Welche Chancen bietet der 3D Druck?

Bild zu Welche Chancen bietet der 3D Druck?Görlitz, 3. März 2020. Das Fabmobil, das mobile Fabrikationslabor des constitute e.V. aus Dresden, hat es mit seinem 3D Drucker auch in Görlitz und Zittau eindrucksvoll gezeigt: Der 3D Druck bietet revolutionäre kommerzielle Möglichkeiten und Chancen für jede Branche. Unter anderem im medizinischen und im technischen Bereich wird das Verfahren bereits seit mehr als 30 Jahren genutzt und gewinnt weiter an Bedeutung.

Modell eines Differentialgetriebes, zusammengebaut mit Zahnrädern aus dem 3D Drucker
Foto: Michaił Nowa, Pixabay License, Bild bearbeitet
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Ersatzteilfertigung on demand spart Lagerkapazitäten und Material

Bild zu Ersatzteilfertigung on demand spart Lagerkapazitäten und Material
Gesteuert von einem Computer druckt ein 3D Drucker Schicht auf Schicht. Je nach Werkstoff werden die gedruckten Partikel auf unterschiedliche Weise miteinander fest verbunden
Grafik: Mohamed Hassan, Pixabay License

Das Besondere am 3D Druck ist die Individualität, die es ermöglicht, Fertigungsprozesse zu flexibilisieren. Neben dem Produktdesign kann in bestimmten Fällen sogar der Produktionsstandort schnell geändert werden, was Lieferprozesse wie auch unternehmensinterne Abläufe generell von Grund auf ändert.

Obwohl viele Menschen denken, der 3D Druck sei noch in der Entwicklungsphase, weil recht wenig über ihn berichtet wird, findet diese neue Technologie bereits erfolgreich Anwendung in vielen Branchen und Bereichen. Die Frage danach, weshalb sich der 3D Druck in den Schlagzeilen der Medien kaum wiederfindet, kann nicht mit den Argumenten beantwortet werden, diese Technologie sei gescheitert oder befinde sich noch in der Probephase oder biete keinen Mehrwert – im Gegenteil, im Zuge der Digitalisierung verdient sie höchste Aufmerksamkeit, denn die Realität sieht anders aus!

Vorteile des 3D Drucks

Es ist gar nicht Sinn und Zweck, mit dem 3D Druckverfahren der Massenproduktion Konkurrenz zu machen, das wird so wohl auch nicht kommen. Vielmehr handelt es sich beim 3D Druck als vollwertiger Produktionsmethode um einen eigenständigen Fertigungsprozess, der mit sich bringt, dass Unternehmen Teile ihrer Arbeit nicht an andere Unternehmen übertragen müssen. Somit werden wichtige Ressourcen wie Zeit und Lieferkosten bzw. Frachtgebühren gespart und auch der Gewinn, den der Zulieferer kalkuliert, bleibt im eigenen Haus.

So kann etwa die Installation eines 3D Druckers im Lager wahre Wunder bewirken: Für die Ersatzteilhaltung beispielsweise in der Automobilindustrie ermöglicht der 3D Druck, die Herstellung überschüssiger Ersatzteile, die niemals genutzt werden, zu vermeiden. Anbieter wie der 3D Druck Berlin öffnen die Türen für eine bedarfsgerechte und kostengünstige Produktion, die gleichzeitig keine Materialverschwendung hervorruft. Während der Schicht-für-Schicht-Fertigung platziert das additive Verfahren das Material nur dort, wo es wirklich gebraucht wird, anders gesagt: Es wird nur so viel Material benutzt, wie für ein fertiges Teil gebraucht wird, es entsteht kein Materialabfall. Dies bringt neben dem reduzierten Arbeitsaufwand noch den positiven Nebeneffekt der Materialeinsparung mit sich. Sogar im Weltraum findet der 3D Druck Anwendung: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Internationalen Raumstation ISS haben angekündigt, Wartungsinstrumente im 3D Druckverfahren herzustellen.

Die Zukunft des 3D Drucks

Es ist zu erwarten, dass in der Zukunft – wie experimentell bereits heute – ganze Instrumente, Gebäude und sogar Zentren mithilfe des 3D Druckes erstellt werden. Die Idee, dreidimensionale Objekte drucken zu können, gehört dem japanischen Wissenschaftler Hideo Kodama, weil er in den 1980er Jahren das erste Patent für die neue Technologie angemeldet hat. Seitdem wurden mehrere additive Druckverfahren erforscht und auf den Markt gebracht. Selbst an der TH Karl-Marx-Stadt (heute TU Chemnitz) beschäftigte man sich bereits Mitte der Achtzigerjahre mit dem Rapid Prototyping, der schnellen Herstellung von Funktionsmustern, auf Basis des 3D Drucks.

Heute sind 3D Drucker sogar für Privathaushalte erschwinglich. In der Medizin findet das Druckverfahren bereits bei der Herstellung von ärztlichen Hilfsmitteln und Prothesen Anwendung. Menschliche Organe mit einem 3D Drucker herzustellen gelang bisher zwar nicht, dennoch bietet der 3D Druck viel Hoffnung für alle Branchen – in der Gegenwart sowie für die Zukunft.

3D Druck in der Holz- und Metallverarbeitung

Es ist auch möglich, mit einem 3D Drucker Materialien wie beispielsweise Holz, Edelstahl, Aluminium, Kunststoff oder Metall zu verarbeiten. Dennoch kann es sein, ein Werkstück fräsen zu müssen, weil seine Geometrie für den aufbauenden Druck nicht geeignet ist. Wer deshalb zum Beispiel CNC fräsen lassen möchte, dem kann bei 3D Druck-Anbietern unter Umständen ebenfalls geholfen werden: Dann werden mit einer CNC-Fräse 3D-Teile aus unterschiedlichen Materialien mit Fräswerkzeugen spanabhebend hergestellt. So ermöglicht 3D Druck Berlin Kunden, die CNC fräsen lassen möchten, ihre Teile auf diese Weise herzustellen.


Kommentar: Beam me up, Scotty!

Der 3D Druck gehört zweifelsohne zu den Technologien mit großem Zukunftspotenzial. Im Zusammenhang mit dem Strukturwandel und der Digitalisierung ermöglicht der 3D Druck neue Geschäftsfelder auch in strukturschwachen Regionen. Wer auf diesem Gebiet Erfahrungen mit unterschiedlichen Materialien und Beanspruchungen der hergestellten Teile sammelt, hat die Nase vorn. Die Investitionen dafür dürften überschaubar sein, der Markt trotz der wachsenden Zahl der Anbieter gewaltig.

Und noch etwas ermöglicht der 3D Druck: Werkstücke über große Entfernungen zu beamen, indem das Teil am Sendeort gescannt und nach der Datenübertragung am Empfangsort in 3D wieder gedruckt wird. Während Captain Kirk leise lächelt, darf über Anwendungen nachgedacht werden,

meint Ihr Thomas Beier

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  • Quelle: red | Kommentar: Thomas Beier
  • Erstellt am 03.03.2020 - 13:08Uhr | Zuletzt geändert am 03.03.2020 - 15:12Uhr
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