Grünes Gewölbe

Dresden. Nach rund vier Jahren hat Sachsens Ministerpräsident Prof. Georg Milbradt heute das frisch restaurierte Historische Grüne Gewölbe an den Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Prof. Martin Roth, übergeben.

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Restaurierung abgeschlossen

Mit der Übergabe sind die Bau- und Sanierungsarbeiten in diesem Teil des Dresdner Residenzschlosses abgeschlossen - die Wiedereinrichtung der weltberühmten musealen Schatzkammer kann beginnen. Im September dieses Jahres wird das Historische Grüne Gewölbe seine Tore für die Besucher öffnen. Zusätzlich werden rund 3.000 Exponate aus der Schatzkammer August des Starken zu sehen sein.

"Das Historische Grüne Gewölbe beherbergt nicht nur Edelsteine, sondern ist auch an sich ein Juwel. Mit den wiedererstandenen Räumen im Residenzschloss erhält Dresden eines der Glanzlichter zurück, die es weltweit zum Inbegriff barocker Schönheit gemacht haben", so Ministerpräsident Milbradt. Er freue sich, dass der Wiederaufbau des Schlosses, den er seit 1990 intensiv begleite, einen weiteren Höhepunkt erreicht habe. Der Freistaat, der die Kosten für das Grüne Gewölbe aus seinem Bauhaushalt finanziert habe, präsentiere dieses kulturhistorische Kleinod mit besonderem Stolz.

Sachsens oberster Bauherr, Finanzminister Dr. Horst Metz, lobte die Arbeit der Planungsbüros, der Baufirmen und der sächsischen Bauverwaltung, welche die einmalige Herausforderung der Restaurierung mit fachlicher Bravour und viel Herzblut gemeistert hätten. "In den Wiederaufbau des Historischen Grünen Gewölbes haben wir nicht nur viel Geld, sondern alle Beteiligten auch viel Engagement und handwerkliche Fertigkeiten investiert", so Minister Metz bei der Übergabefeier.

Prof. Martin Roth, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ergänzte: "In den kommenden Monaten vollzieht sich mit der Einrichtung der Kunstwerke der Wandel zur Schatzkammer, wie sie August der Starke 1733 bei seinem Tod hinterließ. Dann wird das Historische Grüne Gewölbe Besuchern aus aller Welt ein europäisches Kulturerbe erfahrbar machen."

Die Räume des Grünen Gewölbes im Westflügel des Schlosses wurden bereits ab 1550 errichtet. Unter August dem Starken begann 1722 der Ausbau zum Schatzkammermuseum. Im Jahre 1942 wurde das Museum Grünes Gewölbe geschlossen und der Sammlungsbestand auf die Festung Königstein ausgelagert. Bis auf wenige Umbauten um 1900 und 1913 blieb die Raumarchitektur bis zur Zerstörung bei den Luftangriffen im Februar 1945 unverändert.

Erste Sanierungsarbeiten in einzelnen Räumen erfolgten ab Mitte der sechziger Jahre. Die vollständige Sanierung des Historischen Grünen Gewölbes begann im Jahr 2002 - zunächst unter Leitung des Staatlichen Vermögens- und Hochbauamtes Dresden, später Niederlassung Dresden I des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement.

Die Ausstellungsfläche beträgt über 1.100 Quadratmeter. Die historischen Wandverkleidungen bedecken eine Fläche von etwa 1.600 Quadratmetern, die Spiegelfläche umfasst 490 Quadratmeter. Die vergoldeten Leisten haben eine Länge von insgesamt rund 2.500 Metern. Alleine die Sanierung der historischen Wandverkleidung kostete rund 13 Millionen Euro. Die Gesamtbaukosten für das Grüne Gewölbe (Neues und Historisches Grünes Gewölbe) betragen rund 45 Millionen Euro.

Insgesamt gibt Sachsen mehr als 330 Millionen Euro für den Wiederaufbau des Dresdner Schlosses aus, das damit finanziell das größte Bauvorhaben des Freistaates ist.

Nachstehende Bilder zeigen das Grüne Gewölbe vor der Zerstörung bei Luftangriffen im Februar 1945.

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  • Quelle: /SMF /red /Fotos: SIB
  • Erstellt am 28.03.2006 - 21:10Uhr | Zuletzt geändert am 29.03.2006 - 12:49Uhr
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