Görlitz wirbt

Görlitz, 6. Oktober 2015. Die zu hundert Prozent stadteigene Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH (EGZ) will für das Standortmarketing für Görlitz zuständig zu sein und hat diesen Anspruch jetzt mit neuen Werbematerialien, so einer nach eigenen Angaben "imposanten Bilderbroschüre", die vor allem Leute im Ausland ansprechen soll, untersetzt. Während man mit den Bilder überall etwas anfangen kann, ist das mit Worten schwieriger: Deshalb wurden für die kurzen Texte Varianten in deutscher, englischer, französischer, niederländischer, polnischer und tschechischer Sprache aufgelegt.

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Neuer Filmflyer und Plakate in Eisenbahnzügen

"Wir wollen mit beeindruckenden Bildern und nur kurzen Texten die vielfältigem Themen unserer Stadt und Region eindrucksvoll zeigen“, erläutert Eva Wittig, Marketingleiterin der EGZ, das Anliegen der neuen Werbemittel.

Göritz als "Filmstadt" spielt für die Wahrnehmung der Neißestadt eine zunehmend bedeutsamere Rolle, weshalb der Filmflyer überarbeitet wurde. Neben der Filmografie zeigt er eine Karte mit Drehorten und informiert, welche Bedeutung die Filmproduktionen für die Stadt haben. Nach EGZ-Angaben rufe "Görliwood" besonders auch auf dem englischsprachigen Markt immer wieder einen Aha-Effekt hervor, weshalb der Flyer auch in englisch herausgegeben wird.

Im Oktober 2015 werben Plakate in ICE-Zügen für einen Besuch in Görlitz. Reisende auf bestimmten Verbindungen, so beispielsweise in Richtung Berlin, Hannover, Augsburg, Nürnberg, Mannheim, Stuttgart, Köln und andere mehr, werden den Plakaten begegnen. "Damit können wir ein für Görlitz sehr interessantes Publikum ansprechen. Für Werbung in Zügen spricht außerdem die lange Verweildauer und Kontaktintensität", unterstreicht Wittig.

Die Werbung in den Zügen wird von weiteren Anzeigenschaltungen, zum Beispiel im Reisemagazin Sehnsucht Deutschland und in db mobil, begleitet.

Kommentar:

Wer A sagt, muss auch B sagen, weiß der Volksmund. Übertragen auf die EGZ-Aktivitäten heißt das: Wer in der Werbung sogenannte "künstliche Signale" in die Welt sendet muss auch dafür sorgen, dass das reale Erleben der angelockten Görlitz-Besucher die ausgelösten Erwartungen erfüllt, sonst ist Enttäuschung programmiert. Problem: Für das reale Erleben von Görlitz steht nicht die EGZ gerade, sondern das ist Sache der örtlichen Anbieter, mit denen es die Görlitz-Besucher zu tun bekommen.

Papier ist geduldig und wehrt sich nicht gegen das Aufgeschriebene, für schöne Fotomotive ist Görlitz allemal gut. Entsprechend wird auch in der neuen Werbung viel auf Fassade gesetzt, da hat Görlitz womöglich seine Kernkompetenz. Aber ist da nicht mehr?

Vor allem erhebt sich die Frage, warum eine Marketinggesellschaft, die den Namen Zgorzelec in ihrer Firma führt, die polnische Schwesterstadt komplett ausblendet. Ein Bildmotiv aus Zgorzelec in der neuen Kampagne? Offenbar Fehlanzeige.

Das konkrete Erleben in Görlitz und Zgorzelec spielt sich in vielen Details ab, vor allem in Erlebnissen mit den unterschiedlichen Dienstleistern in der Europastadt beiderseits der Lausitzer Neiße. Den Vergleich kann jeder Görlitz-Zgorzelec-Besucher selbst anstellen.

Und Preise sind dabei wirklich das allerletzte Kriterium,

meint Ihr Thomas Beier


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Wie werben – auf Papier oder online?

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  • Quelle: red | Kommentar: Thomas Beier | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
  • Erstellt am 06.10.2015 - 08:32Uhr | Zuletzt geändert am 12.12.2019 - 10:06Uhr
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