Wasserpfeifen im Aufwind: Shisha-Rauchen wird immer beliebter

Bild zu Wasserpfeifen im Aufwind: Shisha-Rauchen wird immer beliebterGörlitz, 14. Mai 2020. Die Trenderscheinung Shisha kann als "neu" schon längst nicht mehr bezeichnet werden, denn als Trend ist sie in den vergangenen Jahren schon viel zu sehr in der Gesellschaft etabliert; die Görlitzer etwa kennen schon seit dem Jahr 2007 das Café Oriental mit seiner Sisha-Lounge auf der Nikolaistraße. Die Shishabars, die in den vergangenen Jahren allerorten wie Pilze aus dem Boden sprossen und deren Frequentierung sprechen eine eindeutige Sprache: Die Shisha ist in aller Munde und das traditionelle Wasserpfeife-Rauchen aus dem Morgenland hat auch Deutschland quasi überrollt.

Sisha zu rauchen gehört für viele zum Lifestyle
Symbolfoto: Peggy und Marco Lachmann-Anke, Pixabay License (Bild bearbeitet)
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Geselligkeit bei Sisha-Rauchern im Vordergrund

Mittlerweile greifen immer mehr Menschen anstatt zur Zigarette lieber zur Shisha und genießen die Vielfalt der unterschiedlichen Aromen und Tabakgeschmacksrichtungen zu Hause oder inmitten des Freundeskreises und bei Treffen in geselliger Runde.

Der Ursprung der Wasserpfeife

Sicherlich hat der ein oder andere schon einmal Bilder aus dem Orient gesehen, wo auf kostbaren Teppichen und Kissen aus Brokat sitzend die Männer ihre Wasserpfeife rauchend sich unterhalten und Handelsgespräche führen. Die Shisha ist im weitesten Sinne ein Abkömmling der Friedenspfeife indianischer Völker. Die heutige Shisha, aus dem Arabischen übersetzt Wasserpfeife, stammt höchstwahrscheinlich aus Ägypten oder Indien, darüber sind sich die Wissenschaftler nicht ganz einig.

Die ersten Shishas überhaupt fand man jedenfalls noch weit vor dem 16. Jahrhundert in Indien und eben auch in Ägypten. Fakt ist, dass sie noch heute sehr stark verbreitet im Orient genutzt werden. Das Morgenland wurde schon immer mit der Wasserpfeife verbunden – und daran hat sich bis heute nichts geändert. Dass die Shisha letztlich auch hierzulande so stark verbreitet vorkommt, liegt wahrscheinlich an der deutlichen Zunahme der Zuwanderer aus dem Morgenland selbst.

Shisha fürs Sofa – ganz einfach über lokale Head- oder Onlineshops

Auch für zu Hause ist der Gebrauch der Shisha nicht nur recht einfach, sondern bei so manchem ein beliebtes Ritual zur Entspannung nach stressigem Alltag und anstrengenden Arbeitstagen. Einmal eine gute Shisha angeschafft, lässt sie sich recht einfach und schnell zusammenbauen. Mit ein wenig Routine und Übung geht das ganze Prozedere immer einfacher von Hand, man wird eben routinierter.

Die Shisha fürs Sofa kann also zu jeder Zeit und wann immer einem danach ist, aus dem Schrank geholt und genutzt werden – und dennoch: Der Aufwand ist deutlich höher als beim schnellen Griff zur Zigarette, weshalb mit einer Sisha nicht so oft, dafür aber umso genüsslicher geraucht wird. Schon allein der Aufbau und die dazugehörigen Vorbereitungen gehören für Shisha-Fans zum Ritual und sollen zur Beruhigung, zum Entspannen und Relaxen beisteuern, bevor es dann zum Genuss des Tabaks kommt. Das Angebot fürs jeweilige Equipment findet sich en masse in den vielen Shops und so auch in diesem Shisha Onlineshop, wo neben der kompletten Shishas auch die weiteren Utensilien angeboten werden.

Eine besondere Rolle spielt beim Sisha-Rauchen der Tabak, der speziell für Sishas in ebenfalls den Shops erhältlich ist. Die Geschmacksrichtungen reichen von mild und blumig bis hin zu stark und würzig. Beim Rauchen mit der Wasserpfeife wird der Rauch – daher der Name – durch Wasser gezogen, was ihn zwar nicht reinigt oder gesünder macht, aber abkühlt. Insgesamt riecht der Rauch aus der Sisha wegen der enthaltenen Aromen nicht so unangenehm wie Zigarettenrauch, dennoch gilt auch hier: Rauchen – wenn überhaupt – erst ab 18 Jahren. In der Görlitzer Sisha-Lounge kann man seine Sisha übrigens sogar gefüllt mit Milch oder Wodka bestellen.

Der Unterschied zur Zigarette

Die Shisha wurde und wird noch heute zum größten Teil in geselliger Runde geraucht und deutlich seltener allein. Schon das unterscheidet sie vom Rauchen von Zigaretten, denn das erfolgt oftmals – auch wenn Raucher in der Öffentlichkeit notgedrungen gern in Gruppen zusammenstehen – im Alleingang und nicht zwangsläufig in geselliger Runde. Zwar ist das Rauchen in der Runde für Zigarettenraucher kein Tabu, doch man trifft sich nicht extra, um Zigaretten zu rauchen. Und genau das unterscheidet zunächst das Shisha-Rauchen vom Rauchen einer Zigarette. Allerdings wird bei einer ausgedehnten Sisha-Session vom Raucher der Nikotingehalt mehrerer Zigaretten aufgenommen.

Im Gegensatz zu Zigaretten, die man in der Zigarettenschachtel sehr leicht einstecken und transportieren kann, kann man nicht in jeder beliebigen Situation auf die Sisha zurückgreifen: Schnell mal eine rauchen, um eine Wartezeit zu überbrücken, geht für den Sisha-Raucher nicht. Auch das Phänomen des Kettenrauchers ist bei Sisha-Jüngern nicht bekannt. Die Shisha ist halt nicht so leicht mal eben und überall zu verstauen, vor allem hat sie zusammengebaut als fertiges Konstrukt schon einen gewisse Größe. Für ihren Betrieb muss sie einen guten Platz haben, der einen standfesten Untergrund bietet, damit sie auf keinen Fall kippen kann. Insgesamt spielen Zeit und Muße eine große Rolle für Sisha-Raucher.

Vielleicht ist die Häufigkeit des Gebrauchs wirklich der größte Unterschied zur Zigarette: Während man mal eben schnell zur Zigarette greifen kann, muss man sich für den Genuss der Shisha entweder in einer Shishabar treffen oder sie zu Hause erst aufbauen. Ein starker Zigarettenraucher leert eine 20-Zigaretten-Packung ohne weiteres an einem Tag, ohne das bewusst wahrgenommen zu haben, was ein erhebliches Gesundheitsrisiko mit sich bringt und insbesondere für Vor-Belastete sogar ein akutes darstellen kann.

Die Shisha-Verfechter hingegen verweisen darauf, dass die traditionelle Wasserpfeife schon allein vom Prozedere und von der Vorbereitung her wesentlich bewusster und aufwendiger und somit auch weniger im Gebrauch ist als die Zigarette zwischen den Fingern. Dass in jedem Falle Tabakrauch inhaliert wird, sollte darüber nicht vergessen werden.

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  • Quelle: red | Foto: Peggy_Marco / Peggy und Marco Lachmann-Anke, Pixabay License
  • Erstellt am 14.05.2020 - 06:35Uhr | Zuletzt geändert am 14.05.2020 - 08:50Uhr
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