AMAL-Büro Görlitz wird abgewickelt
Görlitz-Zgorzelec | Dresden. Zum 29. Februar 2008 muss der gemeinnützige Verein AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt e.V. seine professionelle Beratungstätigkeit auch im Büro Görlitz einstellen. Fünf Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Görlitz und Wurzen wurde gekündigt. Hintergrund ist, dass die Sächsische Staatsregierung nur noch einen Träger der Opferberatung fördern will. Mehr unter http://www.amal-sachsen.de/page.php?p=151.
Wenn Vielfalt von Staats wegen ausgedünnt wird - Kommentar
Der hessischen CDU ist zu danken: Mit ihrem unglücklich geführten Wahlkampf hat sie das Thema Jugendgewalt ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Das ist jedoch nur ein einzelner Mosaikstein aus dem Spektrum der gesellschaftlichen Probleme, zumal die diskutierten Lösungsansätze Betroffenen nicht helfen.
Andere Facetten demokratiegefährdender Entwicklungen kommen nur ans Licht, weil sich Menschen dafür engagieren. So AMAL Sachsen mit seinem landesweiten Netz zur Erfassung rechter Gewalt und dem Angebot zur professionellen Beratung von Opfern.
Wenn nun die sächsische Landesregierung nur einen Verein (bedeutsam in Sachsen ist neben AMAL auch der RAA e.V.) zum alleinigen geförderten Ansprechpartner erklärt, wird die Vielfalt der Aktivitäten gegen rechte Gewalt eingeengt. Für die Regierung eine einfache, für das Land aber eine bedenkliche Lösung.
Soziales Engagement ist im konkreten Fall immer Engagement ganz unten, an der Basis, im Alltag der Bürger. Für den, der mit rechter Gewalt oder Ansätzen dazu konfrontiert wird - was in Sachsen ja vorkommen soll - ist es wichtig, Beratung und Unterstützung vor Ort zu erhalten.
Ebenso bedeutsam ist die Wahlmöglichkeit zwischen unterschiedlichen Handlungsansätzen zu haben. Nur durch die Vielfalt der Angebote kann sich zeigen, was sich bewährt und verallgemeinerungswürdig ist oder was vielleicht als regionale Besonderheit Bestand hat.
Unsere Gesellschaft ist vergleichbar dem menschlichen Organismus: Es ist völlig sinnlos, einzelne Organe zu optimieren, wenn das Zusammenspiel nicht klappt oder andere Teile des Ganzen auf der Strecke bleiben.
Nochmal nachdenken,
meint Ihr Fritz Stänker

Schade um diesen Verein
Von Michael Müller am 02.02.2008 - 21:42Uhr
Wie es aus der Homepage des Vereins zu entnehmen ist, arbeitet er seit mehreren Jahren kontinuierlich an einem Thema, welches viel zu oft marginalisiert wurde. Das nun ein nur noch eine Beratungsstelle übrig geblieben ist, wird sich nicht positiv auf diese Region auswirken. Alle die Betroffen von rechter Gewalt sind, können sich also getrost beim Staat Sachsen bedanken.
Das war vermeidbar! Absolut!

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- Quelle: /FRS
- Erstellt am 01.02.2008 - 08:26Uhr | Zuletzt geändert am 01.02.2008 - 08:31Uhr
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