Neue Industrieflächen für Görlitz-Hagenwerder

Görlitz, 27. November 2018. Görlitz hat ein Problem: Es wird eng – nicht etwa, was erschwinglichen Wohnraum oder die Lebensqualität betrifft, sondern es geht um Flächen für die Ansiedlung von Industrie. Vor diesem Hintergrund gehen die Städte Görlitz und Ostritz in der Gewerbe- und Industrieflächenentwicklung nun gemeinsame Wege. Vor allem geht es dabei um weitere Flächen im Industrie-und Gewerbegebiet Görlitz-Hagenwerder.
Abbildung: Zwischen Görlitz und dem Ortsteil Hagenwerder liegt ein schmaler Landstreifen zwischen der Bundesstraße 99 und der Lausitzer Neiße, die Deutschland mit Polen verbindet. Das Industrie- und Gewerbegebiet liegt weiter südlich

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Gemeinsame Studie der Städte Görlitz und Ostritz

Görlitz hat ein Problem, das sich andere Kommunen wünschen, ist den Worten von Andrea Friederike Behr, Geschäftsführerin der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH, der stadteigenen Wirtschaftsfördergesellschaft, zu entnehmen: "Die wenigen uns noch zur Verfügung stehenden Flächen reichen nicht aus, um aktuelle Investorenfragen zu bedienen. Für eine aktive Ansprache von Investoren müssen wir in Görlitz neue Spielräume schaffen." Behr sucht daher in Abstimmung mit der Stadtverwaltung Görlitz Möglichkeiten für neue Flächen.

Bei der Suche nach neuen Industriegebieten ermitteln die Görlitzer nun gemeinsam mit der südlich gelegenen Kleinstadt Ostritz mögliche Entwicklungspotenziale. Immerhin berühren sich die Stadtgebiete im Bereich des früheren Kraftwerks Hagenwerder III. Die dazu durchgeführte Studie untersucht ein Gebiet von 38 Hektar Fläche, wovon 12 Hektar auf der Gemarkung Görlitz liegen.

Diese Studie ist wichtig, weil Voraussetzung für alle weiteren denkbaren Entwicklungsschritte. Für das egozentrierte Görlitz gleicht der Zusammengang mit Ostritz wohl einem Kobolzsprung. "Ich freue mich sehr, dass wir in lösungsorientierter Zusammenarbeit wichtige Grundlagen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung gelegt haben, weil davon alle profitieren", raspelt der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege das Süßholz.. Ein wichtiger Partner im Vorhaben ist die LEAG Lausitz Energie Kraftwerke AG, der Braunkohleförderer und -verstromer.

Marion Prange, Bürgermeisterin von Ostritz, wittert Morgenluft für das Neißestädtchen: "In Zeiten allgemeiner Ressourcenknappheit einerseits und der positiven Wirtschaftsprognosen der kommenden Jahre andererseits Industrie- und Gewerbeflächen brach liegen zu lassen, ist für eine kleine Stadt wie Ostritz wirtschaftlich undenkbar. Deshalb wollen wir schnell die Rahmenbedingungen für eine gezielte Investorenansprache schaffen. Ein erster Baustein ist diese Studie, die uns in die Lage versetzt, die Chancen der Stadt Ostritz realistisch einzuschätzen. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Görlitz und die Unterstützung durch die LEAG sind der richtige Weg zur richtigen Zeit."

Eine Vorstellung der Ergebnisse wird zum Ende des ersten Quartals 2019 erwartet.

Wo liegt das Problem?

Aktuell verfügt die Stadt Görlitz zwar über 35 Hektar Gewerbeflächen und 25 Hektar Industrieflächen, doch davon sind nur noch 10,3 Hektar netto Gewerbefläche im Gewerbegebiet Klingewalde und 5,1 Hektar netto Gewerbefläche im Gewerbegebiet Hagenwerder-Nord verfügbar. Manko: Der Zuschnitt und die Lage dieser Flächen machen eine Vermarktung elende schwierig.

Ganz anders die Situation in Ostritz: Hier gibt es mit dem Gewerbegebiet in der Stadt aktuell eine verfügbare Fläche von zweieinhalb Hektar, doch im Industrie- und Gewerbegebiet Hagenwerder liegen aktuell mehr als zehn Hektar in größeren Parzellen brach. Warum? Als Problem erweist sich dabei unter anderem der Erschließungsgrad der Flächen, denn die Infrastruktur wurde einst für den Kraftwerksbetrieb mit rund 3.000 Arbeitnehmern geschaffen und in den vergangenen Jahren aufrechterhalten – doch inzwischen sind auf Ostritzer Flur nur rund 150 Beschäftigte in zwei Industrie- und Gewerbeeinheiten beschäftigt.

Blick nach Görlitz-Schlauroth

Um Unternehmen und Investoren attraktive Angebote für Ansiedlungen und Erweiterungen machen zu können, entwickelt die Stadt Görlitz das Gewerbegebiet Schlauroth mit insgesamt bis zu 20 Hektar Fläche; die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes ist für Anfang 2020 geplant.

Die Erweiterung des Industrie- und Gewerbegebiets Görlitz-Hagenwerder würde unabhängig davon die Attraktivität des Görlitzer Wirtschaftsstandortes sowie der Region weiter steigern und die Zusammenarbeit der Städte Görlitz und Ostritz festigen.

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  • Quelle: red | Foto: © Görlitzer Anzeiger
  • Erstellt am 26.11.2018 - 17:56Uhr | Zuletzt geändert am 27.11.2018 - 05:59Uhr
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