Görlitz führt Knöllchen-Flatrate ein

Görlitz, 1. April 2015. “Flat” ist in Mode: Was bei Handytarifen klappt, will die Görlitzer Stadtverwaltung in einem Anfall ungeahnter Pfiffigkeit nun kybernetisch auf die Ahndung von Ordnungswidrigkeiten übertragen. Der Görlitzer Anzeiger weiß, wie’s gehen soll.

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Stadt Görlitz verspricht sich erhebliche Mehreinnahmen

“Im Grunde geht es ja um die Geldeinnahmen”, so ein nicht genannt sein wollender Projektverantwortlicher. Da sei es doch höchst interessant, auch Knöllchengelder einzusammeln von Kraftfahrern, die gar nicht falsch parken. Geht - trotz umfassender juristischer Prüfung - leider nicht, aber es entstand die Idee der “Knöllchen-Flatrate”. So funktioniert die Görlitzer "Knöllchen-Flatrate" Zunächst soll ein Grundtarif eingeführt werden, der die Kraftfahrer für das neuartige System interessieren und dazu beitragen soll, möglichst viele von ihnen als Kunden zu gewinnen, damit man ihnen später auch teurere Tarife verklickern kann. Der Grundtarif der Görlitzer Knöllchen-Flatrate beruht auf der monatlichen Zahlung von zwanzig Euro durch Kraftfahrer, die damit für ein bestimmtes Kfz vier Knöllchen im Monat “frei” haben. Praktisch bedeutet das, dass die Politessen und Politessinnen zwar das Knöllchen ans Auto klemmen, das Fahrzeug in der Bußgeldstelle aber anhand des Kennzeichens als einem Flatrate-Nutzer gehörig identifiziert wird und entsprechend weder Zahlungsauforderung noch Anhörungsbogen verschickt werden. Das klappt viermal im Monat, bei jedem weiteren Parkverstoß winken im Rahmen der Flatrate immerhin satte zwanzig Prozent Nachlass. Wer allerdings keine Parkverstöße begeht, vielleicht weil er den ganz Monat lang gar nicht in Görlitz unterwegs war, bekommt nichts erstattet. Erst das verspricht wirklich volle Kassen. Listiges Motivationssystem Um die Kraftfahrer für das System bei Laune zu halten - besonders der Oberbürgermeister setzt immer wieder auf Motivation - soll nach zwölf Monaten ohne jeden Parkverstoß dem Kraftfahrer automatisch das “Goldene Knöllchen”, vebunden mit einer Gutschrift von zwölf Euro, zugeschickt werden. Da aber niemand wirklich mit zwölf Monaten ohne Parkverstoß rechnet, wird es soweit wohl nicht kommen.

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  • Quelle: FRS | Foto: blickpixel / Michael Schwarzenberger, pixabay, Lizenz CC0 Public Domain
  • Erstellt am 01.04.2015 - 09:13Uhr | Zuletzt geändert am 01.04.2015 - 09:23Uhr
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