Krankenhausreform: Klinikleitungen beraten gemeinsame Schritte
Görlitz, 17. September 2024. Anfang September trafen sich die Geschäftsleitungen aller acht Krankenhausstandorte des Landkreises Görlitz auf Einladung der Sozialdezernentin Martina Weber. Die Krankenhausreform der Bundesregierung, die grundlegende Veränderungen für alle Klinikstandorte nach sich zieht, war der Anlass des Treffens. Ziel war es, den Verständigungsprozess zu vertiefen, um die medizinische Versorgung im Landkreis langfristig zu sichern.
Der Landkreis Görlitz entwickelt Strategien zur Anpassung an die bundesweite Krankenhausreform.
Foto: © Landratsamt Görlitz
Sicherung der Notfallversorgung im Fokus

Die Zukunft der Notfallversorgung im Landkreis Görlitz war zentrales Thema des Treffens der Klinikleitungen.
Foto: © Landratsamt Görlitz
Thema: Klinikum Görlitz

Das Klinikum Görlitz, korrekt Städtisches Klinikum Görlitz gGmbH, verfügt über mehr als 650 Betten und ist Leiteinrichtung für das Tumorzentrum Ostsachsen. In der vergangen Zeit war eine Kontroverse um eine mögliche Privatisierung oder die Eingliederung in einen Krankenhausverbund entstanden. Auch Protest von Bürgern hat beigetragen, den Status quo als städtisches Unternehmen zu erhalten.
Im Mittelpunkt der Beratungen standen die zukünftigen Herausforderungen für die Notfallversorgung. Neue Qualitätsnormen des Bundes erfordern Anpassungen, insbesondere bei den Strukturen der Notfallversorgung. Auch die stationären und ambulanten Leistungsstrukturen der Kliniken müssen angepasst werden, da Mindestmengen und Personalvorgaben künftig strenger kontrolliert werden. Gemeinsam soll erarbeitet werden, wie die Kliniken trotz dieser neuen Anforderungen die Versorgung der Bevölkerung aufrechterhalten können.
Zudem wurde über mögliche Kooperationsmöglichkeiten gesprochen. Die Krankenhäuser könnten in Zukunft gemeinsame Dienstleistungen wie Laborarbeiten, die Sterilgutaufbereitung oder die Wäschereinigung effizienter gestalten. Dies soll helfen, Ressourcen zu schonen und die Betriebskosten zu senken.
Finanzielle Auswirkungen weiter offen
Die strukturellen Anpassungen, die mit der Krankenhausreform einhergehen, werfen auch wirtschaftliche Fragen auf. Trotz der klaren Vorgaben zu Leistungsgruppen und Mindestmengen bleibt unklar, wie sich diese Veränderungen auf die finanzielle Situation der Krankenhäuser auswirken werden. Eine Lösung für die betriebswirtschaftlichen Herausforderungen wurde bei dem Treffen noch nicht gefunden.
Die Geschäftsleitungen forderten den Freistaat Sachsen auf, Übergangsregelungen zu schaffen, um die medizinische Grundversorgung in der Region sicherzustellen. Besonders wichtig sei dabei, kurzfristig Regelungen zur Sicherung der Liquidität der Kliniken zu schaffen, um die bedarfsnotwendigen Leistungen weiterhin erbringen zu können.
Gemeinsamer Lösungsansatz für den Landkreis
Die Geschäftsleitungen der Krankenhäuser betonten, dass der Verständigungsprozess gemeinsam fortgeführt werde. Ziel sei es, in themenbezogenen Beratungen praxisnahe Lösungen zu entwickeln. Im Ergebnis soll dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales ein nachhaltiger Versorgungsatlas für stationäre Leistungen vorgelegt werden, der insbesondere die Notfallstrukturen sichert.
Martina Weber hob die Bedeutung dieses Treffens hervor. „Es ist ein Novum im Freistaat Sachsen, dass sich Krankenhausstandorte unterschiedlicher Träger in einem Landkreis kooperativ und ergebnisorientiert diesen wichtigen Themen widmen“, erklärte sie. Beteiligt waren unter anderem das Städtische Klinikum Görlitz, das St. Carolus Krankenhaus und die Krankenhäuser in Großschweidnitz, Rothenburg, Zittau, Ebersbach, Weißwasser und Niesky.



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- Erstellt am 16.09.2024 - 21:35Uhr | Zuletzt geändert am 17.09.2024 - 07:41Uhr
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