Die Zukunft der Jobsuche findet online statt
Görlitz, 8. Juni 2018. Die Arbeitswelt befindet sich in unterschiedlichen Bereichen in einem gravierenden Wandel. Nicht nur die Arbeit selbst verändert sich, wie so vieles hat die Digitalisierung und der Wechsel zur sogenannten Industrie 4.0 auch Auswirkungen auf die Jobsuche. Schon heute hat sich die Jobsuche im Gegensatz zu vergangenen Zeiten, in denen die Bewerbungsmappe noch per Post versendet wurde, erheblich verändert. Damit müssen sich sowohl Bewerber als auch Personaler auf veränderte Bedingungen einstellen. Online-Bewerbungen sind mittlerweile zum Standard geworden, Bewerbungsgespräche werden teilweise schon am Telefon geführt. Wie sieht wohl die Zukunft der Jobsuche aus?
Abbildung oben: Im Aussterben begriffen ist die klassische Bewerbungsmappe
One-Click- und Video-Bewerbungen
Die Anforderungen an eine Bewerbung haben sich im Laufe der Jahre immer verändert. Sowohl die Inhaltlichen als auch die formellen Aspekte. Mittlerweile stehen andere Dinge im Vordergrund als ein möglichst überzeugender Lebenslauf, die klassische Bewerbungsmappe hat ausgedient. Anders als noch vor einigen Jahren wird in vielen Branchen bedeutend mehr Wert auf Soft Skills und praktische Arbeitserfahrungen gelegt. Ein lückenhafter Lebenslauf ist heute nicht mal mehr ein großes Hindernis, vielmehr geht es um die wesentlichen Stationen in der Ausbildung und im Berufsleben. Während Bewerber heute der Bewerbung meist noch Arbeitszeugnisse hinzufügen, könnte es in Zukunft so sein, dass sich der neue Arbeitgeber selber beim alten Arbeitgeber über deren Leistung und Teamfähigkeit erkundigt.
Auch, dass der Bewerber sich bei einem Businessnetzwerk anmeldet, ist oftmals vorteilhaft. So wird es möglich, sich mit einer sogenannten One-Click-Bewerbung bei einem Unternehmen anzubieten. Der potenzielle Arbeitgeber hat dann Einsicht auf alle relevanten auf dem jeweiligen Netzwerk hinterlegten Informationen. Zudem bewerben sich nicht wenige heute schon mittels Videobewerbung, was den Vorteil hat, dass der potenzielle Arbeitgeber sich unmittelbar einen besseren Eindruck vom jeweiligen Kandidaten machen kann.
Als Arbeitgeber muss man auch online präsent sein
Auch für Arbeitgeber ist es bereits heute in den meisten Fällen unumgänglich, online vertreten zu sein. Bewerber suchen in 95 Prozent der Fälle im Internet nach einer neuen Stelle. Damit man als Unternehmen auch von möglichst vielen potenziellen Bewerbern wahrgenommen wird, ist es wichtig auf möglichst vielen, bestenfalls spezialisierten Plattformen zu inserieren. Häufig lohnt es sich, über eine Agentur Stellenanzeigen schalten zu lassen, um ein möglichst breites Spektrum an Bewerbern und somit auch einen möglichst passenden Mitarbeiter zu finden. Wer heute eine Stelle in einer Zeitung ausschreibt, muss sich nicht wundern, wenn sich oftmals kaum geeignete Kandidaten auf diese bewerben.Gibt es bald keine Bewerbungsgespräche mehr?
Für viele Jobanwärter sind Bewerbungsgespräche mit Stress und Anspannung verbunden. Die Angst, im entscheidenden Moment zu versagen, mindert die eigentlichen Kompetenzen, zittrige Hände/Stimme oder sichtliche (und vielleicht riechbare) Schweißausbrüche sind nicht selten und hinterlassen nicht den besten Eindruck. Zu gern würden viele somit wohl auf ein Bewerbungsgespräch verzichten oder es zumindest umgehen.Heute ist es oftmals schon so, dass vor dem eigentlichen Bewerbungsgespräch Telefonate geführt werden, die Kandidaten nur dann persönlich vorstellig werden müssen, wenn relevante Fragen bereits geklärt wurden. Dadurch fällt es vielen leichter, bei einem richtigen Bewerbungsgespräch zu überzeugen. Gänzlich wird daher wohl auch in Zukunft nicht auf ein persönliches Kennenlernen verzichtet werden, wenn es darum geht, geeignete Kandidaten für eine zu besetzende Stelle zu finden. Der unmittelbare, persönliche Eindruck verrät immer noch sehr viel und bietet die beste Gelegenheit für einen gegenseitigen Austausch.
KI
Mittlerweile kommt künstliche Intelligenz (KI) auch im Bewerbungsverfahren zum Einsatz. Schon jetzt wird zunehmend das Personalmanagement entlassen und teilweise durch KI ersetzt. Sie soll den Bewerbungsprozess zwar nicht komplett übernehmen, durchaus aber unterstützen. Dabei kann KI weitaus mehr als nur Lebensläufe analysieren. Beispielsweise können Terminplanungen bei Bewerbungsgesprächen automatisiert werden, Rankings der Kandidaten erstellt oder auch schon Vorentscheidungen bezüglich der Kandidaten getroffen werden. Ein großer Vorteil besteht hier, dass KI im Gegensatz zu Menschen ohne Emotionen auskommt, also möglichst objektive Entscheidungen treffen kann.Ein Blick in die Zukunft
Selbstverständlich kann man keine definitiven Aussagen über die Zukunft der Jobsuche treffen, dennoch lassen sich deutliche Tendenzen absehen. One-Click-Bewerbungen oder Videobewerbungen werden sich langfristig als neuer Standard etablieren.Digitale Bewerbungswege werden in jedem Fall zunehmend mehr Relevanz erhalten, in erster Linie bringt das Unternehmen und Bewerber am schnellsten zusammen. Schnelle, unkomplizierte und wahrscheinlich auch mobile Bewerbungswege werden etwas völlig Normales werden. Denkbar sind beispielsweise auch Bewerbungsprozesse mittels Messengern wie WhatsAapp. Schon jetzt machen Unternehmen bereits Versuche, junge Bewerber über Snapchat anzuwerben und man kann davon ausgehen, dass sich diese Entwicklung verstärken wird. Dennoch ist auf lange Sicht nicht wahrscheinlich, dass man an einem ganz persönlichen Kennenlernen vorbeikommt. Was auch immer die Zukunft in Sachen Bewerbungsverfahren mit sich bringt, in Porto wird man sicher nicht mehr investieren müssen.



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- Quelle: red
- Erstellt am 08.06.2018 - 13:37Uhr | Zuletzt geändert am 27.07.2020 - 01:51Uhr
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