Kraftwerk Turów wird leiser
Türchau (Turów). Das grenznahe polnische Braunkohle-Großkraftwerk Turów, das in der Nähe des Zittauer Ortsteils Hirschfelde im Landkreis Görlitz liegt, soll künftig deutlich weniger Lärm verursachen. Darauf haben sich am 2. Oktober 2009 die polnische Kraftwerksleitung und das sächsische Umweltministeriums geeinigt. Nach jahrelangen Verhandlungen bestätigte der Betreiber des Kraftwerks die Messergebnisse, die das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) im vergangen Jahr auf deutscher Seite ermittelt hat. Das Energieunternehmen kündigte daraufhin umfangreiche Investitionen in Lärmsanierungsmaßnahmen an. Ab März 2010 soll beispielsweise die Dämmung bei den Abluftventilatoren und den Entstaubungsanlagen wesentlich verbessert werden. Dabei soll sich die Lärmbelastung um bis zu 15 Dezibel verringern.
Baubeginn der Lärmschutzmaßnahmen im März 2010
„Unser jahrelanges und zähes Bemühen hat sich damit endlich gelohnt“, freut sich Sachsens Umweltminister Frank Kupfer. Die Bewohner von Hirschfelde hätten schon seit Langem zu Recht über den monotonen Lärm aus dem benachbarten Kraftwerk geklagt. „Nun können die Menschen dort bald wieder ruhiger schlafen“, so der Minister weiter.
An den Gesprächen vom 2. Oktober in Türchau haben auch Vertreter des Marschallamtes Breslau (Wrocław), der Umweltinspektion Niederschlesien sowie der Bürgermeister von Hirschfelde, Bernd Müller, teilgenommen. „Ich danke allen Beteiligten für die große Unterstützung sowie den Betreibern des Kraftwerks für die konstruktive Zusammenarbeit. Das Ergebnis unterstreicht einmal mehr die gute Kooperation zwischen Polen und Sachsen auf dem Gebiet des Umweltschutzes“, würdigte Kupfer das Ende des Verhandlungsmarathons.
Im Kraftwerk Turów wurden zwischen 1998 und 2004 schrittweise sechs alte Kraftwerksblöcke abgetragen und durch Neubauten ersetzt. Seitdem hat sich der Ausstoß von Luftschadstoffen wie Schwefeldioxid und Staub stark verringert. Dennoch kommt es in Abhängigkeit von der Witterungslage immer wieder zu Lärmbelastungen für die deutschen Nachbargemeinden, insbesondere Hirschfelde. Bereits im Jahr 2006 wurden durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) mehrwöchige Dauermessungen durchgeführt. Der ermittelte Lärmpegel überschritt in einem Drittel der Nächte den in Deutschland geltenden zulässigen Immissionsrichtwert.
Eine weitere Messreihe wurde 2008 gemeinsam mit polnischen Behörden und Experten durchgeführt und von der Universität Breslau ausgewertet. Sowohl nach polnischem als auch nach deutschem Recht liegen danach zeitweise Überschreitungen der zulässigen Immissionsrichtwerte vor.



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- Quelle: /red
- Erstellt am 03.10.2009 - 09:55Uhr | Zuletzt geändert am 03.10.2009 - 10:13Uhr
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