Berufliche Weiterbildung: Der Joker für den zukünftigen Arbeitsmarkt

Görlitz, 17. Mai 2019. Der Strukturwandel in der Lausitz, der das Wirtschaftszeitalter der Braunkohle beenden soll, ist in aller Munde. Allerdings wäre es naiv, die Verantwortung für neue Arbeitsplätze nur der Politik oder der Wirtschaft allein zuzuschieben, denn auch die Arbeitnehmer müssen sich "frisch" machen. Aber das ist im Grunde nichts Neues, generell gilt: Wer heutzutage als Arbeitnehmer in der immer schneller werdenden Arbeitswelt mithalten möchte, muss eine ständige Lernbereitschaft an den Tag legen und sich stetig weiterbilden. Aber warum ist das Thema Weiterbildung überhaupt allgegenwärtig und welche Bereiche sind besonders davon betroffen? Warum sind Weiterbildungen auch für spätere Gehaltsverhandlungen interessant und welche Chancen können sich noch daraus ergeben? Der Görlitzer Anzeiger hat Fragen gestellt und Antworten formuliert.

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Gefragt sind Mitarbeiter, die durch Weiterbildung Flexibilität bewiesen haben

Warum wird das Thema Weiterbildung für viele Arbeitnehmer immer wichtiger und warum ist dies besonders für spätere Gehaltsverhandlungen interessant?

Es ist heute fast unmöglich einen Job auf Lebenszeit zu finden. Deshalb sind Weiterbildungsmaßnahmen für jeden sinnvoll, der sein Wissen in einem bestimmten Bereich verbessern und vertiefen möchte. Arbeitnehmer, die sich als lernwillig entpuppen und stets Interesse an Neuerungen zeigen, sorgen so oft für eine größere Sicherheit ihrer Arbeitsplätze. Darüber hinaus bringen Weiterbildungen auch Freude am Bewältigen neuer Herausforderungen mit sich sowie eine persönliche Weiterentwicklung. Diese Aspekte eröffnen innerhalb eines Unternehmens ganz neue Chancen, wie beispielsweise eine Beförderung oder Gehaltserhöhung durch Weiterbildungen. Zudem steigt zeitgleich der Wert des Arbeitnehmers auf dem gesamten Arbeitsmarkt, wenn ein Jobwechsel ansteht.

Für welche Unternehmensbereiche und Branchen gilt dies ganz besonders?

Die Arbeitswelt dreht sich immer schneller, was natürlich auch den Personalabteilungen stark zu schaffen macht. Während die Marktentwicklungen vor etwa 15 Jahren noch überschaubar und recht stabil waren, so hat sich seitdem eine ganze Menge verändert – und zwar in allen Branchen. Die sich ständig verändernden Marktbedingungen sind für viele Unternehmen zu einem großen Risiko geworden, welches sich nur schwer kalkulieren lässt. Der technische Fortschritt ist natürlich sehr wertvoll, aber gleichzeitig auch in vielen Facetten unberechenbar, so dass in vielen Bereichen ein allumfassendes und vor allem modernes Wissen vorausgesetzt wird. Technik, Elektronik und Software gehören heutzutage fest in ein modernes Unternehmen und natürlich gehen auch die Digitalisierung und Globalisierung nicht spurlos an den deutschen Unternehmen vorbei. Besonders für jüngere Arbeitnehmer gehört die sogenannte "Anpassungsfortbildung" deshalb schon fast zum Berufsalltag.

Worauf kommt es bei der beruflichen Weiterbildung an und warum können externe Angebote hier besonders attraktiv sein?

Sollen sich durch Weiterbildungen beruflich neue Türen öffnen, ist die Eigeninitiative des Mitarbeiters entscheidend. Im Grunde kann auch derjenige, der sich zum Techniker oder Meister weiterbilden lässt, letzten Endes genauso gut verdienen wie etwa ein Akademiker oder ein Jurist. Das Personal ist für viele Unternehmen zu einer wichtigen Ressource geworden, die unerlässlich für den wirtschaftlichen Erfolg ist. Das gilt sowohl für Nachwuchsführungskräfte und -fachleute wie auch für alle anderen Hierarchieebenen - vom wissbegierigen Berufseinsteiger bis zum langjährigen Mitarbeiter, der nochmal eine Herausforderung sucht. Hier sind nicht nur betriebsinterne Weiterbildungen interessant, sondern auch externe Angebote erweisen sich als äußerst sinnvoll, wie etwa spezielle Weiterbildungsangebote im IT-Bereich. Wer sich für eine betriebsexterne Weiterbildung entscheidet, steigert durch seine damit bewiesene Eigeninitiative den eigenen Marktwert erheblich.

Warum ist besonders das Thema Weiterbildung im IT-Bereich im Rahmen der Digitalisierung wichtig?

Schon seit vielen Jahren befindet sich die IT-Branche im Aufschwung, was zur Folge hat, dass in dem Bereich ein erhöhter Bedarf an qualifiziertem Personal vorherrscht. Auch der rasante technische Fortschritt ist ein wesentlicher Grund für den IT-Fachkräftemangel in Deutschland, der schon jetzt teilweise dramatische Züge annimmt. Immer mehr freie Stellen bleiben unbesetzt, weil es schlicht und ergreifend an geeigneten Bewerbern fehlt. Für ein Unternehmen kann dies unter anderem starke Umsatzverluste zur Folge haben, weil beispielsweise Aufträge von Kunden abgelehnt werden müssen.

Warum ist das Thema Weiterbildung sowohl für Arbeitnehmer als auch Unternehmen ein Mehrwert?

Um zu verhindern, dass es durch einen Mangel an geeignetem Personal zu Umsatzeinbußen kommt, ist es für ein Unternehmen unerlässlich, auf das Potenzial und das Wissen der einzelnen Mitarbeiter bauen zu können. Nur so können wichtige Wachstumschancen auf dem Markt wahrgenommen werden. In der heutigen Zeit muss ein Arbeitnehmer flexibel sein, die neuesten Trends im Auge behalten können und sich stetig an Veränderungen anpassen. Besonders im IT-Bereich hat sich dies stark ausgeprägt, aber auch im klassischen Maschinenbau, in den Medien oder im medizinischen Sektor. Nur durch geeignete Weiterbildungen können Mitarbeiter hier den Überblick behalten.

Fazit

Weiterbildungen sind heute wichtig, um im Job auf dem Laufenden zu bleiben oder auch um etwas völlig Neues zu lernen. Häufig ist die Teilnahme an Weiterbildungsangeboten unerlässlich, denn sie kann notwendig sein, um im Beruf zu bleiben oder sich neu orientieren zu können. Gleichzeitig bringt sie Arbeitnehmern auch weitere Vorteile – besonders, wenn es um finanzielle Aspekte geht.

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  • Quelle: red
  • Erstellt am 17.05.2019 - 15:10Uhr | Zuletzt geändert am 18.10.2019 - 18:33Uhr
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