Tillich für vereinfachte Zusammenarbeit zwischen deutschen und polnischen Nachbarregionen
Posen (Poznań). Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich sieht bei der Zusammenarbeit der deutschen und polnischen Nachbarregionen Verbesserungsbedarf. „Wir können nicht für jedes Vorhaben, das eine gemeinsame Institution benötigt, einen Staatsvertrag abschließen“, sagte Tillich bei einem Treffen ostdeutscher Ministerpräsidenten mit hochrangigen polnischen Regierungsvertretern am Mittwoch in Poznań. Für eine gute Zusammenarbeit auf regionaler Ebene seien kurze Verfahrenswege nötig. Dafür bräuchten die polnischen Woiwodschaften mehr Kompetenzen. Dann könnten gemeinsame Projekte wie Verkehrsinfrastruktur, kommunale Zusammenarbeit, Kindergärten oder Kläranlagen leichter realisiert werden. Vorbild sei das Karlsruher Abkommen, das den Grenzregionen in Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Luxemburg mehr Kompetenzen einräume.
Mehr Eigenverantwortung für die Woiwodschaften
Anlass für das Treffen mit dem Staatssekretär im polnischen Außenministerium, Jan Borkowski, sowie Vertretern der angrenzenden Woiwodschaften ist die „Oder-Partnerschaft“ der Länder Sachsen, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern und ihrer polnischen Nachbarn. Tillich sagte, die bisherigen Instrumente der Zusammenarbeit erfüllten nicht immer die Erwartungen. „Mehr Handlungsspielraum auf regionaler und lokaler Ebene auf polnischer Seite ist wünschenswert“, fügte er hinzu. Darüber seien sich die Ministerpräsidenten einig.
Es habe sich beispielsweise gezeigt, dass die Deutsch-Polnische Regierungskommission für regionale und grenznahe Zusammenarbeit sich nicht als zentrales Koordinierungsgremium für regionale Themen eigne. Die Kommission solle sich vielmehr auf die Top-Themen zwischen der Bundesregierung und der polnischen Regierung konzentrieren, schlug der sächsische Regierungschef vor. „Der Hauptteil der Zusammenarbeit der Regionen und Städte muss vor Ort geschehen“, betonte Tillich. Daher sei es notwendig, den Woiwodschaften mehr Eigenverantwortung zu geben.
Im Rahmen der „Oder-Partnerschaft“ treffen sich die Bundesländer und Woiwodschaften im halbjährlichen Rhythmus, um über die wirtschaftliche und infrastrukturelle Zusammenarbeit zu beraten. Auf polnischer Seite sind die Woiwodschaften Westpommern (Zachodniopomorskie), Lebuser Land (Lubuskie), Niederschlesien (Dolnosląskie), Großpolen (Wielkopolskie) sowie die Städte - Stettin (Szczecin), Posen (Poznań) und Breslau (Wrocław) beteiligt.



-
Bundestagswahl 2025: AfD mit großem Vorsprung im Wahlkreis Görlitz
Görlitz, 24. Februar 2025. Laut dem vorläufigen Ergebnis der Bundestagswahl liegt die AfD ...
-
Bundestagswahl 2025: Briefwahl im Landkreis Görlitz angelaufen
Görlitz, 11. Februar 2025. Der Versand der Briefwahlunterlagen für die Bundestagswahl 2025...
-
Nachhaltige Ernährung: Wie man umweltfreundliche Entscheidungen trifft
Görlitz, 2. Februar 2025. Eine nachhaltige Ernährung ist nicht nur gut für die Umwelt...
-
Sanierungsabschluss des Berzdorfer Sees rückt näher
Görlitz/Senftenberg, 16. Januar 2025. Die Stadt Görlitz und die Lausitzer und Mitteldeutsc...
-
Görlitz sucht Wahlhelfer für Bundestagswahl 2025
Görlitz, 19. Dezember 2024. Voraussichtlich finden am 23. Februar 2025 die vorgezogenen Bundest...
- Erstellt am 06.11.2008 - 01:09Uhr | Zuletzt geändert am 06.11.2008 - 01:17Uhr
Seite drucken