Landkreis Görlitz hat Rettungspunkte im Wald
Landkreis Görlitz, 1. Juni 2018. Allein im Wald unterwegs, Herzattacke oder Bein gebrochen, die falschen Pilze genascht oder vom Fuchs gebissen, zum Glück liegt Handynetz an, Notruf gewählt. Erste Frage der Retter: "Wo befinden Sie sich?" Antwort: "Im Wald bei Zimpel-Tauer." Wenn man keine genaueren Angaben machen oder vielleicht sogar per Smartphone seine GPS-Daten ermitteln und durchgeben kann, dürfte die Suche etwas länger dauern – wertvolle Zeit verstreicht und die Retter werden unnötig beschäftigt.
Abbildung: Beschilderung eines forstlichen Rettungspunktes nach Empfehlung des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik e.V.
Rettungspunktsystem im Geoportal einsehbar
Da ist es hilfreich, dass der Landkreis Görlitz ein Rettungspunktesystem aufgebaut und 180 Rettungstreffpunkte beschildert hat. Derlei "Forstliche Rettungstreffpunkte" sind definierte Orte in und an Waldgebieten, die eine eindeutige Bezeichnung haben, den Rettungsleitstellen bekannt sind und von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei genutzt werden. Gekennzeichnet sind diese Rettungspunkte mit Schildern, die meist an markanten Punkten wie Wanderparkplätzen, Wegkreuzungen oder Schutzhütten stehen, mit einem Rettungstreffpunkt-Symbol und einer Kennnummer. Die Punkte sind zugleich Treffpunkte für Einsatzkräfte und eventuelle Kontaktpersonen hilfebedürftiger Waldbesucher oder Forstarbeiter.
Im einfachsten Fall sollte man sich die Nummer merken, wenn man unterwegs ist und zufällig einen solchen Punkt sieht. Dann kann man diesen vieleicht noch in der Nähe liegenden Rettungstreffpunkt direkt bei der Rettungsleitstelle melden – die Retter sind dann viel schneller da. Außerdem ist gut beraten, wer sich das Rettungspunktsystem vorsoglich einmal im Geoportal des Landkreises Görlitz ansieht (linkes Menü "Themen" > "Sicherheit und Vorsorge" > "Rettungspunkte") und die Adresse www.gis-lkgr.de im Smartphone zusätzlich zur Notrufnummer der Rettungsleitstelle 112 speichert.
Das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF) unterhät eine deutschlandweite Übersichtskarte mit Rettungstreffpunkten sowie die App "Hilfe im Wald", die beispielsweise bei Google Play für Android und bei iTunes für iOS heruntergeladen werden kann. Wer in Sachsen unterwegs ist und sich mobil informieren möchte, dem bietet auch die vom Staatsbetrieb Sachsenforst gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst bereitgestellte App "Waldbrandgefahr Sachsen" umfassende Auskünfte zu Rettungspunkten sowie zur aktuellen Waldbrandsituation vor Ort.
Deutschlandweite Regelung: Fehlanzeige
Für das Ausweisen forstlicher Rettungspunkte gibt es in Deutschland keine direkte gesetzliche Grundlage und auch keinen öffentlichen Auftrag, unterm Strich: keine einheitliche Regelung. Folglich wird wegen der föderalen Strukturen und der unterschiedlichen Waldbesitzarten wird die Idee der Rettungspunkte in Deutschland sehr unterschiedlich angewendet. Unterschiede gibt es nicht nur zwischen den Bundesländern, sondern auch innerhalb. So werden die Punkte beispielsweise in unterschiedlicher Systematik bezeichnet, auf uneinheitliche Weise beschildert (oder gar nicht beschildert) sowie auf unterschiedlichen Wegen veröffentlicht: auf Karten, in regionalen Geoportalen oder als Datensatz zum Download.Hilfreicher Praxisleitfaden für Waldbesitzer
"Der bisherige Erfolg des Projektes zeigt, dass es sinnvoll ist, die Rettungspunkte zentral zusammen zu führen. Jeder Waldbesitzer, der Rettungspunkte ausweist und meldet, kann damit im Ernstfall das Leben von Beschäftigten der Forstwirtschaft, aber auch von Waldbesuchern und Jägern retten", erkläutert Stefanie Labitzke, die beim KWF für die Rettungspunkte verantwortlich ist. Die KWF-Broschüre "Ausweisen forstlicher Rettungspunkte" unterstützt Waldbesitzer, die Rettungspunkte ausweisen oder vorhandene vereinheitlichen möchten. Dieser Handlungsleitfaden richtet sich in erster Linie an Waldbesitzer und verantwortlichen Stellen und kann als PDF-Dokument heruntergeladen oder als Druckexemplar bestellt werden.


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- Quelle: red | Bildquelle Schild: Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V., Bildquelle Karte: gis-lkgr.de
- Erstellt am 01.06.2018 - 08:56Uhr | Zuletzt geändert am 01.06.2018 - 10:02Uhr
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