Lokführer liegen bei der Entlohnung nicht zurück

Berlin. Die Lokomotivführer der Deutschen Bahn schneiden mit ihren Löhnen im nationalen Vergleich nicht schlecht ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag der Deutschen Bahn, die im Wochenbericht des renommierten Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) Berlin bereits Ende Oktober 2007 veröffentlicht wurde. Die Lohnhöhe liegt etwas über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnittslohn in Deutschland und oberhalb der Löhne von Arbeitnehmern vergleichbarer Berufe.

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Facharbeiter mit verantwortungsvollen Tätigkeiten im produzierenden Gewerbe erhalten im Schnitt geringere Stundenlöhne als die Lokomotivführer der Deutschen Bahn (auch als deren Berufsanfänger), lediglich in der Autoindustrie, dem Verlagsgewerbe und in der Energieversorgung werden höhere Facharbeiterlöhne gezahlt. Deutlich geringer entlohnt werden Personen in vergleichbaren Dienstleistungstätigkeiten wie Berufskraftfahrer, die im Schnitt auf lange Arbeitszeiten kommen.

Im Vergleich mit privaten Bahnunternehmen in Deutschland vergütet die Deutsche Bahn die Leistung ihrer Lokomotivführer generell besser - insbesondere mit Blick auf Wettbewerber in Ostdeutschland. Es finden sich zwar auch Bahngesellschaften mit einer höheren Entlohnung; diese liegt aber nur wenig über dem Niveau der Deutschen Bahn. International zeigen sich große Differenzen bei den Entgelten der Lokomotivführer; dabei gibt es auch Länder, in denen dieser Berufsgruppe höhere Löhne als in Deutschland gezahlt werden. In diesen Ländern sind allerdings in der Regel auch die Lebenshaltungskosten höher als in Deutschland.


Kommentar

Ja, warum streiken die denn da? Wenn auch am heutigen 19. November 2007 gerade mal nicht. Aber Punkt 24 Uhr läuft das Ultimatum der Lokomotivführer-Gewerkschaft ab, und dann steht der unbefristete Ausstand zu Debatte.

Das Argument der hohen Verantwortung, die besser entlohnt werden müsse, zieht nicht - das ist in anderen Berufsgruppen von der Krankenschwester bis zum Suppenkoch nicht anders. Auch die nötige Flexibilität hinsichtlich Arbeitszeit und -ort hat längst die Masse erreicht.

Die Frage, ob sie von einer geltungssüchtigen Gewerkschaftsspitze instrumentalisiert werden, müssen sich die streikbereiten Lokomotivführer selbst stellen. Ist die Weiche falsch gestellt, landet man auf dem Abstellgleis - will sagen, möglicherweise wäre es für die Gewerkschaftsspitze allerhöchste Eisenbahn, zurück zu rudern.

So dumm war es wohl doch nicht, wichtige Infrastrukturdienstleister in Staatshand zu belassen und mit Beamten am Leben zu halten,

mutmaßt Ihr Fritz Stänker

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  • Quelle: /FRS | Foto: /MS (symbolisch)
  • Erstellt am 19.11.2007 - 06:48Uhr | Zuletzt geändert am 19.11.2007 - 16:33Uhr
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