MUSICI MEDICI in Görlitz
Görlitz. Am Sonntag, 2. Juli 2006, findet um 16 Uhr in der Annenkapelle ein Konzert mit dem Berliner Kammerorchester MUSICI MEDICI statt.
Unter der Leitung von Jürgen Bruns und Thomas Hofereiter gelangen Werke von Vivaldi (Concerto g-Moll), Dvorak (Tschechische Suite), R. Strauss (Bläserserenade op. 7) sowie das für Streichorchester bearbeitete Streichquartett Nr. 10, op. 118a, von D. Schostakowitsch zur Aufführung.
Wissenschaftler musizieren in der Annenkapelle
Die MUSICI MEDICI gründeten sich 1981 aus einer Kammermusikgruppe am Biochemischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin und bestanden viele Jahre fast ausschließlich aus Medizinstudenten. Heute zählt das Orchester 35 Mitglieder, von denen etwa die Hälfte Ärztinnen und Ärzte sind, weitere Naturwissenschaftler sowie Vertreter anderer Fachrichtungen sind.
Die künstlerische Leitung liegt seit 1988 in den Händen von Jürgen Bruns, nachdem die MUSICI MEDICI anfangs jeweils für zwei Jahre von den Dirigierstudenten Stefan Malzew und Oliver Pohl musikalisch geleitet wurden. Im Jahr 1992 wurde das Kammerorchester um zehn Bläser erweitert, die seit 1996 von Thomas Hofereiter betreut werden. Dadurch wurde es möglich, auch sinfonische Musik ins Repertoire aufzunehmen.
Die MUSICI MEDICI geben im Jahr bis zu 20 Konzerte in verschiedenen Besetzungen zu wissenschaftlichen und feierlichen, akademischen Anlässen. Es werden jährlich zwei bis drei größere Konzertprogramme erarbeitet. Das Repertoire reicht vom Barock bis zur Musik des 20. Jahrhunderts. In den letzten 10 Jahren hat sich auch eine intensive Kooperation mit Chören entwickelt. So wurden z.B. mit dem Kammerchor der Humboldt-Universität und mit „Toonkunst Almelo“ aus den Niederlanden Händels „Messias“ (1996 und 1998) und Bachs „Johannes-Passion“ (2005) aufgeführt. Seit 1986 finden die Berliner Konzerte der MUSICI MEDICI größtenteils in der Französischen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt statt.
Als Amateurorchester wurden die MUSICI MEDICI mehrmals ausgezeichnet und nahmen 1991, 1994 und 2000 am Europäischen Orchestertreffen teil. Konzertreisen führten sie nach Ungarn, Österreich, in die Tschechoslowakei, die Schweiz, die Niederlande, nach Frankreich sowie nach Italien. Inzwischen zur Tradition geworden ist eine jährliche sommerliche Konzertreise innerhalb Deutschlands.
Die MUSICI MEDICI können 2006 auf eine 25jährige Orchestergeschichte zurückblicken, in der über 500 Konzerte und musikalische Auftritte in unterschiedlichen Besetzungen mit jährlich über 5000 Besuchern stattfanden. Dies ist ganz besonders Dr. Günter Sauer zu verdanken, der als Mitbegründer und „spiritus rector“ seit 1981 sehr eng mit dem Ensemble verbunden ist und noch heute in diesem mitwirkt.
Personalia:
Jürgen Bruns, 1966 in Greifswald geboren, übernahm die künstlerische Leitung der MUSICI MEDICI im April 1988. Er hat die MUSICI MEDICI in 18 Jahren kontinuierlicher Arbeit wesentlich geprägt und sie zu einem anspruchsvollen Kammerorchester mitentwickelt. Parallel zu seiner Tätigkeit als Geiger am Berliner Sinfonieorchester 1988-91 studierte er bei Professor Rolf Reuter Dirigieren und nahm Privatunterricht bei Gilbert Varga in Florenz und Charles Bruck in Paris. Von 1991 bis 1992 führte ihn ein Studienaufenthalt an die „Pierre-Monteux-School“ in Maine (USA). Außerdem gründete er 1991 die „Kammersymphonie Berlin“, in deren Mittelpunkt die Musik der Klassischen Moderne steht. Bis 1996 besuchte er mehrere internationale Dirigierkurse und gewann dort sowie bei verschiedenen Wettbewerben Preise. Gastspieltätigkeiten führten ihn in die Niederlanden, der Schweiz, nach Tschechien, Italien, Slowenien, Kroatien, Rumänien, Polen und Frankreich.
Als musikalischer Leiter kooperiert Jürgen Bruns häufig mit renommierten Theaterregisseuren, zuletzt in Brechts „Mutter Courage“ am Deutschen Theater in Berlin mit Peter Zadek.
Jürgen Bruns hat eine Reihe von Aufnahmen für CD (u.a. für Capriccio, Sony, Deutsche Grammophon), Rundfunk und Film eingespielt, viele der aufgenommenen Werke sind Ersteinspielungen. Jürgen Bruns ist Träger des „Förderpreis Musik“ der Musikakademie Rheinsberg und des Landes Brandenburg. Er erhielt zweimal den Siemens-Förderpreis.
Thomas Hofereiter, 1965 in Potsdam geboren, studierte von 1983 bis 1990 Flöte und Dirigieren an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Anschließend war er dort bis 1996 als Assistent und Gastdozent für Dirigieren. Von 1996 bis 1998 folgte die Tätigkeit als Lehrbeauftragter für Ensembleleitung im Fachbereich Alte Musik der Musikhochschule Leipzig. Von 1999 bis 2002 absolvierte er ein Kirchenmusikstudium (B-Examen) an der Erzbischöflichen Kirchenmusikschule Berlin-Schöneberg. Seit 1997 ist Thomas Hofereiter auch als Kirchenmusiker am Dom „Zum Heiligen Kreuz“ in Nordhausen tätig. Seit 1996 leitet er das Bläserensemble der MUSICI MEDICI.


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- Quelle: /Dr. Sylvia Otto
- Erstellt am 16.06.2006 - 13:14Uhr | Zuletzt geändert am 03.07.2007 - 21:53Uhr
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