Görlitz verkauft Altstadtareal

Görlitz, 1. April 2006. Nach dem Vorbild des Dresdner WoBa-Verkaufs verkauft die Stadt Görlitz, wie heute bekannt wurde, ihre historische Altstadt ebenfalls an eine US-amerikanische Investorengruppe.

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Zweite schuldenfreie Kommune Deutschlands

Wie aus dem Görlitzer Rathaus bekannt wurde, ist die in aller Stille getroffene Entscheidung zum Altstadtverkauf unumstößlich. Eine bisher nicht genannte Investorengruppe hatte umgerechnet 20,10 Milliarden Euro geboten, um die Bausubstanz und die Vermarktungsrechte für die Altstadt zu erwerben. Damit wird Görlitz zur zweiten schuldenfreien Kommune Deutschlands.

Ein Problem allerdings stellen in Görlitz noch die privaten Hausbesitzer dar, die aber mittels attraktiver Kaufangebote und grundbuchmäßig verbriefter Wohnrechte auf Lebenszeit gelockt werden sollen. "Es wäre nicht nachvollziehbar, wenn jemand auf eine solche Finanzspritze verzichten würde, wenn er doch in seinem bisherigen Eigentum wohnen bleiben darf", so einer der Investoren. Hier ergibt sich ein breites und erfolgsträchtiges Betätigungsfeld für die zahlreichen Görlitzer Immobilienmakler, die nun auf Provisionsbasis den Altstadthausbesitzern die Angebote vermitteln.

Im Zuge der Amerikanisierung der Görlitzer Altstadt soll auch das örtliche Spielcasino geschlossen und im bisherigen Sparstrumpfgebäude auf wesentlich größerer Fläche neu eröffnet werden. "An gewohnter Stelle bietet sich endlich die Möglichkeit, sein Geld wirklich gewinnbringend anzulegen", erklärt ein Ex-Banker, der die Leitung des neuen Casinos übernehmen wird.

Weitere Spielcasinos sind zu erwarten. Die historische Kulisse der Altstadt erspart Neubauten wie die Themenhotels in Las Vegas. "Hier ist alles echt", schwärmt der bereits zitierte Investor, und ergänzt: "Die historischen Hallenhäuser sind für die Nutzung als Spielhalle bestens geeignet."

Bauchschmerzen gibt es nur noch bei der Unteren Denkmalbehörde und beim Stadtbildpfleger, die sich mit der geplanten Donald-Duck-Figur auf dem Untermarkt - eine Bedingung der Investoren - noch nicht so recht abfinden wollen. Doch alle anderen sind begeistert - der zu erwartende Wirtschaftsaufschwung hat alle Bedenken zerfließen lassen.

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  • Quelle: /tb
  • Erstellt am 01.04.2006 - 11:17Uhr | Zuletzt geändert am 24.10.2019 - 17:28Uhr
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