Fahrraddiebstahl in Sachsen

Görlitz, 3. Dezember 2015. In Sachsen ist die Zahl der Fahrraddiebstähle unvermindert hoch. Aktuellen Zahlen zufolge ist die Zahl der Fahrraddiebstähle allein in der Landeshauptstadt Dresden zuletzt auf fast 6.000 Fälle angestiegen. Leipzig ist sogar Spitze beim Fahrraddiebstahl. Dort wurden fast 7.000 Fahrraddiebstähle gemeldet. In den anderen Landkreisen sieht es etwas besser aus. Der Landkreis Görlitz liegt aber nach den beiden Großstädten an dritter Stelle bei den absoluten Zahlen. 1.655 Mal meldeten Fahrradbesitzer einen Diebstahl ihres Gefährts. Landesweit sind es 21.500 Fälle gewesen. Die Aufklärungsquote liegt nur bei 13,9 Prozent. Das ist zwar weit besser als in den meisten anderen Bundesländern, lässt aber sechs von sieben Betroffene im Ungewissen.

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Polizei rät zur Prävention

Die Polizei rät zu präventiven Maßnahmen. An erster Stelle steht dabei ein gutes Fahrradschloss. Zwar kann kein Schloss einen Diebstahl effektiv verhindern, aber ein gutes Fahrradschloss hält die Diebe lang genug auf. Jede Verzögerung hilft. Denn wird Dieben die Gefahr zu groß, lassen sie von ihrem Vorhaben ab. Zugleich steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie von Passanten oder dem Eigentümer erwischt werden.

Gute Fahrradschlösser schützen

Ein gutes Fahrradschloss zu finden, ist eine Kunst für sich. Die Polizei empfiehlt Kettenschlösser, sichere Bügelschlösser oder sogenannte Panzerkabelschlösser. Stiftung Warentest oder Vergleichsportale wie fahrradschlosstest.eu empfehlen in der Regel Bügelschlösser aus sicherem Stahl. Ein Tipp beider Experten ist das Abus uGrip Plus 501, das nur ca. 70 Euro kostet und höchste Sicherheitsstandards erfüllt. Aber auch andere Schlösser können Diebe ausreichend abschrecken. Sinnvoll ist es, zwei Schlösser zu kombinieren, um den Dieben nicht nur zeitlich eine neue Hürde zu setzen. Denn zwei verschiedene Schlösserarten erfordern meistens auch zwei verschiedene Werkzeuge.

Das beste Fahrradschloss nutzt jedoch nichts, wenn das Gefährt nicht an einem festen Gegenstand angeschlossen ist. Viele Fahrradfahrer sperren nur die Laufräder, schließen mit einem Begleiter zwei Fahrräder zusammen oder nutzen einen mobilen Fahrradständer. Damit schwindet die Abschreckung erheblich. Laternenmasten, feste Fahrradständer oder auch ein Baum sorgen dagegen für ein Plus an Sicherheit.

Fahrrad codieren lassen

Die Polizei empfiehlt außerdem, das eigene Fahrrad codieren zu lassen. Dabei wird ein Code in den Rahmen eingeschlagen. Dieser dient zur Wiedererkennung für Besitzer, Fundbüros und Polizei, hält aber Diebe und Hehler auch davon ab, einen Drahtesel zu stehlen oder zu handeln. Denn der Code steigert die Wahrscheinlichkeit, dass die Polizei den Diebstahl aufklären kann. Im Zusammenspiel mit einem ordentlich ausgefüllten Fahrradpass trägt eine Codierung dazu bei, die Wahrscheinlichkeit eines Diebstahls zu senken und die Chance auf Rückgabe zu steigern.

Fahrradpass-App

Die Polizei bietet außerdem eine kostenlose Fahrradpass-App für Apple- und Android-Geräte an. Mit dieser können Fahrradbesitzer die im Fahrradpass hinterlegten Daten per Smartphone erfassen und mit einem Foto vom Zweirad ergänzen. Im Falle eines Diebstahls können sie diese Daten dann als E-Mail mit pdf-Anhang direkt an das zuständige Polizeirevier weiterleiten.

Wenn Diebe das Fahrrad dennoch stehlen …

Kommt es trotz dieser abschreckenden Maßnahmen zu einem Fahrraddiebstahl, sollten die Radbesitzer sofort die Polizei verständigen. Die Polizei in Sachsen hat für diese Fälle eine eigene Webseite eingerichtet und dort die detaillierte Vorgehensweise im Falle eines Diebstahls aufgeführt. Wer sich an diese Anweisungen hält, die im Fahrradpass eingetragenen Daten parat hat oder sogar das Rad codiert hat, könnte zu den glücklichen Fahrradbesitzern gehören, deren Verluste die Polizei aufklären kann.

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  • Quelle: red | Foto Zahlenschloss: MelSi / Melanie Siebert, Foto Fahrrad: Hans / Hans Braxmeier, beide pixabay, Lizenz CC0 Public Domain
  • Erstellt am 03.12.2015 - 17:48Uhr | Zuletzt geändert am 03.12.2015 - 18:31Uhr
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