Coronavirus belastet weiter die Börse

Bild zu Coronavirus belastet weiter die BörseGörlitz, 4. März 2020. Die Finanzmärkte haben in den vergangenen Wochen teilweise recht heftig auf die Verbreitung des neuen Coronavirus reagiert. Das konnte man zum Beispiel am DAX ablesen, der zuletzt deutlich einbrach. Gleiches gilt auch für den amerikanischen S&P-500-Index, der deutlich breiter aufgestellt ist. Besonders große Sorgen bereiten den Anlegern, dass es für die wichtigen Indizes aktuell scheinbar dauerhaft bergab geht. Daher stellt sich schon die Frage, mit welcher Entwicklung in der näheren Zukunft an den Aktienmärkten zu rechnen ist. Wird es eine dauerhafte Talfahrt geben und soll man vielleicht sogar komplett aus den Aktien aussteigen?

Seitdem Zinsen auf das Ersparte nicht mehr attraktiv sind, sind Wertpapiere als Alternative stärker im Gespräch. Für Anleger bringen Kursschwankungen jedoch mehr Aufregung mit sich, grundsätzlich ist ein langer Atem gefragt
Symbolfoto: Csaba Nagy, Pixabay License
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Ein Blick in die Historie

Schaut man sich die Entwicklung des S&P im Verlauf der vergangenen 30 Jahre genauer an, dann stellt man schnell fest, dass ein Tagesverlust von drei Prozent und mehr nicht ungewöhnlich ist. Seit dem Jahr 1990 gab es einen solchen Verlust sogar schon 80 Mal, was im Durchschnitt einem solchen Rückgang rund alle vier Monate entspricht. Nach einem solchen Ereignis dann jeweils das Depot komplett zu räumen macht wohl keinen Sinn. Aus einem anderen Grund war die jüngste Entwicklung aber trotzdem ungewöhnlicher, als es der reine Kursverlust annehmen lässt. Wer sich dafür tiefergehend interessiert: Viele interessante Informationen rund um den Börsenhandel gerade auch für Anfänger findet man auf www.trading-fuer-anfaenger.de/

Deutlicher Risikoanstieg

Am US-Aktienmarkt stieg das Risiko deutlich, wenn man den Volatilitätsindex vom S&P 500 als Maßstab nimmt. Der sogenannte VIX nahm auffällig zu und sprang zwischenzeitlich von 17,1 enorm hoch auf einen Wert von 25,0. Andererseits ist eine solche Volatilität für diesen amerikanischen Index jedoch kein besonders hoher Wert. In seiner langen Geschichte von inzwischen 30 Jahren gab es beim S&P 500 bereits an über 1.200 Tagen einen solchen Anstieg. Als ungewöhnlich kann man eigentlich erst einen relativen Anstieg von über 45 Prozent bezeichnen. Denn einen stärkeren Sprung machte der VIX in der Vergangenheit lediglich an acht Tagen.

Gibt der kürzliche Risikoanstieg aber berechtigten Anlass sich Sorgen zu machen? Den stärksten Anstieg beim VIX gab es im Februar des Jahres 2018, als dieser Volatilitäts-Index sich innerhalb von zwei Handelstagen verdoppelte. Dieser Anstieg hatte damals aber keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung des S&P 500, und zwar weder kurzfristig noch mittelfristig. Vielmehr stieg das amerikanische Börsenmeter damals bereits im nächsten Monat um 2,9 Prozent und über eine Zeitspanne von einem halben Jahr betrachtet sogar um 7,6 Prozent. Eine negative Performance bezogen auf den Folgemonat gab es im Laufe der Zeit beim S&P 500 in früheren Jahren übrigens nur nach sieben von 25 Risikoschocks. Auch bei einer Betrachtung einer Zeitspanne von zwölf Monaten konnte der genannte Index sich bis auf wenige Ausnahmen (drei von 24) immer innerhalb eines Jahres deutlich erholen.

Nicht panisch auf die ersten Kurseinbrüche reagieren

Kann man aus diesen Entwicklungen in der Vergangenheit ableiten, dass man sich wegen der Entwicklung an den Börsen aufgrund des Coronavirus keine Sorgen machen muss? Das kann man so nicht sagen, denn bei einem steigenden Risiko auf hohem Niveau können die Börsen durchaus langfristiger schwächeln. Aber trotzdem gibt es aktuell keinen Anlass aufgrund des Coronavirus in Panik zu verfallen. Das gilt sowohl für das normale alltägliche Leben als auch für den Handel an den Börsen.

Daher empfiehlt es sich, weiter besonnen zu reagieren und das eigene Depot stets im Blick zu behalten. Ein sofortiges Handeln nach einem solchen Ereignis ist jedoch bei einer risikobasierten Strategie nicht zu empfehlen. In den USA zeigte sich der Dow-Jones zu Wochenbeginn im Aufwind nachdem es in der Vorwoche noch massive Verluste gab. Das lag vor allem auch an angekündigten Zinssenkungen der Notenbanken.

Rechtlicher Hinweis:
An der Börse können die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse von den Erwartungen abweichen, insbesondere lassen sich aus Entwicklungen der Vergangenheit keine zuverlässigen Aussagen für die Zukunft ableiten. Mit diesem Beitrag wird keine Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder zur Zeichnung von Wertpapieren oder sonstigen Titeln gegeben. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Gewähr übernommen.

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  • Quelle: red | Foto: PIX1861 / Csaba Nagy, Pixabay License
  • Erstellt am 04.03.2020 - 12:31Uhr | Zuletzt geändert am 04.03.2020 - 13:22Uhr
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