Stadtwerke Görlitz für fairen Umgang mit Praktikanten

Görlitz, 1. August 2017. Die Stadtwerke Görlitz AG (SWG) setzt sich für die faire Behandlung junger Leute ein, die Praxiszeiten im Unternehmen verbringen. Davon profitieren beide Seiten.
Abbildung: Werden Praktikanten – im Bild in einer Sprachschule – gefordert und fair behandelt, werden sie nicht nur zu positiven Multiplikatoren, sondern nehmen vielleicht später die Arbeit in ihrem früheren Praktikumsbetrieb auf.

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Klare Regeln geben allen Beteiligten Sicherheit

SWG ist in diesem Jahr der "Fair Company Initiative" beigetreten. Das ist die größten Arbeitgeberinitiative Deutschlands. Sie setzt sich seit 2014 für eine faire Behandlung junger Leute in Unternehmen ein. Mit ihrer Mitgliedschaft bekennen sich die zum Veolia-Konzern gehörenden Stadtwerke zu Qualitätsstandards und überprüfbaren Regeln für Studierende und Absolventen in Praktika und beim Berufseinstieg. "Wir bieten Studierenden Praktikumsplätze an, die der beruflichen Orientierung dienen, geben Praktikanten klar definierte Aufgaben und Ziele, nennen einen festen Ansprechpartner im Unternehmen und stellen sie für einen sinnvollen Zeitraum bei uns ein", betont Marlies Rublack, Leiterin Personal bei den Görlitzer Stadtwerken.

"Wir haben uns freiwillig dazu verpflichtet, die Fair Company Regeln einzuhalten und somit zu zeigen, dass wir ein faires Unternehmen sind", so Rublack weiter. Da gebe Bewerbern schon vor dem Praktikums Sicherheit darüber, was sie erwartet. "Durch das Feedback der Studierenden und Absolventen können wir die Einbindung von Praktikanten stetig verbessern", berichtet die Personalleiterin und ergänzt, dass es SWG besonders wichtig sei, dass Interessenten die Möglichkeit erhalten, Berufserfahrung zu sammeln – und dies "auf eine faire Art und Weise". Etwas Eigennutz ist dabei sicher im Spiel: Natürlich helfen Praktika dem Unternehmen auch bei der effizienten Gewinnung leistungsfähigen Nachwuchses.

Erfahrungen, die Praktikanten in betrieben der Initiative gemacht haben, sind online zugänglich. Überhaupt macht es Sinn, sich vor der Wahl eines Berufes und des Ausbildungweges über Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten zu informieren.


Kommentar:

Manch einer mag sagen, dass ist doch selbstverständlich und teils soundso gesetzlich vorgeschrieben, was die Görlitzer Stadtwerke mit ihrem Bekenntnis zum fairen Umgang mit jungen Leuten festgezurrt haben – ist es aber nicht.

Für Unternehmen ist es durchaus schwierig, den richtigen Arbeitsaufgaben für Praktikanten zu finden. Gewünscht wird meist eine anspruchsvolle Aufgabe mit sichtbarem Ergebnis. Doch eine solche für einen unerfahrenen, nicht komplett ausgebildeten Mitarbeiter zu definieren, erscheint oft unmöglich. Zudem braucht der Praktikant einen Betreuer, der ihn nicht nur zugucken lässt, sondern auch bereit ist, einen zeitlichen Mehraufwand fürs Erklären und Korrigieren aufzubringen.

Hinzu kommt, dass viele, wenn sie ein freiwilliges Praktikum absolvieren, als Praktikanten Anspruch auf den Mindestlohn haben. Unfaire Unternehmnen – oder solche, die sich das nicht leisten können – weichen dem aus, indem sie Praktikanten in die (nebenberufliche) Selbständigkeit drängen. Das jedoch hat vielfältige Konsequenzen, die die jungen Leute oft gar nicht überschauen können.

Unternehmen sind gut beraten, für Kunden, Mitarbeiter, Bewerber und Lieferanten klare Regeln aufzustellen – "Compliance" ist der Fachbegriff dafür.

Wenn sich die Stadtwerke Görlitz als ein Unternehmen mit sehr vielen Privat- und Geschäftskundenkontakten vor Ort als fair definiert und Regeln transparent macht, ist das ein guter Schritt, um das Vertrauen der Kunden weiter zu stärken,

meint Ihr Thomas Beier

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