Gedenkort gegen Vertreibung im Bundeskanzleramt vorgestellt
Görlitz-Zgorzelec | Berlin. Der Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick hat gemeinsam mit Lutz Thielemann, dem Geschäftsführer der mit der Projektkoordination betrauten Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH, am 20. November 2007 im Berliner Bundeskanzleramt die Initiative „Gemeinsames Erinnern“ vorgestellt.
Konstruktives Interesse an der deutsch-polnischen Initiative zur Aufarbeitung von Flucht, Vertreibung und Zwangsaussiedlung
„Wir sind auf dem richtigen Weg“, fasste Oberbürgermeister Joachim Paulick im Anschluss das Gespäch zusammen.
Gemeinsam mit Thielemann hatte er auf die einmalige Möglichkeit einer europäischen Bearbeitung des Themas in Görlitz-Zgorzelec, einem authentischen Ort des Geschehens, aufgezeigt. Ihr Gesprächspartner, der Legationsrat Dr. Norman Walter, betonte im Gespräch, dass für Bundeskanzlerin Merkel die Förderung der deutsch-polnischen Beziehungen ein besonderes Anliegen sei und sie die Görlitz-Zgorzelecer Initiative positiv bewerte. Thieleman freute sich über den Empfang im Bundeskanzleramt mit den Worten: „Er bestätigt, dass unser Anliegen von der Bundespolitik bereits in einem solch frühen Stadium ernst genommen wird.“
Der Dialog mit der Bundesregierung scheint eröffnet, denn Paulick konnte breits einen Ausblick geben: „Wir werden Anfang des nächsten Jahres unsere Gespräche mit dem Bundeskanzleramt fortsetzen und bis dahin die Ausarbeitung einer inhaltlichen Konzeption in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus beiden Ländern weiter vorbereiten.“
Kommentar:
Da scheint es dem altehrwürdigen Görlitz-Zgorzelec doch zu gelingen, der großen Politik ein Stück Kuchen vom Tablett zu ziehen: Während über das Mahnmal gegen Vertreibung, das nun in Berlin entstehen soll, allenthalben palavert wird, macht die Europastadt Nägel mit Köpfen.
Nicht, indem ein Denkmal geschaffen werden soll, das Gefahr läuft, durch unterschiedliche Kreise eben auch unterschiedlich interpretiert zu werden. Indem polnische und deutsche Wissenschaftler die Initiative "Gemeinsames Erinnern" vom Anbeginn weg begleiten, ist einer politischen Vereinnahmung weitgehend vorgebeugt.
Und welche Stadt in Mitteleuropa wäre als Gedenk-Ort gegen Vertreibung prädestinierter als die Europastadt Görlitz-Zgorzelec? 40 Prozent der Görlitzer und 99 Prozent der Zgorzelecer haben einen unfreiwilligen Migrationshintergrund. Wenn das Stadtmarketing diese Ressource aufgreift und im Sinne des Einigungsprozesses in die deutsche respektive vor allem europäische Waagschale wirft, dann ist das nur zu befürworten.
Vorwärts und nichts vergessen!
Ihr Fritz Stänker
Bilder aus dem Bundeskanzleramt:
http://www.regional-magazin.de/goerlitz/politik/2011_im-deutschen-zentrum-der-macht.html


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- Quelle: /red | /FRS | Fotos: /BeierMedia.de 2007 | Update von 20.11.2007 - 20:38 Uhr
- Erstellt am 20.11.2007 - 20:34Uhr | Zuletzt geändert am 20.11.2007 - 23:06Uhr
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