Zurück zu den Freunden
Nizhny Novgorod, 4. Juli 2008. Gleich der erste Tag der einwöchigen Russland-Reise von Wirtschafts- und Arbeitsminister Thomas Jurk (SPD) war ein voller Erfolg. „Wir können jetzt die Früchte ernten, die wir u.a. bei meinen beiden vorangegangenen Reisen nach Nizhny Novgorod gesät haben“, so der Minister. „Unsere Außenwirtschaftsstrategie setzt auf Kontinuität und Nachhaltigkeit. Das zahlt sich jetzt aus.“
Sachsen und Nizhny Novgorod vereinbaren gemeinsame Projekte
Thema: Woanders

"Woanders" – das ist das Stichwort, wenn der Görlitzer Anzeiger auf Reisen geht und von Erlebnissen und Begegnungen "im Lande anderswo" berichtet. Vorbildliches, Beispielhaftes und Beeindruckendes erhält so auch im Regional Magazin seine Bühne.
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Auf dem Treffen der vor zwei Jahren gegründeten gemeinsamen Arbeitsgruppe gestern in Nizhny Novgorod mit dem sächsischen Wirtschaftsminister und dem Vizegouverneur des Nizhegoroder Gebietes, Vladimir Ivanov, wurde der Fahrplan für die weitere Zusammenarbeit festgelegt:
Die russisch-deutsche Forschungskooperation RuDeF, die seit einem Jahr ressourcen- schonende hochproduktive Technologien für die mechanische Bearbeitung von Fahrzeugteilen, Ausrüstungen von Eisenbahnen und Flugzeugen entwickelt, wird jetzt eine so genannte Wissensbasis für einen Technologiekatalog erarbeiten, damit die verschiedenen Bauteile passgenau hergestellt werden können. Innerhalb von zwei Jahren soll darüber hinaus ein Demonstrationszentrum an der Technischen Universität Nizhny Novgorod entstehen, in dem energie- und materialsparende Technologien vorgeführt werden. In einem dritten Schritt werden zur Nachnutzung Technologien für die konkreten Bearbeitungsfälle von Bauteilen bereitgestellt. Es ist das erste gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekt von Sachsen und dem Nizhny Novgoroder Gebiet, an dem russische Firmen, die TU Nizhny Novgorod, die Verbundinitiative VEMAS, das Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik in Chemnitz sowie sächsische Firmen wie NILES Simmons, WEMA Voigtland und StarragHeckert beteiligt sind. „In partnerschaftlicher Zusammenarbeit nutzen wir das Knowhow aus beiden Ländern für neue innovative Lösungen. Von diesem gemeinsamen Weg werden beide Länder profitieren“, hofft Jurk. „Auch auf russischer Seite wächst das Interesse an energieeffizienten und -sparenden Technologien.“
Beschlossen wurde auch ein weiteres Projekt zur Entwicklung von Biogasanlagen. An dem sächsischen Netzwerk „Future Gas“ wird sich ein russischer Partner beteiligen. Mit der Entwicklung hochmoderner Komponenten für Biogasanlagen soll Biogas in Erdgasqualität hergestellt werden, dass dann sofort ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Dafür sind völlig neue biologische Prozesse nötig. Ziel dabei ist, biologische Abfälle und nicht mehr nachwachsende Rohstoffe zu verarbeiten. Bereits auf den im Januar in Leipzig stattfindenden Messen terratec und enertec soll ein erstes Forschungsprojekt präsentiert werden. Nizhny Novgorod wird Partnerregion für die Terratec, diese Zusage des Vizegouverneur Ivanov kann Minister Jurk mit nach Hause bringen.
Zum gemeinsamen Fahrplan gehört auch ein Technologieforum für die „Herstellung von Werkzeug- und Formenbau“ im November in Nizhny Novgorod. Ein solches Forum wird am Donnerstag in Tartastan bei solleravto, einem russischen Unternehmen, das ein Montagewerk für die Produktion von Fiat aufbaut, stattfinden und am Freitag bei KAMAZ, dem russischen Giganten in der Produktion von verschiedenen Fahrzeugen. „Ein Forum mag auf den ersten Blick wenig spektakulär erscheinen, ist aber ein gutes Instrument für unsere Firmen, um sich bei den russischen Partnern zu präsentieren und so den ‚Fuß in die Tür’ zum russischen Markt zu bekommen“, erklärt Manfred Liebl von den Maschienbaubetrieben Neugersdorf (MBN), seit drei Jahren Beauftragter der Sächsischen Wirtschaft in Russland. „Das im vergangenen Jahr während des Besuches von Minister Jurk veranstaltete Technologieforum ‚Motor und Getriebe’ hatte zur Folge, dass heute StarragHeckert Maschinen für KAMAZ liefert.“
Neu ist die Vereinbarung der Ingenieurskammer Sachsen, der IHK zu Leipzig und der Region Nizhny Nogorod über die Sanierung und energiesparende Modernisierung von Mehrfamilienhäusern. Damit fiel der Startschuss für die Rekonstruktion von neun Plattenbauten, davon drei in der Stadt Nizhny Novgorod. Minister Jurk schaute sich vor Ort den Sanierungsbedarf an, der vom Dach bis zum Keller einschließlich der Fassade und aller Strom-, Wasser und Heizungsleitungen reicht. „Hier können unsere sächsischen Ingenieurbüros und mittelständischen Baufirmen ihre Erfahrungen gut einbringen“, befand der Wirtschaftsminister. Für die jetzt erforderliche Machbarkeitsstudie für die Sanierung der Häuser könnten die Ingenieurbüros den vom Freistaat finanzierten Consultant Fond nutzen.
„Die Region Nizhny Novgorod ist eine der dynamischsten Regionen Russlands mit einer starken industriellen Basis. Hier ist für die Sachsen noch viel Potenzial für eine gute Zusammenarbeit“, so der Minister. „Mein Ziel ist es, dass sich unsere mittelständischen Betriebe trotz ihrer kleinteiligen Struktur auf dem russischen Markt etablieren.“
Bevor es heute in die Republik Tartastan weitergeht, besucht Minister Jurk mit einem Teil der Delegation das Autowerk GAZ. Das Werk produziert eine breite Palette von Fahrzeugen. Neben Pkw - GAZ ist bekannt für die Herstellung des Wolga - werden LKW und Spezialfahrzeuge wie Krankentransporter, Kommunal-, Reparatur-, Laborfahrzeuge und Geldtransporter hergestellt. Ein anderer Teil der Delegation wird sich bei Zavod Avtokomponent umsehen. Hier werden unter anderem Cockpits für den Wolga, Systeme für Klimaanlagen und Außenspiegel produziert.
Hintergrund:
Außenhandelszahlen Sachsen mit Russland
Ausfuhr nach Russland
Waren in Mio. Euro
2005 281,5
2006 491,0
2007 657,4
Hauptsächlich Pkw, Wohnmobile, Maschinen, Chemische Vorerzeugnisse, Pharmazeutische Erzeugnisse
Einfuhr aus Russland
2005 785,0
2006 1.358,4
2007 1.397,3
Hauptsächlich Erdöl, Erdgas, Mineralölerzeugnisse



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- Quelle: /red
- Erstellt am 04.07.2008 - 08:38Uhr | Zuletzt geändert am 20.03.2021 - 15:20Uhr
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