Görlitzer Industrie macht Dampf in Indien

Vadodara (Indien) | Görlitz-Zgorzelec. Innerhalb des vom Görlitzer Turbinenwerk aus geleiteten weltweiten Siemens-Geschäftszweigs Industriedampfturbinen wurde heute im indischen Vadodara ein neues Dampfturbinenwerk eröffnet. Zugegen waren Sachsens Wirtschafts- und Arbeitsminister Thomas Jurk und der Leiter des Geschäftszweigs Dr. René Umlauft aus Görlitz.

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Weltweit modernste Turbinenfabrikation mit neuer Fertigungsstätte

Ein „gutes Zeichen für die Zusammenarbeit im gegenseitigen Interesse“ ist für Jurk die neue Produktionsstätte des Görlitzer Turbinenwerkes der Siemens AG in Indien. Im Beisein des Ministers, des Leiters des Siemens-Geschäftszweiges Industriedampfturbinen, Dr. René Umlauft, und des Siemens-Werkleiters in Vadodara, Emanuel Ferdinand, wurde das Dampfturbinenwerk heute Vormittag (Ortszeit 10:20 Uhr) eröffnet.

Nach traditioneller indischer Zermonie wurden die Gäste mit einer Blumenkette als Zeichen der Gastfreundschaft und Ehrerbietung begrüßt. Ein Tabobea-Baum wurde gepflanzt. Eine Öllampe wurde entzündet, um für Glück, Wohlstand und gute Geschäftsentwicklung zu bitten.

„Für mich ist die Zusammenarbeit von Görlitz und Vadodara eine ganz besondere Form der internationalen Kooperation, von der die Menschen in beiden Ländern profitieren“, so Jurk. Er sieht das Indien-Engagement des Görlitzer Siemens-Werkes als „ein Beispiel dafür, wie globale Märkte im gegenseitigen Interesse und nicht nur als Einbahnstraße funktionieren können." Er hoffe, dass „wir für den Freistaat Sachsen viele weitere solcher Kooperationen ins Rollen bringen können.“

„Für Siemens ist die Werkseröffnung ein weiterer Schritt beim Ausbau unseres internationalen Fertigungsnetzwerkes“, erklärte Dr. Umlauft und setzte hinzu: „Wir sind derzeit weltweit die Nummer 1 bei Industriedampfturbinen. Diesen Platz können wir nur sichern, wenn wir in wichtigen Wachstumsmärkten wie Indien vor Ort vertreten sind.“ Durch die Kombination von Forschung und Entwicklung sowie Engineering und modernste Fertigung werde Görlitz auch weiterhin Technologieführer bei industriellen Dampfturbinen bleiben. „Ohne Nutzung der Kostenvorteile ist der indische Markt jedoch nicht zu erschließen.“
Mit der Produktionsstätte in Vadodara will Siemens neue Märkte in Indien und Asien erringen. Durch die gesplittete Fertigung in Görlitz und Vadodara ist Siemens auch auf dem indischen Markt wettbewerbsfähig und kann dort seine Turbinen verkaufen. Auf diese Weise werden hochqualifizierte Arbeitsplätze in Görlitz gesichert und weiteres Wachstum ermöglicht. Görlitz liefert Kernkomponenten wie Rotoren und Leitschaufelträger, die Montage für den indischen Markt erfolgt vor Ort in Vadodara. Die Montage in Indien sichert 10% der Auslastung des Görlitzer Werkes.

Das Investitionsvolumen für das indische Werk beträgt 7 Millionen Euro. Auf einer Werksfläche von rund 60.000 qm werden in einer ersten Ausbaustufe 300 Mitarbeiter jährlich 58 Dampfturbinen im Leistungsbereich von 4 MW bis 45 MW herstellen. Bis 2010 plant Siemens, die Kapazität und die Mitarbeiterzahl in Vadordara etwa zu verdoppeln. Märkte für diese Maschinen sind die Zucker verarbeitende Industrie, die Metallverarbeitung sowie die Zellstoff- und Papierindustrie.

Hintergrund:

Seit mehr als 100 Jahren werden im Görlitzer Werk auf der Lutherstraße 51 Industriedampfturbinen hergestellt und weltweit ausgeliefert. Heute ist das Werk „Lead Factory“ des Geschäftszweiges Industriedampfturbinen der Siemens AG und leitet von Görlitz aus ein sehr gut aufgestelltes Netzwerk mit Standorten in Tschechien, Schweden, Brasilien und Indien. In der modernsten Turbinenfertigung der Welt in Görlitz sind 724 Mitarbeiter und mehr als 50 Lehrlinge beschäftigt.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Thomas Jurk wird noch bis 21. Januar in Indien sein. Ein weiterer Höhepunkt der Reise, bei der er von 20 Unternehmensvertretern begleitet wird, ist die größte Werkzeugmaschinenmesse Asiens, die IMTEX in Bangalore. Im Rahmen der IMTEX wird Minister Jurk am Internationalen Werkzeugmaschinen Forum teilnehmen, das von Siemens in Kooperation mit der sächsischen Verbundinitiative Maschinen- und Anlagenbau (VEMAS) veranstaltetet wird. Auf dem Besuchsprogramm stehen außerdem eine Reihe von Unternehmensbesuchen und Gespräche mit Vertretern von Regierung und Industrie in Chennai, Coimbatore und Bangalore.


Unser Bild zeigt die Übergabe einer Blumenkette an Minister Jurk als Zeichen der Gastfreundschaft und Ehrerbietung.

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  • Quelle: /SMWA0701161326
  • Erstellt am 16.01.2007 - 20:42Uhr | Zuletzt geändert am 16.01.2007 - 21:02Uhr
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