Kreisverkehr Bahnhofstraße / Salomonstraße wird freigegeben
Görlitz, 23. Juli 2015. Der Kreisverkehr Bahnhofstraße / Salomonstraße, der heute nachmittag für den Verkehr freigegeben werden soll, gehörte zu den Projekten, die die Görlitzer polarisieren: Knapp 700.000 Euro werden dafür aufgewendet. Angesichts stockender Projekte wie der Stadthallensanierung kein Pappenstiel, zumal die Kosten wegen einer für den Kreisel zu versetzenden, zum denkmalgeschützten Bahnhofsensemble gehörenden Mauer um einen sechsstelligen Betrag - nach Angaben des Norddeutschen Rundfunks (NDR) 250.000 Euro - explodierten.
Stänker: Hauptsache, es geht voran!
Der Kreuzungsbereich Bahnhofstraße / Salomonstraße war seit dem 26. März 2015 voll gesperrt. Schon am 15. Juli begannen die Arbeiten für den neuen zentralen Bushof, der seine Zufahrt aus dem Kreisverkehr erhält, mit dem Bau eines Regenwasserstaukanals.
Das Bus-Zentralterminal Görlitz entsteht auf Geländeteilen des früheren Güterbahnhofs. Ende 2015 soll alles fertig sein und übergeben werden.
Am Kreisverkehr ist - trotz Verkehrsfreigabe - der Job noch nicht ganz gemacht: Restarbeiten auf den Gehwegen stehen noch aus, besonders im Bereich des künftigen Bushofes. Für Fußgänger heißt das erst einmal, den nördlichen Gehweg auf der Seite am Landratsamt Görlitz zu benutzen.
Die Innenfläche des neuen Kreisels soll erst später aufgehübscht werden - das könnte kostensparend zeitgleich mit der Bepflanzung des Bushofes erfolgen.
Die Stadtverwaltung Görlitz hat den Hinweis gegeben, dass zur Inbetriebnahme des Bushofes die dort geplante Toilettenanlage noch nicht fertiggestellt sein wird. Mit Beschluss vom 10. Juli 2015 hatte die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Verkehrsverbund Oberlausitz- Niederschlesien (ZVON) einstimmig 100.000 Euro für dieses Vorhaben zur Verfügung gestellt. Damit scheint sich die Prophezeiung der Stadträte Joachim Paulick (Ex-Oberbürgermeister) und Michael Prochnow zu bewahrheiten, die sie im NDR-Beitrag "Realer Irrsinn: Die denkmalgeschützte Mauer von Görlitz" vom 25. Februar 2015 machten.
Kommentar:
Das Projekt strapaziert das Vertrauen in die Verkehrsplaner arg. Viele Nicht-Experten meinen, ein Kreisverkehr an der Einmündung der Krölstraße in die Bahnhofstraße wäre weit zweckmäßiger - und wohl auch billiger - gewesen.
Zugute halten muss man dem jetzt realisierten Projekt, dass es in Verbindung mit dem neuen Bushof unmittelbar am Bahnhof eine verkehrsplanerische Lösung darstellt, die sowohl Bus- wie Kfz-Nutzern entgegenkommt. Auch die Investitions- und vor allem Betriebskosten für eine sonst notwendige Kreuzungslösung mit Verkehrsregelung durch eine Ampelanlage, äh, Lichtsignalanlage, müssen gegengerechnet werden.
Dass es allerdings bei der Toilettenanlage schon jetzt absehbar klemmt, ist man in Görlitz - siehe die Provisorien am Berzdorfer See - gewohnt. Vielleicht sollte man im Rathaus die Toiletten mal für eine Woche verschließen und für die Verwaltungsbedürfnisse Plastikhäuschen auf dem Untermarkt aufstellen, eigene Erfahrung gilt immerhin als der intensivste Lehrmeister.
Aber Hauptsache, es geht voran. Noch so ein paar Kreisel in Görlitz und wir fahren nur noch Achten,
prognostiziert Ihr Fritz R. Stänker
Mehr zur Vorgeschichte dieses Kreisverkehrs erfahren Sie im Görlitzer Anzeiger!
09.09.2013: Kreisverkehr Bahnhofstraße / Salomonstraße entsteht



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- Quelle: red | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
- Erstellt am 23.07.2015 - 08:08Uhr | Zuletzt geändert am 23.07.2015 - 11:46Uhr
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