Gnadenfrist für Landwirtschaft

Sachsen. Nach Aussage von Agrarminister Roland Wöller steht Sachsens Landwirtschaft vor großen Umbrüchen. Ab 2014 werde es in Europa deutlich weniger Direktzahlungen geben. Mit Riesenschritten bewege sich die Landwirtschaft von einem derzeit noch reglementierten hin zu einem freien Markt. "Der Landwirt wird künftig nur dann erfolgreich sein, wenn er die Gesetze des Marktes genauso gut beherrscht wie die Gesetze der Natur", betonte der Minister. Damit der Rückgang der Direktzahlungen den Landwirt nicht kalt erwische, müsse er sich bereits jetzt intensiv auf die neue Zeit vorbereiten. Ziel eines jeden Betriebes müsse es sein, so Wöller, sich strategisch auf künftige Marktsituationen einzustellen.

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Vom Landwirt zum Unternehmer - Sächsische Landwirtschaft steht vor Umbruch

Aus diesem Grund trafen sich heute in Dresden mehr als 600 Teilnehmer zum 2. Zukunftsforum Landwirtschaft. Neben Vorträgen von EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel und Stefan Tangermann von der OECD aus Paris kamen vor allem Praktiker zu Wort. Nach dem 1. Zukunftsforum in Leipzig im März des vorigen Jahres hatten sich neun Fachgruppen zu den verschiedenen landwirtschaftlichen Bereichen - u. a. ökologischer Landbau, Ackerbau und Tierzucht - gebildet. Diese Gruppen haben ein Jahr lang miteinander diskutiert und ihre Anforderungen für die "Zeit danach" formuliert. Was ist zu tun bis 2013, um im härter werdenden Wettbewerb bestehen zu können? Welche Strategien sind notwendig, welche Maßnahmen müssen ergriffen werden?

Die Ergebnisse ihrer Dialoge wurden auf dem Zukunftsforum vorgestellt und diskutiert. Agrarminister Wöller lobte die konstruktive Auseinandersetzung. "Auch wenn nicht immer alle einer Meinung waren, wichtig ist, dass am Ende die Betriebe erkennen, wo ihre Schwachstellen und wo ihre Stärken liegen. Die Betriebe dürfen nicht stehen bleiben, sondern müssen bereits jetzt Initiative ergreifen", so Wöller weiter. Die Fachforen seien ein erster Schritt und wichtiger Impuls.

Sechs Jahre haben die Landwirte Zeit, um sich umzustellen, zum Investieren und Umstrukturieren. Der Freistaat Sachsen unterstützt die Betriebe dabei. Bis 2013 stehen im Entwicklungsprogramm für den Ländlichen Raum rund 1,2 Milliarden Euro bereit. Dieses Geld dient auch dazu, die Land- und Forstwirtschaft fit zu machen. Sachsen stellt für die Modernisierung der landwirtschaftlichen Betriebe im bundesweiten Vergleich die höchsten Fördersätze bereit. Diese können unter anderem für Investitionen, vor allem in tierhaltenden Betrieben genutzt werden.

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  • Quelle: /red
  • Erstellt am 04.04.2008 - 01:52Uhr | Zuletzt geändert am 04.04.2008 - 01:57Uhr
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