Frauen zielen auf Erfolg
Ostritz, 13. März 2006. Die Beauftragten für Gleichstellung der Landkreise Löbau-Zittau, Niederschlesischer Oberlausitzkreis, Bautzen und der kreisfreien Städte Görlitz und Hoyerswerda hatten gemeinsam mit dem RegioChance e.V. zur heutigen Veranstaltung "Erfolg ist unser Ziel – Unternehmerinnen geben Impulse" nach St. Marienthal eingeladen. Trotz verschneiter Straßen war der Saal des Internationalen Begegnungszentrums voll besetzt.
Abbildung: Tagungsort Internationales Begegnungszentrum
Tagung in St. Marienthal

Auch wenn es meist nur - wieso eigentlich "nur"? - Einzelunternehmen sind, die von Frauen gegründet werden, so ist doch jede Gründung in unserer strukturschwachen Region ein Zeichen von Mut und Initiative. Unternehmerinnen und Gründungsinteressentinnen informierten sich über die Wege zum Erfolg: Rahmenbedingungen, Fördermöglichkeiten, Chancen und Risken sowie Markttrends.
Die Rednerinnen und Redner – unter anderem Landrat Günter Vallentin in einem Grußwort, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Löbau-Zittau Elke Pratsch und die Zittauer IHK-Geschäftsstellenleiterin Gudrun Laufer – analysierten die Entwicklung in der Region, wiesen auf Hilfen und Förderungen hin und gaben wertvolle Tipps und Hinweise. Petra Eisfeldt als Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte im Regierungspräsidium Dresden stellte ein seit 1999 erfolgreiches Programm zur Förderung von Unternehmerinnen und Gründerinnen im ländlichen Raum vor, mit dem bisher 330 Frauen in Ostsachsen gefördert wurden. In einem Grußwort sicherte der Sächsische Wirtschafts- und Arbeitsminister Jurk den Frauen alle denkbare Unterstützung zu.
An Messeständen präsentierten sich Unternehmerinnen, die als Erfahrungsträgerinnen wertvolle Gesprächpartnerinnen für Gründungsinteressentinnen waren. Die Palette reichte von Ledermoden über Schriftstellerei und Web-Design bis zum Schreibbüro.
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch den Vortrag eines Lachtrainers und ein Puppentheaterstück mit dem verheißungsvollen Titel "Mission: Blühende Landschaften".
Kommentar:
Informationen sind gut und wichtig. Die Rednerinnen und Redner dieses Tages legten Substanz offen, und zwar jenseits des oft zu erlebenden stupiden Aufzählens von Förderprogrammen.
Das Wertvollste an solchen Veranstaltungen wie der heutigen ist aber das Knüpfen von Beziehungen, sei es unter den Unternehmerinnen selbst oder zu den anwesenden Verantwortungsträgerinnen und Macherinnen. Manch guter Gründungsansatz bleibt in der Praxis in den Verwaltungsmühlen stecken, vor allem dann, wenn die Gründerin vorzeitig resigniert. Der Tag in St. Marienthal ermöglichte es den Teilnehmerinnen, ihre Anliegen auf kurzem Wege zu transportieren. So kann schnell Klarheit geschaffen werden über mögliche unterstützende Kräfte und die Realisierbarkeit von Geschäftsideen, Voraussetzung dafür, sich mit der notwendigen Flexibilität immer wieder neu dem Markt zu stellen.
Von wenigen Exoten abgesehen blieb die weibliche Welt zu dieser Veranstaltung unter sich. Wohltuend war, dass zwar die Frauenspezifik deutlich angesprochen wurde, aber die "Frauinnen als höchste Form der Weiblichkeit" nicht zu vernehmen waren. Was sicher am fundierten Inhalt der Tagung lag und ihr gut tat.
Dennoch: Auch wenn "die" Wirtschaft weiblich ist, wird es geschützte Bereiche für Frauen nicht geben. Hat ja was Gutes, schließlich ist erwiesen, dass weibliche Führungskräfte in männlicher Umgebung zu Höchstform auflaufen.
Thomas Beier
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- Quelle: /eig
- Erstellt am 13.03.2006 - 17:26Uhr | Zuletzt geändert am 19.12.2022 - 18:40Uhr
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