LMBV gräbt neuen Kanal

Senftenberg | Großkoschen. Auf der größten Landschaftsbaustelle Europas wurde am 16. Oktober 2007 der Bau eines künstlichen Verbindungskanals zwischen Senftenberger und Geierswalder See symbolisch gestartet. In der Nähe des Senftenberger Ortsteils Großkoschen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz griffen die auch für die Lausitz zuständigen Ministerpräsidenten Brandenburgs und Sachsens, Matthias Platzeck und Prof. Dr. Georg Milbradt, mit zum Spaten. Der Bürgermeister der Anrainerkommune Senftenberg, Andreas Fredrich und der Chef des Projektträgers Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), Dr. Mahmut Kuyumcu vervollständigten die Riege der Akteure.

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Bau eines schiffbaren Überleiters zwischen Senftenberger und Geierswalder See von Ministerpräsidenten und Projektträger LMBV gestartet

Neben drei bereits offiziell fertiggestellten Verbindungen zwischen dem Geierswalder (620 Hektar) und Partwitzer See (1.120 Hektar), dem Sedlitzer (1.330 Hektar) und Partwitzer See sowie dem Sedlitzer und Geierswalder See sind zwei weitere Verbindungen im Bau. Insgesamt sollen 13 Überleiter entstehen. Damit erhält das Lausitzer Seenland neben seiner Künstlichkeit durch seine Vernetzung ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für die wassertouristische Vermarktung. Die insgesamt zehn zu verbindenden Bergbaufolgeseen schließen den bereits 1973 fertig gefluteten Senftenberg See (1.300 Hektar plus 300 Hektar Naturschutzinsel) mit in das schiffbare neue Kerngebiet des Lausitzer Seenlandes (zus. ca. 7.000 Hektar) ein. Dazu gehören außerdem der Ilse-See (770 Hektar), die Blunoer Südsee (350 Hektar), der Sabrodter See (136 Hektar), der Spreetaler See (314 Hektar) sowie der Bergener See (113 Hektar) und der Neuwieser See (632 Hektar).

Der Vorsitzende der LMBV-Geschäftsführung, Dr. Mahmut Kuyumcu machte in seiner Begrüßung zum Spatenstich noch einmal deutlich: „Braunkohlesanierung, das heißt der Aufbau einer neuen attraktiven Landschaft hier zwischen Spreewald und Dresden, wo einst durch die extensive Braunkohlegewinnung die Natur und Landschaft über Gebühr beeinträchtigt und eine Mondlandschaft hinterlassen hatte. Drei der schiffbaren Kanäle sind bereits fertig gestellt; zwei befinden sich im Bau. Und für den sechsten werden wir gleich den Baustart freigeben. So ist der heutige Tag einer der Erntetage der weitsichtigen Entscheidungen der beiden Bundesländer. Aber ein besonderer Erntetag.“

Kuyumcu unterstrich weiter: „Ende dieses, aber spätestens Anfang des nächsten Jahrzehnts, wird der Seenverbund im Lausitzer Seenland fertig gestellt sein. Bis dahin werden auch, davon gehe ich fest aus, die weiteren Visionen Stück für Stück konkrete Gestalt erhalten. Wasserlandeplätze, Schwimmende Häuser, Marinas sind bereits da. Vielfältige neue Nutzungsprojekte, „teils klein aber fein“, teils „großflächige“ Projekte, vornehmlich der privaten Investoren, werden unserem Lausitzer Seenland zunehmend stärker eine nachhaltige attraktive Zukunft verleihen. Ich bin persönlich davon überzeugt, dass das Lausitzer Seenland noch in absehbarer Zukunft eine überregionale, ja sogar über Deutschland hinausreichende, Ausstrahlung bekommen wird.“

Zum Überleiterbauwerk: Der Kanal wird ca. 1.050 Meter lang werden. Er ist mit einer Schleuse versehen, um den Höhenunterschied von ca. zwei Metern zwischen den Gewässern überwinden zu können. Eine Besonderheit sind im Verlauf des bis zu 70 Meter breiten Kanals zwei Tunnelbauwerke: an einer Stelle wird die Bundesstraße 96 mit 64 Metern unterquert und an anderer Stelle der Fluss Schwarze Elster auf rund 90 Meter Länge untertunnelt. Die ersten Sportboote und Ausflugsschiffe werden voraussichtlich 2010 verkehren können. Die Schleuse ist wie alle anderen Bauwerke für Boote bis 3,30 Höhe und bis zu 28 Meter Länge ausgelegt.

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) ist seit 1994 als Projektträgerin für die Wiedernutzbarmachung der nicht privatisierten Braunkohleareale im Auftrag des Bundes und der ostdeutschen Braunkohleländer tätig.

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  • Quelle: /red
  • Erstellt am 16.10.2007 - 21:15Uhr | Zuletzt geändert am 16.10.2007 - 21:15Uhr
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