Schimmelbekämpfung – Hausmittel und Expertenrat
Görlitz, 12. Oktober 2015. Besonders während der Heizperiode machen sich in vielen Wohnungen Schimmelsporen breit. Nicht immer liegt die Schuld bei Bewohnern. Wenn in Wintermonaten die Temperaturen sinken und die Luftfeuchtigkeit zunimmt, können auch bauliche Mängel zum Vorschein kommen und für entsprechenden Befall in den Innenräumen verantwortlich sein. Doch egal ob unzureichendes Lüften oder bauphysikalische Schäden zur Ausbreitung von Schimmelsporen geführt haben – die Schimmelbekämpfung muss schnellstmöglich erfolgen. Ansonsten können gesundheitliche Beschwerden drohen.
Abbildung oben: Schimmel in der Wohnung, Bildquelle: Thorben Wengert / pixelio.de
Bei Schimmelbefall sind Ursachenanalyse und richtige Vorgehensweise wichtig
Müdigkeit, allergische Reaktionen und Kopfschmerzen sind nur drei der möglichen Gesundheitsprobleme, die von Schimmel ausgelöst werden können. Experten warnen davor, die negativen Auswirkungen zu unterschätzen. Insbesondere geschwächte Erwachsene, Senioren und Kinder sind anfällig. Schimmel muss umgehend bekämpft werden, um die Vermehrung zu vermeiden und Erkrankungen vorzubeugen.
Neben einem modrigen Geruch deuten dunkle oder gelbliche Flecken auf einen Befall hin. Schimmel kann sich in häuslicher Umgebung auf unterschiedlichsten Materialien absetzen.
Der am häufigsten vorkommende Pilz ist als Penicillium bekannt. "Penicillium-Arten lieben Wärme und Feuchtigkeit“, so der Hinweis auf der Webseite www.naturheilpraxis-hollmann.de. Dieser Schimmelpilz ist unter anderem auf Tapeten, Matratzen, Polstermöbeln, Fensterbrettern und Gummidichtungen zu finden. Ergänzend wird erläutert: "Penicillium kann allergische Reaktionen wie zum Beispiel Fließschnupfen, Husten, Niesanfälle, Nesselfieber oder Asthma auslösen (Schimmelpilzallergie)."
Weitere Gattungen sind der Schwärzepilz Cladosporium, Acremonium sowie Aspergillus. Obwohl Schimmelsporen theoretisch überall vorkommen, wachsen sie ausschließlich auf feuchten Oberflächen. Diese dienen als Nährboden. Die potenziellen Gründe für Feuchtigkeit sind vielfältig. Das Spektrum reicht von undichten Fenstern und ungenügendem Lüften über bauphysikalisch unzureichend dimensionierte Gebäudematerialien bis hin zu defekten Dachrinnen oder Rissen im Mauerwerk.
Ursachenforschung und Gegenmaßnahmen
Um eindeutig zu klären, ob es sich bei den Verschmutzungen tatsächlich um Schimmel handelt, können im Handel erhältliche Schnelltests durchgeführt werden. Durch den Einsatz von Teststreifen lässt sich in wenigen Minuten klären, ob Schimmelbefall vorliegt. Bestätigt sich der Verdacht ist abhängig von Intensität und Fläche entsprechend vorzugehen.
Handelt es sich lediglich um punktuell eingeschränkte Bereiche unter einem halben Quadratmeter kann eine oberflächliche Reinigung ausreichen. Dekra Bausachverständige raten bei oberflächlicher Behandlung zu 80-prozentigem Ethylalkohol. Als wirkungsvolles Hausmittel gilt zudem Wasserstoffperoxid. Beides ist in Apotheken und Drogerien erhältlich.
Alternativen sind Anti-Schimmel-Mittel. Stiftung Warentest hat 20 Produkte getestet. Im Vergleich zu Hausmitteln, die nahezu frei von Nebenwirkungen sind, konnten nur zwei Anti-Schimmel-Produkte überzeugen. Sie wurden mit entsprechenden Ergebnissen Brennspiritus und Wasserstoffperoxid gegenübergestellt:
- Brennspriritus (über 94 % Ethanol als wichtigstem Inhaltsstoff) als Hausmittel erhielt in der Bewertung 2,3 Punkte,
- Wasserstoffperoxid (3 %) kam auf 2,0 Punkte,
- der FLT Schimmel-Entferner, dessen wichtigster Inhaltsstoff Benzalkoniumchlorid ist, wurde mit 1,7 Punkten bewertet,
- der Mem Schimmel-Entferner mit dem wichtigsten Inhaltsstoff Didecyldimethylammoniumchlorid erhielt 1,9 Punkte.
Beim Behandeln der Flächen ist das Tragen von Handschuhen und Atemschutz ratsam, da sich Schimmelsporen lösen und über die Atemwege in den Organismus gelangen können. Nicht empfehlenswert ist der Griff zu hypochlorithaltigen Produkten, da sie den Atemwegen schaden.
Sobald die befallenen Flächen über einen halben Quadratmeter hinausgehen und sich Schimmel großflächig auszubreiten scheint, sollte ein Fachmann kontaktiert werden. In diesen Fällen hilft eine Oberflächenbehandlung nicht, da die Ursache für den Schimmelbefall entweder innerhalb des Mauerwerks zu finden ist oder der Befall durch noch schwerwiegendere Ursachen ausgelöst wurde. Auf Feuchteschäden spezialisierte Betriebe setzen Messgeräte ein, um herauszufinden wo die Feuchtigkeit in den Wohnraum eindringt und wo sie ihren Ursprung hat. Alle in Frage kommenden Elemente werden hinsichtlich des Durchfeuchtungsgrads untersucht. Nach einer umfangreichen Ursachenanalyse werden entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Je nach Schwere des Befalls greifen Profis auf unterschiedliche Lösungen zurück.
Das sogenannte Fogging-Verfahren wird bei der Gebäudesanierung zur großflächigen und wirkungsvollen Abtötung von Schimmelpilzsporen verwendet und ist eine der möglichen Maßnahmen. Die Otto Richter GmbH, ein Unternehmen aus Berlin, bietet das Verfahren in ihrem Feuchteklinik®-Kompetenzzentrum für Wasser- und Feuchteschäden an und erklärt online: "Beim Foggen, abgeleitet vom englischen "fog" für Nebel, werden entweder geruchsneutralisierende oder desinfizierende Substanzen mit Hilfe eines thermischen Verneblers zerstäubt und in Form eines sehr feinen Nebels in die Umgebungsluft geflutet." Nach spätestens 24 Stunden können behandelte Räume wieder wie gewohnt genutzt werden.
Das folgende Video verdeutlicht die Vorgehensweise beim Fogging:
Quelle: www.feuchteklinik.de
Neben dem Fogging-Verfahren kann es zur langfristigen Schimmelbekämpfung nötig sein, Bauelemente vollständig zu entfernen und durch moderne Alternativen oder schimmelpilzhemmende Systeme zu ersetzen.
Vorbeugende Maßnahmen
Um Schimmel vorzubeugen, können Anti-Schimmel-Wandfarben aufgetragen werden. Von der Stiftung Warentest wurden Farben von Aurora, Schöner Wohnen, Alpina sowie das Decotric-Anti-Schimmel-Konzentrat mit "gut" bewertet.
In der bevorstehenden Heizperiode sind Wände trocken und warm zu halten. Stoßlüften in allen Räumen zwei bis drei Mal täglich beugt Schimmel vor und gewährleistet die notwendige Luftzirkulation. Im Idealfall liegt die Luftfeuchtigkeit unter 55 Prozent.



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- Erstellt am 12.10.2015 - 10:25Uhr | Zuletzt geändert am 12.10.2015 - 10:31Uhr
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