Industrie 4.0: Industrie und Gesellschaft im Wandel
Görlitz, 24. September 2018. Der Begriff Industrie 4.0 ist derzeit in aller Munde, auch in Bezug auf Unternehmen in Görlitz und Umgebung. Menschen, Produkte und Maschinen vernetzen sich in der Produktion durch moderne Kommunikations- und Informationstechnik. Aber was verbirgt sich hinter dem Ausdruck genau und für welche Bereiche wird die Industrie 4.0 besonders relevant werden? Welche Chancen und Risiken bringt sie für Unternehmen mit und welche neuen Herausforderungen ergeben sich für die Gesellschaft?
Abbildung oben: An vielen Stellen, an denen gegenwärtig in der Industrieproduktion der Mensch noch als Planer, Bediener und Optimierer notwendig ist, wird er im Zuge von Industrie 4.0 entbehrlich. Neue sinnstiftende Tätigkeiten außerhalb der klassischen Wertschöpfung werden deshalb immer wichtiger
Was bedeutet der Begriff Industrie 4.0?
Der Begriff Industrie 4.0 bezeichnet ein Zukunftsprojekt im Bereich der Hightech-Strategie der Bundesregierung Deutschland, mit dem die Transformation der Fertigungstechniken vorangetrieben werden soll. Diese gewährleistet die gesamte Vernetzung in der Produktion, so dass in Zukunft alle Bausteine der Produktion untereinander kommunizieren können. Auch zwischen anderen Ebenen wie Maschinen, Produkten und Menschen soll diese Kommunikation stattfinden. Kunden und Lieferanten lassen sich ebenso mit in das Netzwerk einbinden – das macht nicht nur eine schnellere, sondern zudem eine weitestgehend fehlerfreie Produktion möglich.
Viele Experten sind sich daher sehr sicher, dass es durch die Industrie 4.0 insgesamt zu einer deutlichen Verbesserung in der Produktion kommen wird und dass die gesamten Vorgänge innerhalb der Unternehmen revolutioniert werden. Allerdings muss man natürlich auch in die neuen Technologien investieren, um den zukünftigen deutlich höheren Anforderungen gewachsen zu sein.
Diverse Chancen von Industrie 4.0
Die Ziele von Industrie 4.0 laufen auf intelligente Fabriken (smart factories) hinaus, die sich durch eine ergonomische Gestaltung, Ressourceneffizienz, Wandlungsfähigkeit und die Integration von Geschäftspartnern sowie Kunden auszeichnen. Den Produktionssystemen ist der aktuelle Produktionsstand bekannt, sie wissen, wo sich die notwendigen Elemente befinden und kennen notfalls sogar alternative Möglichkeiten, damit der Fertigungsablauf stets gesichert werden kann.So kann es im Grunde so gut wie nie zu einem Ausfall in der Produktion kommen und auch ein Mangel an Rohstoffen oder Produktionsteilen ist nahezu ausgeschlossen. Letzten Endes geht es bei der Industrie 4.0 auch darum, die Menschen besser bei ihrer Arbeit, die zunehmend komplexer wird, unterstützen zu können. Auch auf die Kundenforderungen kann deutlich schneller reagiert werden. So kann sich das Unternehmen auch künftig auf dem Wettbewerbsmarkt durchsetzen und konkurrenzfähig bleiben.
Risiken von Industrie 4.0
Die hohen Investitionen, die für mittelständische Unternehmen sowie auch die lokale Wirtschaft in Görlitz anstehen, gehören hingegen ganz klar zu den Risiken der Industrie 4.0. In vielen Fällen sind noch keine durchgängigen Systeme im Mittelstand vorhanden, so dass diese erst einmal eingeführt werden müssen, um überhaupt die Industrie 4.0 nutzen zu können. Hier ist kurzfristiges Handeln meist unumgänglich. Auch die großen Datenmengen, die bewältigt werden müssen, sind in gewisser Weise ein Risiko. Es muss von Anfang an dafür gesorgt werden, dass jeder auch nur die Daten bekommt, die für seine Zwecke relevant sind. Hier kommt dem Thema Datenschutz & Industrie 4.0 also eine große Bedeutung zu.Die Vorteile der Industrie 4.0 sind also, wie erwähnt, mit großen Investitionen verbunden, die die Unternehmen in Görlitz erstmal tragen müssen, um tatsächlich auf die Prinzipien von Industrie 4.0 setzen zu können.
Steigende Vernetzung über Landesgrenzen hinweg
Durch Vernetzung, Kommunikation und Dezentralität ist durch die Industrie 4.0 also eine hocheffiziente Produktion möglich, in der wir Menschen durch intelligente Objekte unterstützt werden. Diese Kernideen bieten hervorragende Chancen für die Produktion hierzulande, da besonders Firmen in Deutschland - wie auch internationale Unternehmen in den USA und Asien - zahlreiche hochkomplexe Produkte fertigen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass in naher Zukunft ein erhöhter Bedarf an Fachkräften gesichert werden muss. Daher ist auch das Thema Auswanderung heute für viele junge Menschen, die auf der Suche nach guten beruflichen Perspektiven sind, nicht ganz abwegig.Besonders die USA, Frankreich und China zählen nach wie vor zu den beliebtesten Ländern, wenn es um die Jobsuche im Ausland geht. Erste Kontakte mit Unternehmen lassen sich leicht und kostengünstig durch entsprechende Telefonate ins Ausland oder per E-Mail herstellen, wobei deutsche Fachkräfte bei vielen ausländischen Firmen einen hervorragenden Ruf genießen. Für Deutschland kann diese Abwanderung jedoch einen erheblichen Mangel an Fachkräften beziehungsweise dessen weitere Zunahme bedeuten.
Prognosen: Ein Blick in die Zukunft…
Durch eine intelligente Fertigungsteuerung lassen sich auch Kleinstserien bald noch wirtschaftlicher produzieren. Selbst für eine Veränderung in der Herstellung muss die Produktion nicht neu geplant und wie bisher unterbrochen werden, da die Änderungen von den intelligenten Maschinen eigenständig vorgenommen werden. Weil die Anlagen die Herstellungsprozesse selbst überwachen, kann die Produktion im Grunde auch ständig optimiert werden, wodurch sie deutlich effizienter für das Unternehmen wird. Wird die Technologie in deutschen Unternehmen eingesetzt, steigert dies auch die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen. Dank der neuen Technologien wird die Industrie in der Lage sein, gezielter auf Verbraucheransprüche zu reagieren.Das Fazit
Die Integration von IT in der Produktion bedeutet massive Änderungen bei Arbeitsprozessen und Arbeitsinhalten sowie eine Erweiterung der Qualifikationsprofile von Facharbeitern. Die Themen Kommunikation, Vernetzung und Dezentralität, die eine hocheffiziente Produktion durch Vernetzung ermöglichen, werden uns sicher noch lange beschäftigen. Doch schon heute gibt es Teillösungen, in denen es zur Umsetzung der Kernideen kommt. Auch die intensive Rolle des Menschen wird vom Ansatz Industrie 4.0 berücksichtigt, denn der Mensch kann durch intelligente und miteinander vernetzte Objekte optimal in seinen Aufgaben unterstützt werden. Dazu sind in nahezu allen Bereichen jedoch Weiterentwicklungen notwendig, schließlich steht Industrie 4.0 erst am Anfang.


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- Quelle: red | Foto Maschinensteuerung: Michaił Nowa, Fotografik: geralt / Gerd Altmann, beide Pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
- Erstellt am 24.09.2018 - 16:05Uhr | Zuletzt geändert am 24.09.2018 - 17:37Uhr
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