20 Jahre Tschernobyl

Dresden. Mit Blick auf die Katastrophe von Tschernobyl, die sich am 26. April zum 20. Mal jährt, sagte Wirtschaftsminister Jurk (SPD): "Dieser schreckliche Unfall hat deutlich gemacht, dass das Restrisiko der Kernenergie mehr als nur ein theoretisches ist." Wer dazu rät, die Energieprobleme der Zukunft mit dem Ausbau der Kernenergie zu beantworten, spiele mit dem Feuer.

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Sachsen setzt auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien

Bis heute sei ungeklärt, wie hochradioaktiver Müll entsorgt werden könne. Spätestens seit dem 11. September 2001 sei auch die Gefahr von Terroranschlägen auf Kernkraftwerke allen bewusst. "Ein Land sorgt nicht nur durch den sparsamen Umgang mit Steuergeldern für seine Kinder vor, sondern auch durch den sparsamen Umgang mit Ressourcen und die Vermeidung risikoreicher Abfälle."

Jurk machte auf die Verantwortung der Politik aufmerksam, die Ängste der Menschen ernst zu nehmen. "Es gibt mehr als mathematisch berechnete und in Wahrscheinlichkeitszahlen gegossene Risikofaktoren", so Thomas Jurk weiter. Die Risikowahrnehmung habe sich seit Tschernobyl grundlegend geändert. Der Wirtschaftsminister warnte davor, mit Geldern der Menschen Risikotechnologien gegen deren Willen zu fördern. "In einer demokratischen Gesellschaft mit einer sozial und ökologisch gebundenen Marktwirtschaft wie der unseren, geht es niemals allein um Marktakzeptanz, sondern stets auch um gesellschaftliche Akzeptanz."

Techniken zur rationelleren Energieerzeugung und -nutzung sowie für erneuerbare Energien werden künftig auf die am schnellsten wachsenden Märkte der Welt treffen. Vorreiter in diesen Bereichen hätten gute Chancen, sich als "global player" zu etablieren und entsprechende Impulse für den heimischen Arbeitsmarkt zu geben. "Sachsen als ein Land, das schon jetzt nicht auf Kernenergie setzt, hat hier besondere Chancen", betont Jurk.

"Der Jahrestag von Tschernobyl muss Anlass sein, uns für eine auf Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit angelegte intelligente Energiepolitik für die Zukunft des Freistaates Sachsens einzusetzen", so Wirtschaftsminister Jurk abschließend.

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  • Quelle: /SMWA
  • Erstellt am 25.04.2006 - 18:20Uhr | Zuletzt geändert am 25.04.2006 - 18:23Uhr
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