Marderhund zu Gast

Uhyst an der Spree. Ungewöhnlichen Besuch hatte in den letzten Tagen ein Bauernhof in Uhyst im Niederschlesischen Oberlausitzkreis. Ein Marderhund hatte sich für einen Tag einquartiert.

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Neue Tierart erobert Sachsen

Da staunte die Bäuerin nicht schlecht, als sie morgens in der Tür zur Waschküche ein seltsames Wesen antraf: „So etwas hatte ich noch nie gesehen, aber ich ahnte, dass es ein Marderhund sein könnte.“ Ein Blick ins Online-Lexikon Wikipedia bestätigte die Vermutung.

Inzwischen nahm der drollige Geselle den Hof in Augenschein. Weil er einen gutmütigen Eindruck machte und „so lieb guckte“, ließ ihn die Bauersfrau gewähren. Auch die Katzen, eine Schäferhündin und eine Dogge sowie die Pferde behandelten den Marderhund „wie einen alten Kumpel“ - kein Fauchen, kein Knurren, nur freundliches Beschnuppern war angesagt.

Schließlich machte es sich der Gast im Heuvorrat der Pferde gemütlich. Am nächsten Morgen war er wieder weg.

Hintergrund:


Der Marderhund sieht tatsächlich aus wie eine Mischung aus Marder und Hund. Zugeordnet wird er der Hundefamilie. Allerdings wird er oft mit dem Waschbären verwechselt.

Marderhunde bellen nicht, man könnte ihr Winseln durchaus auch Miauen bezeichnen. Bei Gefahr wird geknurrt, und wenn des nachts den Rüden die Sehnsucht nach einer Partnerin plagt, heult er ähnlich dem Wolf.

Marderhunde stammen eigentlich aus Asien, wurden aber in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in großer Zahl in der Ukraine ausgesetzt. Von dort aus haben Sie sich verbreitet und sind seit den frühen sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts auch in Deutschland heimisch. In Ostdeutschland sind sie vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg anzutreffen und vermehren sich nun auch in den ostsächsischen unterholzreichen Heidelandschaften.

Gefressen wird so ziemlich alles, was klein ist: Mäuse und Aas, Fische und Kröten, Vögel und Eier, Schnecken und Insekten ebenso wie Obst, Eicheln und Nüsse. Insgesamt ist der Marderhund kein Jäger, sondern frisst, wie´s gerade kommt. Feinde gibt es nur wenige, allerings sind die Wölfe und die Luchse, wie sie um Uhyst herum heimisch sind, für den Waldbewohner durchaus gefährlich.

Der Marderhund wird bejagt, weil befürchtet wird, dass sein Vordringen Ökosysteme aus dem Lot bringen könnte, während er selbst kaum auf natürliche Feinde trifft. Bewiesen ist das allerdings nicht.

Wer einem - wenn auch noch so „lieben“ - Marderhund begegnet sollte nicht vergessen, dass es sich um ein Wildtier handelt, das unerwartet zuschnappen kann. Wie der Fuchs überträgt der Marderhund auch den Fuchsbandwurm und die Tollwut. Also: Finger weg!

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  • Quelle: /TEB | Fotos: /Privat
  • Erstellt am 07.10.2007 - 20:36Uhr | Zuletzt geändert am 07.10.2007 - 21:25Uhr
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