Wirtschaftsfaktor Tourismus in Görlitz
Görlitz, 18. März 2016. Erst vor einem Monat konnte der Görlitzer Anzeiger das best ever Tourismusjahr 2015 für Görlitz melden. Doch wer profitiert eigentlich außer den Beherbergungsstätten, Gastronomen, Kultureinrichtungen und Andenkenverkäufern davon? Die städtische Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH (EGZ) hatte dazu eine Studie "Wirtschaftsfaktor Tourismus" beauftragt, die nun vorliegt. Sie dokumentiert erstmals die Bedeutung der Tagestouristen und statistisch nicht erfasster Beherbergungen.
Abbildung: Für viele Görlitz-Besucher sind große Veranstaltungen wie der Schlesische Tippelmarkt, das ViaThea Straßentheaterfestival (Danke Susanne Schneider!), das Altstadtfest oder der Schlesische Christkindelmarkt Anlass, in die Stadt an der Neiße zu kommen.
2.600 Arbeitsplätze in Görlitz vom Tourismus abhängig
Erstellt hat die Studie das Deutsche wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr (dwif) auf Basis der Daten des Jahres 2014. Die EGZ hat daraus einige Eckdaten zusammengestellt.
Schläfer oder nicht?
Insgesamt kommen demnach jährlich nahezu 2,3 Mio. Besucher nach Görlitz – und sie bringen Geld mit, denn sie generieren bei ihrem Aufenthalt einen Bruttoumsatz von rund 86 Millionen Euro.
Den Löwenanteil unter den Görlitz-Besuchern stellen die Tagesreisenden, von denen im jahr 2014 etwa zwei Millionen den Weg nach Görlitz fanden. "Für den Tagestourismus wurden erstmals überhaupt Zahlen erhoben, die den besonderen Stellenwert dieser Gruppe mehr als verdeutlichen", erklärte dazu EGZ-Projuristin Eva Wittig.
Für jene Gäste, die länger in der Stadt blieben, wurden unterm Strich 275.000 Übernachtungen ermittelt. Einbezogen sind dabei erstmals Privatunterkünfte mit weniger als zehn Betten - in amtlichen Statistiken fallen diese durchs Raster, weil sie gar nicht erst erfasst werden. Demnach konnten in 2014 Ferienwohnungen, kleine Pensionen, Gasthöfe und Privatzimmer 28.000 Übernachtungen verbuchen.
Die Geldbringer
Für den größten Umsatz im Tourismus-Sektor sorgen mit ungefähr 53 Millionen Euro die Tagesbesucher, die restlichen 33 Millionen stammen aus den Taschen der Übernachtungsgäste: Jeder Gast, der in bei einem gewerblichen Übernachtungsanbieter absteigt, lässt tagtäglich etwa 127 Euro in der Stadt; bei den Gästen in Privatunterkünften sind es täglich zirka 59 Euro. Wer ohne zu nächtigen, also als Tagesbesucher nach Görlitz kommt, gibt runde 27 Euro aus – was im sächsischen, aber deutlich über dem Oberlausitzer Durchschnitt liegt.
Die Einnehmer
Von den Ausgaben der Touristen profitiert das Görlitzer Beherbergungs- und Gaststättengewerbe am kräftigsten: Hier wandern 43 Prozent der 86 Tourismus-Millionen in die Kassen. Doch auch der Einzelhandel kann mit 33 Prozent Anteil nicht klagen. Der Dienstleistungs-Sektor schließlich - dazu zählen beispielsweise Eintrittsgelder für Veranstaltungen und Museen, der öffentliche Nahverkehr und Taxifahrten - bekommt 24 Prozent der Ausgaben der Touristen ab.
Damit sichert der Tourismus, so die EGZ, 2.600 Arbeitsplätze, die - die direkt oder indirekt von ihm abhängen. "Die Ergebnisse der Studie liefern erstmals ein komplexes Bild dieser Branche und belegen, wie bedeutend der Tourismus für Görlitz ist", kommentierte Wittig.
Download!
Wirtschaftsfaktor Tourismus für die Stadt Görlitz 2014(ca. 836KB)


Straßentheaterfestival
Von Schneider am 18.03.2016 - 10:25Uhr
Das ViaThea sollte doch NICHT unter den Tisch fallen, wenn die Touristenmagnete - die großen Veranstaltungen - genannt werden.

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- Quelle: red | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
- Erstellt am 18.03.2016 - 09:08Uhr | Zuletzt geändert am 05.10.2019 - 09:26Uhr
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