Streuobst in Sachsen

Dresden, 8. März 2006. Für alle, die sich mit dem Anlegen und der Pflege von Streuobstwiesen befassen, bietet die Broschüre "Streuobst in Sachsen" wertvolle Tipps. Sie wendet sich an Grundstücksbesitzer, Landwirte und Gärtner aber auch an Naturschützer und ökologisch Interessierte.

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Kostenlose Broschüre neu aufgelegt

Auf 30 Seiten wird die Problematik ausführlich dargestellt. Der Leser erfährt z. B., wie man Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten einrichtet oder wie unterschiedlich hoch Nistkästen für Vögel angebracht werden müssen. Zur Nutzung geeignete, meist alte Obstsorten werden empfohlen sowie Hinweise zum Schnitt von Baumveteranen gegeben.

Heute gehören die artenreichen Streuobstwiesen zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas. "Dieses kostbare Kulturgut gilt es zu bewahren und weiter zu entwickeln. Deshalb stehen Streuobstwiesen nach dem sächsischen Naturschutzgesetz unter besonderem Schutz", so Umwelt- und Landwirtschaftminister Stanislaw Tillich.

Bereits vor Jahrhunderten wurden Streuobstwiesen in der Nähe von Siedlungen angelegt. Es sind unregelmäßig, d.h. "gestreut" gepflanzte, meist hochstämmige Obstbäume unterschiedlicher Altersgruppen, Arten und Sorten. Charakteristisch ist auch das darunter als Wiese oder Weide genutzte Grünland. Im gegenwärtigen Obstbau haben Streuobstwiesen nur noch geringe wirtschaftliche Bedeutung, obwohl sie auch im Alter noch gute Erträge erwarten lassen. Traditionell gehören sie zu unserer heutigen Kulturlandschaft und sind ein wichtiges Refugium für Pflanzen und Tiere.

Wegen der großen Nachfrage wurde die Broschüre mit einer Exemplarzahl von 10.000 Stück wieder aufgelegt und ist kostenlos zu beziehen beim Zentralen Broschürenversand der Staatsregierung unter 0351/2103671oder 2103672.


Kommentar

Obwohl das Stelldichein "unterm Apfelbaum " sich vom Paradies bis zur deutschen Romantik und zur Rock- und Musik ("Hab´ geschlafen unterm Apfelbaum..." von Renft, "Auf der Wiese haben wir gelegen..." von Veronika Fischer & Band) durchzieht, ist das traditionelle Obstgehölz auch in den Oberlausitzer Vorgärten immer weniger zu finden. Beliebt sind exotische Gehölze, allenfalls – besonders in den Kleingärten – niederstämmige pflegeleichte Obstbaumsorten. Dass Pflanzen aus fernen Ländern auch die spezifischen Schädlinge nach sich ziehen, die bei uns "freies Feld" vorfinden, wird noch immer verdrängt.

Die naturgeschützte Streuobstwiese hat auch weitere Aspekte, die nichts mehr mit Ökologie zu tun haben. Man hört von Versuchen, mittels Streuobstwiesen unliebsame Bauvorhaben zu verhindern. Allerdings: Wer seine Steuobstwiese unter Naturschutz stellen will, sollte sich vergewissern, dass er dann nicht "per Ordre de Mufti" zum Landwirt erklärt wird, was erhebliche finanzielle Folgen bis hin zur Rentenversicherung haben könnte.

Thomas Beier

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  • Quelle: smul /Kommentar: Thomas Beier
  • Erstellt am 08.03.2006 - 10:32Uhr | Zuletzt geändert am 22.12.2020 - 16:48Uhr
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