit verbundenen Gefahren ausweichen; geht später alles gut, hat sich das Horoskop aus Sicht des Reisenden womöglich ebenfalls bestätigt. In jedem Fall aber hat das Horoskop für die Gefahren der Reise sensibilisiert. Andererseits könnten Zuversicht und Optimismus an einem "Glückstag" unbegründete Zweifel beiseite schieben und so Erfolge sichern.
"Selbstverständlich darf man sich nicht zum Spielball machen und den eigenen Verstand ausschalten, um sich völlig blindlings auf Horoskope einzulassen", stellt Beier aber klar, "Wie bei allen anderen Informationen gehört auch Eigenverantwortung zum Umgang damit dazu."
Wo sich Wissenschaft, Astrologie und die alten chinesischen Lehren begegnen
Als Berater sei er gewohnt, auch zunächst als unwahrscheinlich oder sogar unsinnig angesehene Ideen und Informationen nicht sofort vom Tisch zu wischen. "Wer etwas tiefer in die Selbst- und Menschenkenntnis eindringt und weiß, wie das Temperament des Menschen genetisch geprägt ist, findet die daraus resultierenden, teils widersprüchlichen Eigenheiten und typischen Verhaltensweisen von Menschen in den Tierkreiszeichen der Astrologie wieder - mit dem Unterschied, dass es der modernen Hirnforschung immer besser gelingt, die biologischen Hintergründe aufzudecken", erläutert Beier weiter. In dieses Bild würden auch die alten chinesischen Lehren passen. Immerhin sollte man anerkennen, dass Jahrhunderte oder gar Jahrtausende alte Lehren sich wohl nur deshalb erhalten konnten, weil sie in ihren Beschreibungen von neuen Erkenntnissen nie ganz widerlegt wurden."Die moderne Unternehmensberatung nutzt bestimmte Vorgehensweisen, um sich betrieblichen Problemen zu nähern und die eigentlichen Ursachen von Problemen aufzudecken", so Beier weiter. Ein Tarot-Kartenleger mache nichts anderes, als sich mit Hilfe der Karten Zugang zu seinem Gegenüber zu verschaffen. Ein anderes Instrument dazu seien eben die Sterne und die daraus abgeleiteten Horoskope, wie sie beispielsweise auf www.horoskop.de bereitgestellt werden. Sogar zur zurückliegenden Oberbürgermeister-Wahl in Görlitz wurden Horoskope für die aussichtsreichsten Bewerber erstellt und veröffentlicht.
Um Aussagen über die Zukunft eines Unternehmens zu gewinnen, würde Beier die Astrologie jedoch nicht zu Rate ziehen: "Hier sind moderne Entwicklungssysteme gefragt, die allerdings die entscheidenden 'soft factors', die außerhalb der 'harten' Betriebswirtschaft liegen, einbeziehen." Beier lächelt: "Und schon sind wir wieder bei den menschlichen Verhaltensweisen... "



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- Quelle: red | Fotos: © WikiImages / pixabay (ganz oben), PublicDomainPictures / pixabay
- Erstellt am 25.06.2014 - 09:46Uhr | Zuletzt geändert am 06.06.2020 - 08:49Uhr
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