Berzdorfer See - alles auf eine Karte setzen?
Görlitz. Wer auf nur eine Karte setzt, kann viel gewinnen - aber hat zugleich ein enormes Risiko, viel zu verlieren. In der Diskussion um ein vorgeschlagenes touristisches Großprojekt am Berzdorfer See wird gern vergessen, dass Geld nur einer der Investitionsfaktoren ist. Der andere heißt Zeit. Unternehmensberater Thomas Beier zeigt an einem einfachen Beispiel, wie Investitionen unter der Beachtung von Zeit gestaltet werden können.
Schrittweise Entwicklung senkt das Investitionsrisiko
Der Berzdorfer See als Kristallisationskeim für Investitionen in eine völlig neu zu schaffende touristische Infrastruktur kann, um es stark vereinfacht zu erläutern, mit der Eröffnung einer Gaststätte verglichen werden.
Eine Möglichkeit ist, ein umfassendes Konzept zu erarbeiten und es mit richtig Geld in der Hand umzusetzen, damit den Gästen perfekte Gastronomie geboten werden kann. Wenn das aufgeht, freuen sich Wirt und Gäste. Aber es lauern Risiken: Die Gäste interessieren sich nicht für Konzepte, sondern beurteilen danach was sie erleben - sie müssen das Konzept also nicht annehmen. Und eine teure Investition muss sich erwirtschaften, steht also unter hohem Erfolgsdruck.
Die andere Möglichkeit ist, anstelle ein großes Objekt zu errichten mit einem Imbiss-Stand zu beginnen und erst mal zu gucken, wer da so kommt und welche Erwartungen er mitbringt. Hat der Imbiss Geld abgeworfen, kann man weiter investieren, und zwar so, dass die Bedürfnisse der Gäste befriedigt werden. Und die Gäste erleben eine stete Entwicklung, können immer neues entdecken. Das macht sympathisch.
Beispiele für beide Herangehensweisen finden sich in der Wirtschaft zu Hauf. Man denke an Großprojekte wie Cargolifter, Halbleiterwerk Frankfurt/Oder etc. pp., die gescheitert sind, oder an erfolgreich Schritt für Schritt gewachsene wie die Kulturinsel Einsiedel, heute einer der wichtigsten touristischen Anbieter im Landkreis Görlitz, der mehr als hundert Arbeitsplätze verantwortet.
Für den Berzdorfer See, um zum eigentlichen Thema zurückzukommen, steht zu allererst die Frage, welche Bedürfnisse die Menschen mitbringen. Wollen sie eine abgeschirmte Urlauberstadt oder preiswerte Naherholung? Die Lösung liegt wie oft in einem gesunden Mix unterschiedlicher Angebote und Qualitäten für unterschiedliche und eng umrissene Zielgruppen.
Wenn dabei auf die Vielfalt kleinerer Anbieter gesetzt wird, setzen selbstregulierende Prozesse ein: Die einen werden Erfolg haben, die anderen müssen ihr Angebot anpassen oder aufgeben. Maßstab der Entwicklung ist dann der Markt, nicht das Reißbrett eines Planungsbüros. Und es sind Investoren, die eigenes Geld investieren, im Gegensatz zu Kapitalanlegern, die zwar eine Rendite erwarten, aber beim "wie" nur auf Prospekte vertrauen.
Was am Berzdorfer See notwendig ist, kann in eine Projektmatrix eingeordnet werden: Was ist dringend? Was ist wichtig? Was ist finanzierbar? Was ist Einzelmaßnahme, was muss in einen umfassenderen Kontext eingeordnet werden?
Wichtig für die Nutzer des Sees wie für potenzielle Investoren: Im Sinne des Projektmanagements sollte darauf geachtet werden, dass immer wieder sichtbare Fortschritte die Entwicklung am Berzdorfer See dokumentieren.



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- Quelle: red | Foto: BeierMedia.de
- Erstellt am 24.08.2011 - 10:32Uhr | Zuletzt geändert am 24.08.2011 - 11:48Uhr
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