Mehr schnelles Internet im Landkreis Görlitz
Landkreis Görlitz, 27. Juli 2017. Überraschte Gesichter gab es gestern im Landratsamt Görlitz, als eine Einladung zur Abholung eines Förderbescheides für den Breitbandausbau eintrudelte. Absender ist Alexander Dobrindt (CSU), seines Zeichens Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.
Fördermittelbescheid persönlich abholen – ein Anachronismus?
Weil das Papier für viele seiner Bürger von enormer Bedeutung ist, will sich Landrat Bernd Lange (CDU) heute höchstpersönlich auf den Weg in die Hauptstadt der Republik machen und wird dafür sicherlich auch die zwar schön, aber eher schmalbandausgebaute Bundesstraße B115 nutzen.
Insgesamt könnten 34 Kommunen im Landkreis Görlitz vom Fördermittelbescheid profitieren. Für sie hatte das Landratsamt im Februar einen Förderantrag gestellt in der Hoffnung, an Geld aus dem Breitbandförderprogramm des Bundes zu kommen.
Mit diesem Programm will der Bund den in Deutschland viel zu langsamen Ausbau des schnellen Internets beschleunigen. Allerdings ist über die Höhe der in Aussicht stehenden Förderung noch nichts bekannt.
Kommentar:
Ja, so ist das mit den ersehnten Dingen: Wenn sie da sind, ist die Vorfreude weg. Beim wirklich schnellen Internet (das zumindest schneller als die herkömmlichen DSL-Werbeversprechen sein sollte) ist das anders, weil es dauerhaft Freude bereitet, vor allem dem, der die damit verbundenen Chancen nutzt. Doch schon jetzt haben Unternehmen große Reserven, ihr Geschäft zu digitalisieren, die Nutzung intelligenter Services und von Clouddiensten scheint noch wenig verbreitet.
Dazu gehört auch, wenn ein halbwegs gut dotierter Landrat einen Fördermittelbescheid persönlich abholen muss, anstelle die Zusage rasant und sicher per Internet übermittelt zu bekommen. Soeben sagt Google, dass es vom Landratsamt Görlitz bis zum Bundesverkehrsministerium in Berlin via B115 und A13 218 Kilometer sind bei einer Fahrzeit von knapp drei Stunden. Hin und zurück geht für die Aktion also wohl ein voller Arbeitstag flöten. Sitzt der Landrat in Fond der mehr oder weniger umweltunfreundlichen Luxuslimousine, um die Zeit fürs Aktenstudium zu nutzen oder sich seelisch und moralisch auf den Übergabeakt vorzubereiten, geht zwar nicht sein ganzer, dafür jedoch ein weiterer Arbeitstag für den/die Fahrer/in drauf, was aber beschäftigungspolitisch völlig o.k. ist.
Auf eine Hochrechnung von Reise-, Arbeits- und Nebenkosten für so eine Fördermittelbescheidübergabe muss wegen der dürftigen Datenlage verzichtet werden, ausmalen kann sich das aber jeder selber.
Für den PR-Effekt der Fördermittelübergabe (Wahlkampf!) sollte den Beteiligten auch im Internet-Zeitalter kein Aufwand hoch genug sein, meint
Ihr Fritz R. Stänker
Update 2021:
Breitband, Fördermittel und IT-Sicherheit



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- Erstellt am 27.07.2017 - 06:26Uhr | Zuletzt geändert am 21.09.2021 - 12:08Uhr
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