Schneeberäumung erfordert Rücksichtnahme und Engagement

Görlitz-Zgorzelec. Nach mehreren Wintern, die wie zum Beweis des Klimawandels eher frost- und schneearm daherkamen, nennen die Älteren unter uns den gegenwärtigen Wetterzustand treffend "Kindheitswinter" - ein richtiger Winter, wie er früher einmal war. Vielleicht ist es diese lange Abstinenz von anhaltendem Winterwetter, die manchem Bürger nun den Umgang mit Schnee und Eis etwas erschwert. So sieht sich die Görlitzer Stadtverwaltung gehalten, an Autofahrer und Grundstückseigentümer zu appellieren.

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Straßensystem funktionsfähig halten

Die Stadtverwaltung Görlitz fordert die Anwohner und Autofahrer im Stadtgebiet besonders in der Innenstadt auf, den Winterdienst durch umsichtiges Parkverhalten bei der Schneeberäumung zu unterstützen. Durch die Schneemassen an den Straßenrändern und die in ungeräumten Parkflächen parkenden Fahrzeuge wird mittlerweile die Fahrspur der Schneepflüge eingeengt, so dass viele schmale Straßen nicht geräumt werden können. Die Stadtverwaltung bittet daher alle Anlieger und Autofahrer, sich die Zeit zu nehmen und die Stellplätze frei zuschaufeln.

In Erwartung großer Schmelzwassermengen bei einsetzendem Tauwetter werden zugleich alle Grundstückseigentümer gebeten, die Straßeneinläufe vor ihren Grundstücken von Schnee und Eis zu befreien.

Dank dieser Unterstützung kann das städtische Straßensystem auch bei anhaltendem Winterwetter besser funktionsfähig gehalten werden. Der Straßenwinterdienst arbeitet an seiner Belastungsgrenze.


Kommentar

Recht hat sie, die Stadtverwaltung. Die vereinzelten Rufe, den Schnee in Mengen aus der Stadt abzufahren, bedenken nicht die Kosten einer solchen Akltion - einer Aktion, die bei einsetzendem Tauwetter überflüssig wäre.

Da ist es dem Bürger und dem Stadtbesucher eher zumutbar, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, das Auto ins Parkhaus zu stellen und vor der eigenen Haustür zu kehren rep. den Schnee zu fegen.

Eine Stadt kann ein tolles Gemeinwesen sein - wenn jeder seinen Teil beiträgt.

Ihr Fritz R. Stänker

Ergebnis: Spricht der lange Winter gegen den Klimawandel?

Ich glaube nicht an den Klimawandel (13.4%)
 
Langfristige Veränderungen des Klimas sind völlig normal (63%)
 
Das Klima schwankt immer wieder mal (7.1%)
 
Dieser Winter hat mit dem Klimawandel nichts zu tun (11%)
 
Der extreme Winter bestätigt den Klimawandel (5.5%)
 
Nichtrepräsentative Umfrage
Umfrage seit dem 14.02.2010
Teilnahme: 127 Stimmen
Kommentare Lesermeinungen (1)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Mir aus dem Herzen gesprochen

Von Hermann Schwiebert am 05.02.2010 - 16:01Uhr
@ Fritz R. Stänker die Stadtverwaltung hat nicht Rechts, aber sie hat doch Recht (schmunzel).
@ Hermann Schwiebert: Und das gleich beim ersten Wort des Kommentars! Hab´s schon korrigiert, danke für den Hinweis, der Fritz.

Ja, ich, Jahrgang 1949, kann mich wirklich noch an "richtige" Winter erinnern. Und zwar regelmäßig, von Jahr zu Jahr. Bäche und Flüsse waren zugefroren, wir konnten Schlittschuh laufen, auf dem Dorfteich Eishockey spielen, Schneeballschlachten schlagen und und und...
Das war in den fünfziger und sechziger Jahren. Das hörte dann irgendwann auf, als die SPD mit Willi Brandt an die Regierung kam, die haben das Wetter total zerstört :-)

Spaß beiseite, aber was wir heute (in Görlitz) vorfinden, ist in der Tat nur ein Winterchen, noch nciht einmal ein Kindheitswinter. Die jungen Leute, so scheint es mir, können damit aber nicht umgehen und rufen:"Katastrophe!"

Es ist doch so einfach. Nur mal die bequeme Jacke ausziehen und den Kittel "Gemeinschaft" überziehen. Mal etwas laufen, das Auto ins Parkhaus stellen. Den Fußweg gemeinsam freischaufeln, da kommt man auch mal wieder mit den Nachbarn ins Gespräch. Alte und behinderte Mitbewohner freuen sich.

Görlitz sollte wirklich die Steuergroschen, die ja wir alle mühsam verdienen, fürs Schneeräumen ausgeben. Da gibt es doch Dinge zu tun, die wichtiger sind. Heute Schnee räumen, morgen achtlos weggeworfene Zigaretten und anderen Müll aufkehren. Alles kann ja die Stadt machen. Keiner fühlt sich angesprochen. Schade!

Laßt uns diie Ärmel hochkrempeln und für unsere Stadt, für uns, dasein. Nicht umgekehrt. Also, passen wir auf, dass uns das Schmelzwasser nicht morgen in unseren Keller läuft. Beseitigen wir den Schnee so, dass des Nachbarn Keller unter Wasser steht.

Ich grüße alle Görlitzer,

Hermann Schwiebert

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  • Quelle: red / Fritz Rudolph Stänker | Erstveröffentlichung am 03.02.2010 - 14:00 Uhr
  • Erstellt am 03.02.2010 - 13:45Uhr | Zuletzt geändert am 05.02.2010 - 17:43Uhr
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