Ritterschlag für Hochschule Lausitz
Senftenberg / Zły Komorow. Als bisher einzige Hochschule für angewandte Wissenschaften (Fachhochschule) in Berlin und Brandenburg ist die Hochschule Lausitz (FH) als Mitglied der europaweit tätigen Universitätsvereinigung aufgenommen worden. Zentrales Kriterium für die Aufnahme in die Europäische Vereinigung der Universitäten (European University Association, kurz EUA) mit Sitz in Brüssel (Bruxelles) ist die Forschungsstärke der Einrichtungen. Die Hochschule Lausitz ist damit eine von 16 Fachhochschulen in der Universitätsvereinigung und eine von nur drei Hochschulen für angewandte Wissenschaften in den neuen Ländern, die als vollwertiges Mitglied in der Vereinigung mitarbeiten.
Hochschule Lausitz in die Europäische Vereinigung der Universitäten aufgenommen
Zur Feststellung der Forschungsstärke prüft die EUA den Anteil an wissenschaftlichem Personal, den eine Hochschule aus gutachtergeprüften Forschungsprojekten bezieht. Dieser Anteil muss entsprechend der Aufnahmekriterien der EUA mindestens acht Prozent betragen. "Unsere Hochschule hat derzeit sogar 15 Prozent Mitarbeiter, die in solchen Projekten forschen", erklärt der Präsident der Hochschule Lausitz, Professor Dr. Günter H. Schulz.
In den vergangenen drei Jahren verzeichnet die akademische Lehr- und Forschungsstätte mit den Standorten in Senftenberg (Landkreis Oberspreewald-Lausitz, Brandenburg) und Cottbus einen großen Zuwachs bei der Kooperation mit kleinen und mittelständischen Unternehmen, aber auch bei der Anzahl der so genannten "Peer review"-Projekte, die durch Gutachter bestätigt sind. Allein fünf Ingenieurnachwuchsgruppen der Hochschule Lausitz arbeiten an den unterschiedlichsten Projekten: Professor Dr. Torsten Jeinsch aus dem Fachbereich Informatik/Elektrotechnik/Maschinenbau beispielsweise erforscht in einem solchen Nachwuchsprogramm ein spezielles Thema der Prozessleittechnik. Informatikprofessorin Dr. Barbara Priwitzer arbeitet an einer ebenfalls vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsstudie, die sich mit der intelligenten Auswertung von Neurochip-Daten beschäftigt.
Die Liste der Aktivitäten, die Professor Dr. Günter H. Schulz nennt, ist lang. Darunter sind auch Verbundprojekte, eines davon arbeitet an der Erforschung der Umbruchsdynamik im Konsum und nachhaltigen Innovationspfaden. Das Vorhaben führt Professor Dr. Stefan Zundel im Bereich der Betriebswirtschaftslehre mit der Technischen Universität Berlin durch. Seit knapp zwei Jahren koordiniert Professor Dr. Katrin Scheibner federführend ein Projekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt auf dem Gebiet der Enzymforschung.
"Die Hochschule Lausitz leistet mit dieser Forschungsstärke und dem damit einhergehenden Wissens- und Technologietransfer einen entscheidenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Regionalen Wachstumskerns Westlausitz", begründet Präsident Professor Dr. Günter H. Schulz die strategische Ausrichtung der Hochschule angesichts der demografisch bedingt zurückgehenden regionalen Studienplatznachfrage.
Die Europäische Vereinigung der Universitäten spricht für alle europäischen Hochschulen und bringt die Interessen ihrer Mitglieder in politische Entscheidungen auf Europaebene ein. Insbesondere beeinflussen die Mitglieder der Vereinigung in verschiedenen Arbeitsgruppen Entwicklungen der akademischen Welt in Europa und fördern die Zusammenarbeit in Netzwerken. "Wir sind stolz, dass die EUA unser Engagement in der Forschung anerkennt und freuen uns auf die Arbeit in Europa", resümiert Professor Dr. Günter H. Schulz den "Ritterschlag" für die Hochschule Lausitz.
Zum Foto:
Im Rahmen des BMBF-Forschungsprojektes "Entwicklung von intelligenten statistisch- und modellbasierten Verfahren zur Diagnose und zur prädiktiven Prozessführung" werden am Versuchstand "Vernetztes Process Control System" Merkmale von Fehlerzuständen unter industriellen Bedingungen experimentell überprüft. Projektleiter Prof. Dr. Torsten Jeinsch (re.), der an der HochschuleLausitz Inhaber einer Forschungsprofessur ist, und Projektmitarbeiter Daniel Schoch beim Parametrieren und Optimieren von prädiktiven Reglern.
Foto: Ralf-Peter Witzmann
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- Quelle: Jana Wieduwilt | Foto: Ralf-Peter Witzmann
- Erstellt am 30.11.2010 - 17:39Uhr | Zuletzt geändert am 30.11.2010 - 17:51Uhr
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