Polen interessieren sich für Ansiedlung in Görlitz
Görlitz (Zgorzelec), 12. Dezember 2012. Die Polen kommen! Kommen die Polen? Jedenfalls haben sich am 11. Dezember 2012 etwa 80 polnische Unternehmer auf einer Präsentation der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH (EGZ) im Städtischen Kulturhaus (Miesjki Dom Kultury) über die Ansiedlungsbedingungen für ihre Unternehmen in Görlitz informiert. Die Unternehmer kamen aus der gesamten Wojewodschaft Niederschlesien (Dolny Slask) und repräsentierten das produzierende Gewerbe, den Handel, das Handwerk und Beratungsunternehmen.
Informationsveranstaltung der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH zeugt von großem Informationsbedarf polnischer Unternehmen
Die EGZ, Wirtschafts- sowie Steuerberatungsinstitutionen und Banken informierten, welche formalen Abläufe zu einer Unternehmensansiedlung gehören und versuchten, den "Behörden- und Genehmigungsdschungel“ transparent zu machen.
Krzysztof Rudner, Prokurist der in Görlitz ansässigen polnischen Firma TP-Elbud, und Marek Kędzierski, Gründer einer Firma für Restaurierungsbedarf in Görlitz, gaben ihren Landsleuten wichtige Markteinstiegs-Tipps. Sie schilderten als Praktiker ihre positiven Erfahrungen, aber auch die Tücken auf dem Weg von Polen nach Deutschland.
Veranstaltungskonzept geht auf
Dass die vierstündige und für die Teilnehmer kostenfreie Veranstaltung gut ankam, bestätigte der Vorstandsvorsitzende des Handelsunternehmen Hortico S.A. aus Breslau (Wrocław): "Durch die Vielfalt an Themen und die professionelle Organisation hat die Veranstaltung meine Erwartungen voll erfüllt!“ EGZ-Geschäftsführer Lutz Thielemann weiß, warum das Veranstaltungskonzept aufgegangen ist: "Mit der polnischen Sprache und der Wahl eines polnischen Veranstaltungsortes nahmen wir den Teilnehmern mögliche Berührungsängste und zeigten ihnen von Anfang an, dass Sie in Deutschland willkommen sind und dass es hier persönliche Ansprechpartner gibt, die den gesamten Ansiedlungsprozess begleiten und unterstützen.“
Nach Thielemanns Meinung wird das Label "Made in Germany“ gerade für polnische Unternehmen ein immer bedeutenderer Wettbewerbsfaktor. Und er erläutert weitere Wettbewerbsfaktoren: "Die Arbeitnehmerfreizügigkeit, günstige Kostenstrukturen und hohe Fördermittel lassen Görlitz aufgrund der direkten Grenzlage von dieser Entwicklung profitieren. Deshalb bieten wir den Standort aktiv an.“
In den polnischen Medien fand die Veranstaltung der EGZ hohe Resonanz: Kamerateams u.a. des polnischen Staatsfernsehens (TVP) sowie des Senders TVN24 schnitten Teile der Veranstaltung mit.
Erste Ergebnisse
Ihr grundsätzliches Interesse an einer Ansiedlung in Deutschland zeigten 18 der Veranstaltungsteilnehmer an. Mit sieben polnischen Unternehmern wurden weiterführende Gespräche seitens der für Wirtschaftsförderung und gewerbliche Ansiedlungen in Görlitz zuständigen EGZ vereinbart, die in den nächsten Wochen stattfinden sollen.
Kommentar:
Wer bissel was von Marketing versteht, für den hat die Veranstaltung außerordentlichen Erfolg gebracht: Von reichlich tausend eingeladenen Unternehmern waren rund 80 gekommen – Quote: acht Prozent. Von 80 haben 18 Interesse – Quote: 22,5 Prozent, sieben wollen konkrete Gespräche führen – Quote: 8,75 Prozent.
Jetzt gilt es für die EGZ, nicht nur die gewonnenen Kontakte abzuarbeiten, sondern das Veranstaltungskonzept mindestens auch in den Wojewodschaften Oppeln und Schlesien umzusetzen.
Polnischer Geschäftssinn und die Entscheidungsgeschwindigkeit polnischer Unternehmer, die den deutschen Geschäftsleuten manchmal suspekt ist, können sich als Chance für Görlitz erweisen, endlich seiner Rolle im Herzen Europas gerecht zu werden.
Gut gemacht,
meint Ihr Fritz R. Stänker


"Seminar" vom 11.12.2012 im Dom Kultury Zgorzelec
Von Hans-Bernhard Lahme am 14.12.2012 - 13:22Uhr
Ihr Artikel vom 12.12.2012 reiht sich ein in den geradezu irrationalen Überschwang in der Beurteilung des angeblichen Erfolges der o.a. Veranstaltung.
Als deutsch-polnisches Beratungsunternehmen in Zgorzelec - in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Europool in Görlitz als Dienstleister für polnische Unternehmer in Deutschland - konnten wir während und in den Pausen der Veranstaltung ganz andere Töne vernehmen: Es wurde vor allem beanstandet, dass im Wesentlichen für die Selbstdarstellung der Riediger & Partner, Lehleiter & Partner, die Sparkasse OL-NS sowie Immobilien- und Firmenservice Pohl fast schon mißbräuchlich gesorgt worden sei. Vor allem der Auftritt Pohl war geradezu peinlich; denn von einer Information potentieller polnischer Investoren konnte keine Rede sein und die Behauptung, in Polen ansässige Handwerker müssten sich für eine legale Tätigkeit in Deutschland bei der Handwerkskammer registrieren lassen, ist schlichtweg falsch!
Herr Lutz Thielemann als Veranstalter wäre gut beraten gewesen, sich bei der Planung auch hinsichtlich der Kompetenz der vorgestellten Firmen besser zu informieren. Wir sind gerne bereit, ihn dabei fachlich kompetent zu unterstützen.

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- Quelle: red | Fritz R. Stänker
- Erstellt am 12.12.2012 - 16:40Uhr | Zuletzt geändert am 21.01.2022 - 16:11Uhr
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