Ursu steigt in Theaterdiskussion ein

Görlitz, 20. November 2018. Nachdem sich gestern die beiden Görlitzer Oberbürgermeisterkandidaten von dern Bündnisgrünen und der AfD in der von Landrat Lange (CDU) entfachten Theaterdiskussion ebenso wie die Linkspartei zu Wort gemeldet hatten, will sich nun auch der Oberbürgermeisterkandidat der CDU Octavian Ursu, Stadtverbandsvorsitzender und Landtagsmitglied, Gehör verschaffen.
Abbildung: Das Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz

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Ursu: politische Reaktionen scheinheilig

Thema: Theater

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Wenn man über die Theaterlandschaft der Oberlausitz spricht, führt kein Weg am Gerhart-Hauptmann-Theater (GHT) vorbei. 

Für Ursu ist eine enge Kooperation der Theater im Kulturraum keine neue Idee: "Einem gemeinsamen Kulturraumtheater wurde bereits im Jahr 2009 mit nur einer Gegenstimme im Görlitzer Kreistag zugestimmt. Darüber hinaus haben die Linken den Landrat im Jahr 2012 beauftragt, ein Konzept zum Zusammenschluss der Theater Görlitz, Zittau und Bautzen zu einem Kulturraumtheater zu erarbeiten und dem Kreistag vorzulegen."

"In Anbetracht dieser Tatsachen halte ich einige der politischen Reaktionen auf die Äußerung von Landrat Lange zur Lausitzer Theaterlandschaft für scheinheilig", schiebt Ursu nach. Es sei einfach, aus jeder Äußerung ein Wahlkampfthema zu machen, Sachpolitik sei das jedoch nicht.

Ursu erklärt: "Persönlich habe ich aktiv in Dresden bei der Entstehung des sogenannten 'Kulturpaktes', der abschließend im Dezember im Landtag beschlossen werden und die Rückkehr zu einer gerechten tariflichen Bezahlung der Theatermitarbeiter ermöglichen soll, mitgewirkt. Sowohl als Fachpolitiker, als auch als Görlitzer OB-Kandidat und CDU-Kreisvorsitzender, stehe ich hinter unseren starken Theatereinrichtungen und werde diese weiterhin nach Kräften unterstützen. Sie sind für mich 'weiche' Wirtschaftsfaktoren, die mit einer hohen Qualität und Umwegrentabilität unsere Stadt und den Landkreis lebenswert machen und identitätsstiftend wirken.'


Kommentar:

Zum Glück hält sich der CDU-Oberbürgermeisterkandidat aus der leidigen Theaterdiskussion nicht raus, braucht das Wahlvolk doch Orientierung in seiner Meinungsbildung.

Orientierung braucht mancher vielleicht auch zum Begriff der "Umwegrentabilität", damit dieser nicht mit "überholen ohne einzuholen" verwechselt wird. Mit Umwegrentabilität ist gemeint, wenn eine subventionierte Kultureinrichtung – wie im vorliegenden Fall das Theater – einen indirekten Nutzen für die Region erzeugt und damit beiträgt, diese Region insgesamt rentabel zu machen. Das geschieht ganz konkret durch mehr Anziehungskraft der Stadt auf Bewohner und Besucher.

Die Kunst in Entwicklungsprozessen besteht im Umschlag der "weichen Faktoren" in "harte Fakten" nach der Management-Weisheit "Kannst Du es nicht messen, kannst Du es vergessen!" Im Grunde geht es aber stets darum, den richtigen Zeitpunkt für Veränderungen, wenn also ein neuer Innovationszyklus ansteht, zu erkennen. Ehe es so weit ist, gilt für die Theaterlandschaft der Oberlausitz eine weitere Management-Weisheit: "Never change a running system!"

Kultur ist eine heilige Kuh,

meint ihr Thomas Beier



Mehr erfahren im Görlitzer Anzeiger:
19.11.2018 Theater um die Theater

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  • Quelle: red | Kommentar: Thomas Beier | Foto: © Görlitzer Anzeiger
  • Erstellt am 20.11.2018 - 10:50Uhr | Zuletzt geändert am 20.11.2018 - 11:36Uhr
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