Give me a nickel, give me dime . . .

Weißwasser. Die Nickel Fenster GmbH & Co. KG in Weißwasser hat wieder Licht am Horizont. Mit Hilfe des deutschlandweit ersten und inzwischen nach Darstellung des sächsischen Wirtschaftsministeriums sehr erfolgreichen sächsischen Förderprogramms "Krisenbewältigung und Neustart" ist es Verwalter Rechtsanwalt Helgi Heumann gelungen, das Unternehmen aus der Insolvenz zu führen. Sachsens Wirtschafts- und Arbeitsminister Thomas Jurk besuchte am 16. November 2007 das Lausitzer Unternehmen, um zur Aufhebung des Insolvenzplanverfahrens zu gratulieren und dem neuen Gesellschafter und Geschäftsführer Gottfried Haberhausen viel Erfolg zu wünschen.

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Involvente Firma mit staatlichen Mittel flott gemacht

Jurk sparte in Weißwasser nicht mit Lob: "Insolvenz bedeutet nicht unabwendbar Schließung und Entlassung, sondern wie die Nickel Fenster GmbH zeigt, auch Chance auf einen neuen Anfang." Er würdigte das besondere Engagement von Verwalter und Belegschaft und den beteiligten Gläubigern. Über das sächsische Förderprogramm "Krisenbewältigung und Neustart" wurden die Kosten des Insolvenzplanes bezuschusst sowie ein Neustartkredit bereitgestellt.

Das Wirtschafts- und Arbeitsministerium war im Jahr 2004 der Urheber des Programms "Krisenbewältigung und Neustart" zur Förderung von Sanierungen mittels Insolvenzplanverfahren. Das Programm hat ein Volumen von 16,2 Mio. Euro. Unternehmen in Schwierigkeiten können bei der Sächsischen Förderbank SAB (Sächsische Aufbaubank) die Förderung vom Vorabcheck zur Prüfung der Sanierungsfähigkeit über die organisatorische und finanzielle Unterstützung der Insolvenzplanerstellung bis zum Massedarlehen und der Neustartfinanzierung für Betriebsmittel und Investitionen beantragen. Bisher konnte in 29 Fällen geholfen und damit knapp 1.500 Arbeitsplätze gesichert werden.

Die Nickel Fenster GmbH nahm ihre wirtschaftliche Tätigkeit im Jahr 2003 als Nachfolger der Nickel Bauelemente auf. Das seit 1899 bestehende Unternehmen hat seine Leistungsfähigkeit und Qualität u.a. an repräsentativen Bauvorhaben wie dem Hotel Adlon in Berlin, am Dresdner Hotel Taschenbergpalais und der Prozellansammlung im Dresdner Zwinger bewiesen.

Während der Insolvenzplanverfahrens wurden weitere gute Aufträge akquiriert, so dass 14 neue Mitarbeiter und Auszubildende eingestellt werden konnten.


Kommentar:

Astreiner Kapitalismus ist das jedenfalls nicht, was das Wirtschaftsministerium da treibt. Der Zweck - Erhalt von Arbeitsplätzen - scheint alles zu heiligen.

Sicher ist es gut, Betriebe und Arbeitsplätze zu erhalten. Andererseits hatten wir das schon mal, dass unrentable Betreibe zu Lasten einer ganzen Volkswirtschaft durchgeschleift wurden. Unterm Strich dürfte sich das wohl eher nicht auszahlen. Schau´n wer mal, wie es in fünf Jahren um die Nickel-Firma steht.

Der Dank an Belegschaft und Gläubiger, den der Wirtschaftsminister spendete, hat auch ein Gschmäckle: Welche Alternativen hatte die Belegschaft denn in der strukturschwachen Region? Und den Gläubigern dürfte der Spatz in der Hand lieber gewesen sein als die Taube auf dem Dach.

Nun ja, hoffen wir für die Mitarbeiter, dass die Arbeitsplätze sicher sind und mindestens mindestlohnmäßig anständig bezahlt werden. Hoffen wir für die Wettbewerber, dass sie von der mit staatlichem Odem wiederbelebten Fensterbaufirma nicht zu sehr an die Wand gedrückt werden.

Hoffen darf man ja immer,

hofft Ihr Fritz Stänker

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  • Quelle: /FRS
  • Erstellt am 16.11.2007 - 16:27Uhr | Zuletzt geändert am 16.11.2007 - 16:48Uhr
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