Zum Denkmalschutz in der Görlitzer Gründerzeitstadt

Bild zu Zum Denkmalschutz in der Görlitzer GründerzeitstadtGörlitz, 18. April 2019. Für einen zeitgemäßen Denkmalschutz in der Görlitzer Gründerzeitstadt spricht sich die Stadtbewegung Motor Görlitz aus. Allerdings meinen die Motoristen, dass über die Ausgestaltung des Denkmalschutzes in diesem Gebiet, das neben hohem Leerstand von sanierungs- und sicherungsbedürftigen Gebäuden geprägt ist, nachgedacht werden sollte. Zudem plädiert das kommunalpolitische Netzwerk anlässlich des heutigen Internationalen Denkmaltags für den Erhalt der Denkmalschutzbehörde in Görlitz.
Abbildungg oben: Sandro Kühn ist freier Architekt in Görlitz und kandidiert auf der Freien Liste Motor Görlitz für den Stadtrat Görlitz

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Stadtumbau-Matrix anwenden

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Vor zwei Jahren machte das einsturzgefährdete Haus Landeskronstraße 34 Schlagzeilen. Es wurde abgerissen und ist seitdem als städtebauliche Störung deutlich wahrnehmbar.

Nach Aussage der Stadtverwaltung gibt es zurzeit etwa 150 Gebäude, die in einem "schwierigen Zustand" sind (siehe Sächsische Zeitung vom 16. Februar 2018. Oft muss die Stadt in Vorleistung gehen, da sich Eigentümer trotz Instandsetzungsgebot nicht um ihren Besitz kümmern. Die Kosten hierfür sind immens und belasten den städtischen Haushalt.

Der 1985 in Görlitz geborene Stadtratskandidat Sandro Kühn (Freie Liste Motor Görlitz) ist Architekt. Nach seiner Auffassung bedarf es einer grundsätzlichen Strategie im Umgang mit Gründerzeitdenkmäler: "Wir brauchen neue zeitgemäße Entwicklungsmöglichkeiten, um die Attraktivität von Gründerzeitgebäuden zu steigern. Oberste Priorität sollte haben, dass wir das Flächendenkmal schützen und weitere Baulücken vermeiden. Im Hinblick auf zeitgemäße Nutzungs- und Wohnansprüche benötigt Görlitz gelockerte denkmalpflegerische Anforderungen an das Einzeldenkmal. Dabei dürfen, wenn es der Nutzbarmachung des einzelnen Gebäudes dient, auch größere bauliche Eingriffe kein Tabu sein. Ob Grundrissänderungen, Gauben, oder hofseitige Dachterrassen – unter dem Strich sollte die architektonische Qualität einer Maßnahme das entscheidende Kriterium sein."

Bereits im Jahr 2016 wurde vom Amt für Stadtentwicklung die sogenannte "Stadtumbau-Matrix" entwickelt, die über ein einfaches Bewertungssystem mit dem Ziel der Weiterentwicklung von bestehenden Strukturen funktioniert. "Außerdem gibt sie auch Auskunft über die Vereinbarkeit von Denkmalschutz und Revitalisierung. Es geht also darum, einerseits denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten, und andererseits neue Nutzungen und zeitgemäßes Wohnen zu ermöglichen", so Kühne weiter, "Leider ist bislang nichts über die Ergebnisse der Pilotphase oder über die tatsächliche Verwendung der Matrix öffentlich bekannt geworden. Ich plädiere für die Veröffentlichung der gesammelten Erfahrungen. Anschließend gilt es, die Stadtumbau-Matrix zu optimieren und konsequent zur Anwendung zu bringen."

Mehr:
Görlitzer Modell: Stadtumbau-Matrix (Download, ca. 664KB)

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  • Quelle: red | Foto Portrait: Paul Glaser / glaserfotografie.de, Foto Straßenzug: Sandro Kühn
  • Erstellt am 17.04.2019 - 20:41Uhr | Zuletzt geändert am 17.04.2019 - 21:38Uhr
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