Görlitz auf der Tour Salon Posen
Görlitz | Posen (Poznań), 14. Oktober 2015. Der historische Oberlausitzer Sechsstädtebund lebt, zumindest wenn es darum geht, ein Stück vom Tourismus-Kuchen abzubekommen: Bautzen, Görlitz, Kamenz, Lauban (Lubań), Löbau und Zittau treten zusammen als Oberlausitzer Sechsstädtebund vom 15. bis 17. Oktober 2015 auf der polnischen Tourismus-Leitmesse "Tour Salon" auf und werben um Besucher in den erstklassig erhaltenen bzw. sanierten historischen Städten.
Abbildung: Die Titelseiten der deutschen und der polnischen Ausgabe der neuen Sechsstädtebund-Broschüre. Zgorzelec kommt wieder einmal nicht vor. Auf der polnischsprachigen Titelseite erhalten deutscheStädte - außer Görlitz und Löbau - polnische Namen, die deutsche Ausgabe hingegen meidet die deutsche Bezeichnung Lauban für das heutige polnische Lubań.
Wie reagieren ausländische Touristen auf die zunehmende Fremdenfeindlichkeit?
Im Gepäck der Sechsstädtebündler ist die neue Broschüre "Von Händlern und Herrschern", die den Sechsstädtebund als attraktives Reiseziel nahelegt. Görlitz profitiert hier besonders und hat weiteres Potenzial: Polnische Gäste sind in Görlitz die drittgrößte ausländische Gruppe bei den Übernachtungen. Nach Angaben der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH, die ihrer Firma entgegen wohl wieder einmal nur den Westteil der Europa-Doppelstadt vertritt, bietet sich jedoch noch sehr viel Potenzial. Die ausländischen Übernachtungen würden bislang insgesamt nur auf einen Anteil von knapp sechs Prozent kommen.
Die Tourismuszahlen für den deutschen Teil der Europastadt Görlitz-Zgorzelec wachsen weiter. Für die Zeit von Januar bis Juli 2015 konnte laut Statistischem Landesamt Kamenz (erfasst wurden gewerbliche Betriebe ab zehn Betten) bei den Ankünften ein Plus von 6,1 Prozent registriert werden (65.143 Gäste), bei den Übernachtungen ein Wachstum von 5,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum (141.128 Übernachtungen). Damit liegt Görlitz immer noch deutlich über dem sächsischen Trend und untermauert auch in der Oberlausitz seine Rolle als touristischer Leithammel.
Kommentar
Wenn die unselige Allianz aus PEGIDA, AfD und NPD mit ihren Mitläufern (Mitläufertum galt nach der Vernichtung des Nazireichs noch als so etwas wie mildernder Umstand, jetzt nicht mehr) noch bissel weitermarschiert, brauchen wir uns um ausländische Touristen in Sachsen keine Sorgen mehr zu machen. Wer macht schon gern Urlaub, wo mittelalterlich anmutende dumpfe Fremdenfeindlichkeit herrscht und symbolische Galgen durch die Straßen getragen werden?
Auch wäre den Deutschen der gleiche unverkrampfte Umgang mit der Vergangenheit zu wünschen, wie ihn die Polen in ihrem Teil Niederschlesiens entwickelt haben. Die haben nämlich inzwischen begriffen, dass polnische Nation und deutsche Vergangenheit kein Widerspruch sind und entdecken mit Neugier die deutsche Geschichte ihrer Heimat.
In Deutschland tut man sich da schwerer. Die stadteigene Gesellschaft, die als Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH firmiert, wirbt nur für den Westteil dieser Europastadt und scheint reichlich verklemmt, was die deutsche Vergangenheit Niederschlesiens betrifft (siehe Bildunterschrift oben).
Europa steht noch immer am Anfang,
meint Ihr Fritz R. Stänker



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- Quelle: red | Kommentar: Fritz Rudolph Stänker | Grafikquelle: Europastadt Görlitz-Zgorzelec GmbH
- Erstellt am 13.10.2015 - 21:53Uhr | Zuletzt geändert am 13.10.2015 - 22:47Uhr
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