Online Handel im Wandel

Görlitz, 7. November 2015. Von Thomas Beier. Der Online Handel boomt und viele stationäre Einzelhändler fragen sich angesichts zurückgehender Umsätze, ob ein eigener Online Shop neue erfolgversprechende Kundenpotenziale erschließen kann. Doch ebenso wie im klassischen Einzelhandel sind auch im Online Bereich Konzentrationsprozesse längst erkennbar: Das Geschäft konzentriert sich in den Händen von Großanbietern, unter denen amazon wohl zu den bekanntesten gehört.
Abbildung: Geliefert wird online heuzutage nahezu alles, von Konsumgütern über Mode bis hin zu frischen Lebensmitteln – nur Kinder kommen noch auf ganz klassischem Wege zur Welt.

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Handelsplattform oder eigener Shop?

Bedeutet das nun, dass erfahrene Einzelhändler, die neu ins auch E-Commerce genannte Online Geschäft einsteigen wollen, oder Start-ups, die gleich voll und ganz auf die Vermarktung via Internet setzen, nur wenig Erfolgschancen haben?

Keinesfalls – nur darf man nicht darauf hoffen, dass ein Online Shop ein "Selbstläufer" ist. Wer denkt, allein mit einer suchmaschinenfreundlichen und schicken Webseite Kunden zu gewinnen, wird wohl in den allermeisten Fällen eines anderen belehrt werden.

Hinzu kommt, dass Kunden nur bestimmte Waren bevorzugt online kaufen, wie diese Statistik zeigt: Hoch standardisierte und gut vergleichbare Produkte werden bevorzugt online gekauft, bei individuellen und vertrauensbasierten Waren wie beispielsweise Schmuck, Medikamenten und Lebensmitteln hat der stationäre Einzelhandel noch immer die Nase vorn. Noch – denn wohin die Reise bei diesen Sortimenten geht, werden erst die kommenden Jahre zeigen.

Der Einstieg in den Online Handel

Doch wie kann man am Online Handel und den dort seit vielen Jahren wachsenden Umsätzen teilhaben?

Im Grunde bieten sich drei Möglichkeiten an:

    1. Der speziell auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Online Shop.

    2. Ein Shop-Baukastensystem eines großen Webhosting-Anbieters nutzen.

    3. Verkauf über eine bestehende Handelsplattform
      wie beispielsweise ebay oder DaWanda.

    Wer einen komfortablen eigenen Shop betreiben möchte, kommt schnell auf Kosten von mehreren tausend Euro für die Webseite und etlichen hundert Euro für das Webhosting, also die Speicherung und Verwaltung des Online Systems im Internet.

    Bei den Shop-Baukästen wird in aller Regel nur eine Monatsgebühr fällig, die je nach Leistungsstärke sich oftmals ebenfalls auf mehrere hundert Euro im Jahr summiert.

    Bestehende Handelsplattformen hingegen berechnen häufig eine Gebühr für das "Einstellen" genannte Veröffentlichen von Verkaufsangeboten und eine Umsatzbeteiligung – wobei sich in beiden Merkmalen die einzelnen Anbieter durchaus stark unterscheiden.

    Tipp: Dieses Modell, bestehende Plattformen zu nutzen, ist oft ein guter Weg für Einsteiger, die sich den Online Verkauf ohne große finanzielle Risiken erschließen wollen. Wenn das Geschäft hier nach einiger Zeit gut läuft, lässt sich ein eigener Online Shop wirtschaftlich viel einfacher darstellen.

    Bedenken muss man zudem: Eigene Shops erfordern einen hohen Zeitaufwand für inhaltliche Aktualisierungen und für das Marketing. Dazu und generell zum Thema Online Shop sind viele wertvolle Tipps im Web zu finden.

    Gutes Online Marketing stärkt übrigens auch den stationären Bereich, also das Ladengeschäft, des Anbieters. Allerdings wandelt sich der Charakter der Läden teilweise zu Showrooms, in denen die Ware angeschaut oder ausprobiert wird, jedoch gekauft wird dann – häufig nach weiteren Vergleichen – online.

    Wer als Online Anbieter gleich Nägel mit Köpfen machen will, für den hat ein Berliner Start-up Unternehmen ein erfolgreiches Geschäftsmodell umgesetzt, das auf der Webseite der Hauptstadt ausführlich beschrieben wird. Hier wird deutlich, wie wichtig neben der Warenpräsentation und kundenfreundlichen Abläufen auch die Kundenpsychologie im Online Geschäft ist.

    Kennzeichnend für den online Handel ist, dass oftmals – schon wegen der einfachen Vergleichmöglichkeit – der Preis den Ausschlag für Kauf oder Nichtkauf gibt. Kritiker nennen das Schnäppchenmentalität, doch bei näherer Betrachtung ist es eine für die Anbieter zu berücksichtigende Tatsache, dass beim Kunden nun einmal "Preisbarrieren" im Kopf bestehen und wohl niemand für eine bestimmte Leistung mehr als notwenig bezahlen möchte.

    Dem Preisvergleich kann sich ein Stück weit entziehen, wer Produkte exklusiv anbieten kann. Dennoch gilt für alle Beteiligten im Online Handel mehr denn je: Der Preis ist heiß!

    Der Autor Thomas Beier ist freiberuflicher Unternehmensberater und zugleich Inhaber des auf digitale Medien spezialisierten Gewerbebetriebs BeierMedia.de.

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  • Quelle: Thomas Beier | Foto Kind: vikvarga, Foto Logistikanlage: falco, beide pixabay, Lizenz CC0 Public Domain
  • Erstellt am 07.11.2015 - 06:19Uhr | Zuletzt geändert am 07.11.2015 - 06:50Uhr
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