Die Wolgarepublik ruft

Nishnij Nowgorod. Sachsen und Nishnij Nowgorod wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit vertiefen. Darum ist nach Moskau die Hauptstadt der Wolgarepublik heute Station auf der Russland-Reise von Sachsens Wirtschafts- und Arbeitsminister Thomas Jurk (SPD) und 45 Unternehmensvertretern, die ihn begleiten. "Mit rund 750 Groß- und Mittelunternehmen, hauptsächlich im Maschinenbau, der Automobilzulieferindustrie und der Nahrungsmittelindustrie, ist die Region für unsere Unternehmen sehr interessant", so Minister Jurk. "Für Sachsen stehen die Türen offen, das wird uns von der Politik und von der Wirtschaft immer wieder bestätigt."

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Löbauer Unternehmen mit von der Partie

Eine "Initialzündung für gemeinsame Projekte" ist nach Ansicht des Wirtschaftsministers das heute gemeinsam mit dem Vize-Gouverneur Victor Klotschai unterzeichnete Protokoll zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Jurk erwartet von diesem Rahmenvertrag mehr Dynamik in den wirtschaftlichen Beziehungen, weil die Unternehmen jetzt unkomplizierter miteinander ins Geschäft kommen können.

Schwerpunktbranchen der Zusammenarbeit werden laut Protokoll der Automobilbau, der Maschinenbau und die Informationstechnik sein. Sachsens Unternehmen sollen u.a. von den hervorragenden Forschungseinrichtungen in Nishnij Nowgorod profitieren. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe im Bereich Maschinen- und Automobilbau werde bereits im Juni zur Zulieferermesse "Z" in Leipzig erstmals zusammentreffen.

Im Vorfeld der Reise hatte es bereits zahlreiche Kontakte gegeben, so dass die sächsischen Unternehmen auf den beiden Foren, dem Kfz-Forum und dem Energieeffizienz-Forum, über konkrete Projekte mit potenziellen Partnern sprechen können.

So wird die Firma Hess Lichttechnik aus Löbau ihre Gespräche mit dem Unternehmen Energoeffekt Nishnij Nowgorod fortsetzen. Ziel ist der Aufbau einer gemeinschaftlichen Produktion und die Beteiligung an öffentlichen Aufträgen. Im März dieses Jahres hatten die Unternehmen bereits vereinbart, im Bereich "Effiziente Straßenbeleuchtung" zusammenzuarbeiten.

Seit Ende vergangenen Jahres gibt es im Rahmen des International Finance Corporation (IFC) in Nishnij Nowgorod auch ein sächsisches Programmbüro, das im Bereich Energieeffizienz Kontakte knüpft und gemeinsame Projekte unterstützt. Mit dem Beitritt Russlands zum Kyoto-Protokoll und einer bis 2010 angestrebten Verdopplung der Industrieproduktion stehen im Energiesektor Milliarden-Investitionen an.

Die Region Nishnij Nowgorod zählt zu den größten und leistungsstärktsten Industriezentren Russlands. Die Hauptstadt gilt als Zentrum des russischen Automobilbaus. Doch auch der Maschinenbau ist stark vertreten. In der Region werden mehr als 50 Prozent aller russischen LKW, mehr als 57 Prozent der Busse und nahezu 8 Prozent der russischen PKW hergestellt.

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  • Quelle: /SMWA
  • Erstellt am 19.05.2006 - 20:43Uhr | Zuletzt geändert am 19.05.2006 - 20:50Uhr
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