Landkreis Görlitz schafft Elektroauto an
Landkreis Görlitz, 30. Oktober 2015. Seit vorgestern kann die Görlitzer Landkreisverwaltung mit Elektroantrieb durch ihr langgezogenes Reich rollen. Mit dem Kauf eines Renault Zoe, einem rein elektrisch betriebenen Gefährt, will die Behörde in der Elektromibilität ein weiteres Zeichen setzen und zukunftsfähige wie wie auch nachhaltiger Technologien im Straßenverkehr voranbringen.
Abbildung: Horst Büchner (links), Inhaber der Autohaus Büchner GmbH, ist u.a. Partner von Renault, einem Unternehmen, das treibende Kraft für Elektromobilität im Pkw-Sektor ist. Daneben der Görlitzer Landrat Bernd Lange.
Stänker fragt: Und woher kommt der Strom?
Der Renault Zoe bringt es auf 180 Kilometer Reichweite - genug, um alle Standorte der Verwaltungsstandorte im Landkreis zu erreichen.
Mit dem Einsatz des Elektroautos will man im Amt Erfahrungen mit dieser Technologie sammeln, um den Fuhrpark des Landkreises künftig weiter mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen ausstatten zu können. Für die Elektrofahrzeuge muss das Landtratsamt auch Geld für eine Ladeinfrastruktur ausgeben.
Geliefert wurde der Renault Zoe von der Autohaus Büchner GmbH, beteiligt waren die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien und die Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH innerhalb des Projekts "neissemobility" realisiert.
Kommentar
Ich weiß gar nicht, ob es die Aufgabe einer Verwaltung ist, "Zeichen" zu setzen und Technologien auszuprobieren.
Zu teuer allerdings war die Anschaffung des Renaults Zoe vermutlich nicht: Das Auto wird - abhängig von der Ausstattung - zum Herstellerlistenpreis (unverbindliche Preisempfehlung) von 21.500 Euro aufgerufen, ist für Gewerbekunden zumindest im Internet schon für 14.190 Euro zu haben (wen's interessiert:: Privatkunden sind mit 16.398 Euro dabei). Pro Ladestation kann man - je nach Leistungsstärke und Ausstattung - zwischen ungefähr zwischen 600 und 2.700 Euro dazuaddieren.
Weit wichtiger als die Anschaffungskosten ist jedoch die Frage, woher der Ladestrom kommt: Ist er umweltfreundlich oder eher umweltunfreundlich erzeugt? Elektrischer Strom, der aus Braunkohle erzeugt wurde, dessen Generierung also die Atemluft mit schädlichen Gasen und Schwermetallen verdreckt sowie Landschaften, kulturelle Werte und Beziehungen vernichtet, würde den ökologischen Aspekt der Elektromobilität ad absurdum führen.
Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat die Zeichen der Zeiterkannt und möchte seine schmutzige Lausitzer Braunkohlensparte abstoßen. Wichtige Interessenten dafür kommen aus früheren Ostblockstaaten, so der international agierende tschechische teilstaatliche Energieriese ČEZ (ČEZ, a. s.) wie auch der Energiekonzern EPH (ENERGETICKÝ A PRŮMYSLOVÝ HOLDING, a.s.), ebenfalls aus Tschechien, der schon die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft Mibrag in Sachsen-Anhalt besitzt. Auch das polnische Energieunternehmen PGE (Polska Grupa Energetyczna S.A.), das u.a. das Kraftwerk Türchau (Turow) bei Görlitz betreibt, könnte als Käufer infrage kommen.
Schon sind Umweltaktivisten beunruhigt, weil sowohl ČEZ als künftig auch PGE auf Kernkraft setzen, was ihren Stromerzeugungsmix betrifft: Könnte die Lausitzer Granitformation als Endlager ins Spiel kommen, wenn eines der Unternehmen den Zuschlag für Vattenfall erhalten sollte?
Bleibt zu hoffen, dass das Landratsamt Görlitz neben den sozialen und kulturellen auch unter Umweltaspekten ein Auge auf die Tagebaue und die Braunkohlenverstromung als Auslaufmodell hat,
meint Ihr Fritz R. Stänker



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- Quelle: red | Kommentar: Fritz R. Stänker | Foto: Landratsamt Görlitz
- Erstellt am 30.10.2015 - 07:55Uhr | Zuletzt geändert am 30.10.2015 - 09:33Uhr
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